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Ostprignitz-Ruppin Draußen trotz beißender Minusgrade
Lokales Ostprignitz-Ruppin Draußen trotz beißender Minusgrade
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00:28 08.01.2016
In den Wintermonaten weiden Schlüchters Schafe in der Region, im Sommer in Thüringen. Quelle: Peter Geisler
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Treskow

Der Wind pfeift eisig über den Acker bei Treskow. Schäfer Bernard Schlüchter, der ohne Handschuhe einen Weidezaun, abbaut, hat dennoch warme Hände. „Abgehärtet“, sagt der 46-Jährige lächelnd. „Man muss nur richtig essen – dann ist einem warm, selbst wenn die Butter auf der Stulle gefroren ist.“

Auch bei beißenden Minusgraden ist Schlüchter mit seinen Merino- und Bergschafen unterwegs. Den gesamten Winter über zieht der Lüchfelder mit seinen Tieren zwischen Nauen und Neuruppin über die Äcker, die ihm Landwirte überlassen. Etwa 500 Tiere grasen derzeit bei Brunne, weitere 1000 wandern über ein Feld bei Treskow. „Unser Stall ist der Himmel“, sagt Schlüchter. „Wir sind Nomaden.“

Bernard Schlüchter mit seiner Herde und den Hütehunden. Quelle: Peter Geisler

Auch wenn die Merinos hochwertige Wolle für Teppiche liefern – mit Wolle kann heute kein Schäfer mehr Geld verdienen. Ende März verlädt Schlüchter seine Schafe deshalb auf einen Lkw und bringt sie nach Thüringen. Dort sollen die Tiere eine Heidelandschaft kahl halten. „Landschaftspflege“, sagt der gebürtige Schweizer. Das Geld aus den dafür ausgereichten Subventionen sichert ihm und seiner Herde das Überleben.

Ein weiteres Zubrot verdient sich Schlüchter mit Lammfleisch. Einen Teil des Fleisches lässt er in Hakenberg vertreiben. Doch auch in Stuttgart mit seinen vielen türkischstämmigen und arabischen Großfamilien findet Lammfleisch aus Brandenburg seinen Absatz.

Schafe begleiten Schlüchter schon sein ganzes Leben. Der Schäfer wuchs in einer Kommune in Frankreich auf – auch dort hatte es eine riesige Schafherde gegeben. „Schafe sind die ersten Tiere, die mit uns Menschen mitzogen“, sagt Schlüchter. „Sie sprechen so eine Ursehnsucht in uns an.“

Auch Lämmer gehören zur Herde. Quelle: Peter Geisler

Mit seiner jetzigen großen Herde zieht Schlüchter seit gut fünf Jahren umher. Schlüchter hat sich für Merinos entschieden, die so hochbeinig sind, dass sie längere Märsche gut bewältigen können. In den Wintermonaten brauchen Schlüchters Schafe jeden Tag etwa drei Hektar, die sie abfressen können. Äcker zu finden, die die Tiere abweiden zu können, sei in der Region nicht so schwierig, sagt Schlüchter. Die meisten Agrargenossenschaften seien durchaus bereit, ihre Felder den Schafen zu überlassen. „Man muss nur mit den Leuten reden.“

Schlüchter, der während der Apfelmostsaison auch die Saftpresse in Linum betreut, kennt in der Region jeden Feldweg, jede Böschung. Das gefällt ihm. „Ich muss immer neue Wege finden“, sagt er. „Ich lebe da, wo ich bin.“ Zwar findet auch Schlüchter Temperaturen um minus zehn Grad anstrengend „für Mensch und Tier“. Einen Bürojob wollte der Schweizer jedoch nie. „Ich wollte nie richtig sesshaft werden.“

Wenn seine Schafe im Sommer in Thüringen sind, wird der Lüchfelder nach Sylt gehen und dort eine Bekannte unterstützen, die eine besondere nordische Schafrasse hält. Die Schafe sollen auf der Nordseeinsel eine neu eingewanderte, sich rasch ausbreitende Pflanze kurzhalten, die Umweltschützern Sorge bereitet. Schlüchter wird die Tiere hüten. Eine Premiere. Auf Sylt ist er bislang noch nicht gewesen.

Von Frauke Herweg

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