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Ostprignitz-Ruppin Blitzgeburt im Kinderzimmer der Mutter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Blitzgeburt im Kinderzimmer der Mutter
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11:16 30.07.2015
„Melina wollte nicht warten“: Viktoria Belz und Sebastian Weidauer mit ihrem Kind. Quelle: MAZ
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Dorf Zechlin

Im Personalausweis der kleinen Melina wird einmal ein ganz besonderer Geburtsort stehen: Rheinsberg, Ortsteil Dorf Zechlin. Melina drängelte am 14. Juli so schnell auf die Welt, dass ihre Mutter Viktoria Belz es nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus schaffte. Weil die 30-Jährige gerade bei ihrer Mutter war, wurde Melina in der Wohnung ihrer Großmutter geboren. Im ehemaligen Kinderzimmer von Viktoria Belz. „Melina wollte einfach nicht warten“, sagt die Rheinsbergerin.

Morgens gegen halb fünf hatte Viktoria Belz ihre ersten Wehen. Ihre Wittstocker Hebamme Anja Vietz-Hennig riet ihr, zunächst einmal abzuwarten. Gegen 8 Uhr glaubte Viktoria Belz dann, es würde wirklich losgehen. Sie rief ihre Hebamme ein zweites Mal an. Und wurde plötzlich unruhig. Würden sie es noch rechtzeitig bis ins Krankenhaus nach Neuruppin schaffen? Als die Hebamme gegen 9 Uhr kam, war ziemlich schnell klar: Die Zeit war zu knapp. Melina war schon viel zu weit vorgeprescht.

„Meine Hebamme behielt die Ruhe und gab mir das Gefühl, alles sei in Ordnung“, sagt Viktoria Belz. „Sie war wirklich großartig.“ Schnell bereitete die Hebamme alles für eine Hausgeburt vor. Auch die Großmutter Angela Belz und Vater Sebastian Weidauer wurden zu Geburtshelfern. Angela Belz rannte los, holte Tücher und immer wieder heißes Wasser.

„Das ist wie im Film“, sagt die Großmutter

Sie war dabei, als ihr erstes Enkelkind schließlich auf die Welt kam. Nachdem es bei seiner Mutter auf dem Bauch gelegen hat, durfte sie die kleine Melina auf dem Arm halten. „Das war das Schönste, was ich je erlebt habe“, sagt sie. Noch Tage später bleiben ihre Gedanken immer wieder an der Geburt ihrer Enkelin hängen. „Das ist wie ein Film.“ Auch Vater Sebastian Weidauer ist noch ganz ergriffen. „Vergessen kann man so etwas nicht.“

Ihn hatte beim Warten auf die Hebamme die Angst gepackt. Am liebsten hätte er den Notarzt gerufen. So sehr sorgte er sich. Seine Freundin versuchte dagegen ruhig zu bleiben. Sie vertraute darauf, dass die Hebamme noch rechtzeitig kommen würde. Auch als die Hebamme ihr eröffnete, dass sie es nicht mehr ins Neuruppiner Krankenhaus schaffen würden, behielt Viktoria Belz die Nerven. „Ich wollte mein Kind ja nicht irgendwo zwischen Wallitz und Kunsterspring bekommen“, sagt sie.

Intuitiv muss sie alles richtig gemacht haben. „Ich habe meiner Hebamme vertraut“, sagt sie. 40 Minuten nachdem die Geburtshelferin gekommen war, lag Melina bereits auf dem Bauch ihrer Mama. Eine Blitzgeburt.

Und jetzt? Die kleine Melina, die so schnell auf die Welt kommen wollte, ist ein ganz ruhiger Säugling. Mehrere Stunden schläft sie jetzt schon durch. Ein Jahr will Viktoria Belz sich Zeit nehmen und mit ihr zu Hause bleiben. „Ich will die Zeit mit ihr genießen.“

In Dorf Zechlin und auch in Rheinsberg hat die Geschichte von Melinas rasanter Geburt längst die Runde gemacht. Im Supermarkt und auf der Straße ist Viktoria Belz immer wieder angesprochen worden. „Ich habe von diesem kleinen Wunder schon oft erzählen müssen.“

Von Frauke Herweg

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