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Dreetzer angeln auch Erinnerungen

Seniorentreffen des Anglervereins Dreetzer angeln auch Erinnerungen

Einmal im Jahr treffen sich die ältesten Mitglieder des Dreetzer Anglervereins „Aland“ zur geselligen Runde. Da gibt es nicht nur aus der fast 100-jährigen Geschichte zu erzählen, sondern auch immer wieder Neuigkeiten. Der Verein ist nach wie vor äußerst aktiv.

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Das gemeinsame Anangeln und weitere Veranstaltungen des Vereins brachten einst das ganze Dorf auf die Beine. Das Foto entstand 1968.

Quelle: Foto: privat

Dreetz. Erinnerungen sind wie Fische: Manchmal tauchen sie ganz plötzlich auf und manchmal stellt man ihnen vergeblich in den trüben Tiefen der Vergangenheit nach. Wenn sich damit einer auskennt, dann sind das die Angler am Dreetzer See – gerade die alten. Am Mittwoch trafen sie sich wieder: zum Schwatzen, Fachsimpeln und für Erinnerungen.

 Einmal im Jahr treffen sich die ältesten Angler des Anglervereins "Aland" Dreetz – mit dabei Vereinsvorsitzender Helmut Simon (rechts)

Einmal im Jahr treffen sich die ältesten Angler des Anglervereins "Aland" Dreetz – mit dabei Vereinsvorsitzender Helmut Simon (rechts). Das Hobby genießt im Dorf seit der Vereinsgründung 1923 höchstes Ansehen.

Quelle: Alexander Beckmann

„Ich hoffe, dass wir ein paar gemütliche Stunden haben“, begrüßte Vereinsvorsitzender Helmut Simon rund ein Dutzend Frauen und Männer zu der jährlichen geselligen Runde. Und dann ging es gleich um harte Fakten: Seit wann ist Simon denn nun Vereinsvorsitzender? So recht wusste er das selbst nicht mehr. Den größten Teil seines Lebens war er jedenfalls Mitglied im Verein.

So eine Mitgliedschaft gehört in Dreetz offenbar zum guten Ton, und zwar schon seit 1923. Da gründeten Albert Steinberg und Emil Neetzel den Anglerverein „Aland“. Blättert man durch die sorgfältig aufbewahrten alten Fotos, entsteht der Eindruck, dass zeitweise das halbe Dorf geangelt hat. Das Anangeln im Frühjahr oder der Volksangeltag waren regelrechte Großereignisse mit Umzügen samt Blasmusik quer durchs Dorf. Es gab sogar einen Angelkönig und eine Angelkönigin.

Ein klein wenig ruhiger ist es in Dreetz inzwischen geworden. Aber immer noch zählt der Anglerverein rund 100 Mitglieder – manche kommen bis aus Berlin.

Wie aktiv es da zugeht, lässt sich gut am Vereinsgelände am Seeufer ablesen. Seit die Angler Mitte der 80er Jahre ihr altes Domizil an der Mündung des Rhinkanals abgeben mussten, steckten sie jede Menge Arbeit in den Kahnhafen am Nordufer des Sees. Und das tun sie bis heute. Es gibt ein Hafenbecken, gepflegte Rasenflächen und ein schickes kleines Vereinshaus mit Toiletten, Terrasse und Raum für Partys.

„In diesem Jahr haben wir einen Pachtvertrag auf 99 Jahre mit der Gemeinde abgeschlossen“, sagt Helmut Simon zufrieden. Die Eigentumsverhältnisse hatten ihm lange Sorgen bereitet. „Jetzt sind wir ziemlich sicher.“ Bloß die unbefestigte Zufahrt bleibe ein Problem: Radfahrer haben dank des Dreetzer Sandes kaum eine Chance, zum Anglerhafen zu gelangen.

Und natürlich waren früher auch die Fänge spektakulärer – zumindest in der Erinnerung. Seit der See ausgebaggert wurde und nicht mehr so trüb ist, macht sich der Zander rar. Hecht und Weißfisch fangen die Dreetzer aber immer noch – und einmal im Jahr sogar Forellen. Die setzen sie dazu aber extra im abgesperrten Hafenbecken aus. Und Welse soll es im See geben. „Da sind garantiert welche mit zwei Metern drin“, versichert Simon.

 Das Vereinsgelände ist äußert gepflegt

Das Vereinsgelände ist äußert gepflegt. Im Kahnhafen dümpelt ein Boot neben dem anderen.

Quelle: Alexander Beckmann

Viel bekannter sind die Dreetzer Angler für das Angeln ganz ohne Fisch. Das Casting, also der wettkampfmäßige Umgang mit Rute und Wurfblei, hat im Verein jahrzehntelange Tradition. Deutsche Meister und sogar Weltmeister dieser Sportart stammen aus Dreetz. Erst vor zwei Jahren holte sich Tom Moring den Juniorenweltmeistertitel. Der 18-Jährige ist inzwischen selbst Trainer. Immerhin rund 20 Kinder und Jugendliche sind Mitglied im Verein und üben regelmäßig.

Nachwuchssorgen plagen den Anglerverein „Aland“ also nicht – höchstens im Vorstand. So langsam würde sich Helmut Simon nämlich gern ein wenig aus dem aktiven Ehrenamt zurückziehen. „Ich hatte ja schon mal einen Nachfolger“, erzählt er. „Aber der hat nach ein paar Jahren wieder aufgegeben. Da hatte ich das wieder am Hals.“ Vor allem die Kassierung von Beiträgen und Abgaben mache eine Menge Mühe. Schließlich gehe es da um beträchtliche Summen. „Wie sollen wir jemanden finden, der das noch machen will?“, fragt sich der Vereinsvorsitzende.

Lange genug hat er den Job sicherlich schon gemacht: 2001 wurde er erstmals in das Amt gewählt. Das haben seine Angelfreunde inzwischen ermittelt. Wer eine gut geführte Vereinschronik besitzt, muss eben nicht im Trüben fischen.

Von Alexander Beckmann

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