Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Dorfchronik nach 37 Jahren fertig

Rehfeld Dorfchronik nach 37 Jahren fertig

Nach 37 Jahren liegt sie endlich druckfrisch vor – die Dorfchronik für Rehfeld. Penibel hat Heimatforscher Manfred Teske die Fakten gemeinsam mit anderen zusammengetragen. Entstanden ist ein Buch mit 250 Seiten.

Voriger Artikel
Förderverein Lokale Agenda aufgelöst
Nächster Artikel
Holzpavillon stand in Flammen

Gudrun Dochow half Manfred Teske bei der Veröffentlichung.

Quelle: Ronny Leßmann

Rehfeld. Was lange währt, wird gut, heißt es bekanntlich. Doch dass es für die Rehfelder Dorfchronik als gedrucktes Büchlein nun ganze 37 Jahre brauchte, damit hätte auch ihr Autor Manfred Teske nie gerechnet. Jetzt ist es fertig. Dem Titel „Rehfeld. Geschichte und Geschichten des Dorfes und der von Klitzingschen Güter auf Wilhelmsgrille und Demerthin“ folgen nun 250 Seiten.

Penibel hat der 78-jährige Heimatforscher und in der Region bekannte Bodendenkmalpfleger, der voriges Jahr sein 50. Dienstjubiläum beging, auf diesen Tag hingearbeitet. Unter dem Strich seien es etwa 7000 Stunden gewesen, die er benötigte, um Dorfgeschichten, Ereignisse und Fotos für diese Chronik zusammenzutragen. Doch Teske sammelte in Rehfeld nicht alleine Heimatgeschichtliches, vielmehr waren es besonders auch Anneliese Bluhm, Willi Herm, Ernst Stadtkus und der damalige Lehrer Boddin, die Wertvolles und Historisches retteten und für diese Chronik bereitstellten.

Im Büchlein geht der Blick auch über den Tellerrand hinaus

Im Büchlein geht der Blick auch über den Tellerrand hinaus.

Quelle: Ronny Leßmann

Schon im Herbst 1980 berichtete die MAZ, damals „Märkische Volksstimme“, über das Vorhaben „Die Ortschronik von Rehfeld“. Die Bürger wurden aufgerufen, ihre Dorfgeschichte aufzuschreiben und alte Fotos bereitzustellen. Chronist Ernst Stadtkus schrieb damals in dieser Zeitung: „Unsere Enkel und Urenkel werden einmal fragen, wie sah es in der Vergangenheit in unserer Heimat aus? Und wer waren die Menschen, die vor uns hier lebten und wirkten? Dann kann ihnen diese Chronik, die wir heute anlegen, Auskunft geben. Denn der Mensch, der die Zukunft meistern will, muss aus der Vergangenheit lernen.“

Von Begeisterung beflügelt

In mühevoller Forschungsarbeit von Anneliese Bluhm und Ernst Stadtkus, die nun schon längst verstorben sind, und eben auch von Manfred Teske wurden unter anderem im Staatsarchiv von Potsdam, im Kirchenarchiv sowie durch Befragung der älteren Dorfbewohner und in Zusammenarbeit mit weiteren Interessierten Daten und Fakten zusammengetragen. „Es war eine wirkliche Fleißarbeit, Dörfliches und Geschichtliches der Vergessenheit zu entreißen und zu erforschen“, betont Teske.

„Von Begeisterung beflügelt“ hätten sie sehr gerne so viele Stunden in dieses Projekt gesteckt. „Unser Anliegen war es, den Bewohnern die Geschichte des Dorfes näherzubringen“, erklärt Teske: „Das Buch soll ein Nachschlagewerk für alle sein, die Fragen rund um Rehfeld-Geschichten haben.“ Doch es soll auch mehr sein: „Es ist die Verbundenheit mit meiner neuen, nun schon alten Heimat und der Heimatgeschichte.“ Teske musste als Kind 1945 durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs mit der Familie aus Bromberg, heute Polen, flüchten und fand damals die neue Heimat in der Prignitz.

Manfred Teske (Mitte) mit Anneliese Bluhm und Ernst Stadtkus

Manfred Teske (Mitte) mit Anneliese Bluhm und Ernst Stadtkus.

Quelle: Archiv Leske

Gudrun Dochow aus Plänitz, bekannt auch wegen vieler heimatkundlicher Publikationen in ihrem Dosse-Verlag, den sie unlängst aus Altersgründen aufgab, half Teske nun beim Projekt-Endspurt, und zwar ehrenamtlich. „Mir war es wichtig, dass die Geschichten festgehalten werden. Wer weiß, ob man sich sonst noch in zehn Jahren an alles erinnern könnte, was einst in Rehfeld geschah“, erklärt sie: „Deshalb war es uns ein großes Anliegen, diese Chronik fertigzustellen, zu veröffentlichen und Geschichtliches der Nachwelt zu erhalten.“

Viele Originaldokumente derer von Klitzing

Die Dorfgeschichte wurde weitgehend chronologisch und für ein breites Publikum aufgeschrieben. Angesetzt wird bei der Urgeschichte, aufgehört in der Gegenwart. Regionales findet Erwähnung. Und zahlreiche Bilder sind abgedruckt. Viele Rehfelder dürften sich damit wiederfinden.

In zwei Kapiteln, die die Zeit zwischen 1933 und 1945 behandeln, zeigt sich auch ein kritischer Umgang mit der eigenen Geschichte. Ein besonderes Augenmerk gilt anschließend auch den Themen Flucht und Vertreibung, Neubauern und Siedler der Bodenreform sowie den enteigneten Gütern Klosterhof und Wilhelmsgrille. Neben mündlicher Überlieferungen konnten viele Originaldokumente derer von Klitzing, aus der Hitlerzeit und der Zeit der DDR eingearbeitet werden.

Ein Termin für eine Buchvorstellung in Kyritz steht noch aus. Er wird aber demnächst bekanntgegeben.

Von Ronny Leßmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg