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Doppelausstellung in der Stadtkirche

Lindow Doppelausstellung in der Stadtkirche

Immer zu Beginn der Lindower Sommermusiken gibt es in der Stadtkirche auch gleichzeitig was fürs Auge, nicht nur für die Ohren. Bei der diesjährigen Ausstellung zeigen zwei passionierte Hobby-Maler ihre Werke: Birgit Tornow aus Alt Ruppin und der Lindower Egbert Gehrisch.

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Egbert Gehrisch verwendet als Inspiration gern Naturfotos.

Quelle: Buddeke

Lindow. Die zweite geplante Ausstellung ist wegen eines Trauerfalles geplatzt, bedauert Sigrid Busse, die sich alljährlich darum kümmert, dass in der Lindower Stadtkirche pünktlich zu Beginn der Sommermusiken neue Kunst an den Wänden hängt. Für die beiden Maler, die die erste Ausstellung bestreiten, ist es dagegen ein Glücksfall – werden ihre Bilder nun doch die ganze Saison in der Kirche zu sehen sein. Am Donnerstag hatten Birgit Tornow und Egbert Gehrisch alle Hände voll zu tun, ihre Werke in der Kirche aufzuhängen. Und es ist – so darf man vorab getrost sagen – so viel Schönes zu entdecken, dass es locker für den gesamten Sommer reicht.

Egbert Gehrisch und Birgit Tornow beim Aufhängen der Bilder

Egbert Gehrisch und Birgit Tornow beim Aufhängen der Bilder.

Quelle: Regine Buddeke

Für die beiden Hobbymaler ist es die zweite gemeinsame Ausstellung – die Alt Ruppinerin und der Lindower sind sich schon des öfteren bei Malkursen und Workshops begegnet und haben schnell festgestellt, dass sie gut miteinander können – sowohl persönlich, als auch was ihre Bilder betrifft. Während Egbert Gehrisch bevorzugt alles malt, was ihm in der Natur über den Weg läuft, beschäftigt sich Birgit Tornow mit dem Ausprobieren verschiedenster Maltechniken. „Alles was der Baumarkt hergibt, über Bitumen und diverses Baumaterial“, sagt sie und lacht. Nur bei Farben sei sie wählerisch. Da sollen es schon gute Künstlerfarben sein. „Die Pigmente müssen stimmen, damit man auch nach Jahren noch Freude an den Bildern hat“, sagt sie. Ihre Sujets sind bunt gemixt: Porträts, Landschaften, Blumen, Städte­ansichten. Oft arbeitet sie Fotos zu Collagen um, die sie übermalt und überaus plastisch in Szene setzt. Und manchmal sei es auch so, dass sich das Motiv erst aus der Technik heraus entwickelt. „Ich probiere eine neue Methode aus , und auf einmal erscheint ein Motiv. Das baue ich dann aus“ – quasi das Pferd von hinten aufgezäumt. Insofern sind ihre Bilder oft abstrahiert, wenn auch nie völlig abstrakt – ihr Geheimnis liegt im Zusammenspiel von Farbauftrag und Struktur. Egbert Gehrisch dagegen bleibt naturalistisch – außer bei dem Fisch, der sei surrealistisch, erklärt er. Ein spannendes Bild, aber leider das einzige seiner Art. „Meine Frau mag es nicht“, erklärt der Lindower.

Der surreale Fisch von Egbert Gehrisch

Der surreale Fisch von Egbert Gehrisch.

Quelle: Regine Buddeke

Beide haben schon in jungen Jahren mit dem Malen angefangen. „Mein Vater hat große Ölbilder gemalt“, erinnert sich Gehrisch. „Und meiner war Hobbyfotograf“, erklärt die Alt Ruppinerin, für die Malerei mehr als nur ein Hobby ist. „Eine Leidenschaft“, bekennt sie. Gern hätte sie zu DDR-Zeiten Porzellanmalerei studiert – aber da sei kein Rankommen gewesen. Also hätte sie was anderes gelernt und die Malerei als Hobby behalten, das sich wie ein roter Faden durch ihr ganzes Leben zog und zieht.

Beide haben sich bei einem Malkurs bei Dagmar Schwintowski kennengelernt. „Ich liebe es, Malkurse bei verschiedenen Künstlern zu besuchen“, erzählt Birgit Tornow, die sich auf diese Weise schon durch die meisten Künstler der Region „durchgearbeitet“ hat. „Ich finde es spannend, die unterschiedlichen Sicht- und Malweisen und auch die Techniken kennenzulernen“, schwärmt sie. Sie habe dadurch unglaublich viel Bereicherung für ihre eigene Arbeit erfahren. „Ich will die Künstler natürlich nicht kopieren – aber aus der Inspiration eigene Techniken entwickeln.“ Und in der Tat ist ihr Schaffen äußerst breit gefächert: die mystische Venedig-Collage, die Landschaften, die zart wie Aquarelle wirken, aber aus Bitumen und Gips gespritzt und gespachtelt wurden. Ausdrucksstarke Frauengesichter mit geheimnisvollem Blick – auch die aus Bitumen gespachtelt. Dazu Magnolienblüten als gespachtelte Lasurtechnik, und Landschaften in Aquarell-Mischtechniken.

Magnolien-Bilder von Birgit Tornow

Magnolien-Bilder von Birgit Tornow.

Quelle: Regine Buddeke

Auf der anderen Seite der Kirche leuchten Gehrischs Tierporträts, Stillleben, eine bizarre Eis-Landschaft. „Ich finde es spannend, mit anderen auszustellen“, sagt Birgit Tornow, die regelmäßig in der Region ausstellt – zuletzt in der Richterakademie Wustrau. „Jeder hat seinen eigenen Stil. Und mit Herrn Gehrisch passt es gut.“

Von Regine Buddeke

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