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Ostprignitz-Ruppin Drei Sparkassenfilialen stehen auf der Kippe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Drei Sparkassenfilialen stehen auf der Kippe
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00:17 27.06.2016
Die Geschäftsstelle in Kyritz-West wird zum August in eine Selbstbedienungsfiliale umgewandelt. Quelle: Matthias Anke
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Neuruppin

Es ist unklar, wie lange Einwohner von Breddin, Flecken Zechlin und Freyenstein noch in ihrer Sparkassenfiliale vor Ort von Mitarbeitern der Bank beraten und betreut werden. Denn die drei Filialen rechnen sich nicht. „Unter ökonomischen Aspekten sind die Außenstellen nicht aufrechtzuerhalten“, sagte Sparkassenvorstand Markus Rück am Donnerstagabend beim Kreistag.

Gleichwohl will die Bank ihr Filialnetz vorerst nicht ausdünnen. Vielmehr wartet die Sparkasse ab, was die bereits beschlossenen Veränderungen für Einsparungen bringen. So wurde der Bankautomat in den Ruppiner Kliniken bereits Anfang Juni abgebaut, weil dieser aus Sicht der Sparkasse zu wenig nachgefragt wurde. So hatte es im April lediglich 800 Auszahlungen gegeben.

Milliardengrenze überschritten

Zudem werden ab August die Geschäftsstellen in Alt Ruppin und Kyritz-West in Selbstbedienungsfilialen umgewandelt. Dann müssen die Kunden mit den Automaten für das Geldabheben, dem Drucken von Kontoauszügen und dem Überweisen von Geldaufträgen allein zurechtkommen. Die insgesamt sechs Kundenberater – zwei aus Alt Ruppin, vier aus der Filiale Kyritz-West – wechseln in eine der nächstgelegenen Außenstellen (die MAZ berichtete). Die Sparkasse reagiert mit diesen Änderungen auf die immer schwieriger werdende Lage auf den Finanzmärkten. Zwar hat die Bank das vergangene Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen. Das zeigt sich unter anderem daran, dass die Einlagen der Sparkassenkunden erstmals die Milliardengrenze überschritten haben. „Das ist ein starker Ausdruck von Vertrauen“, betonte Rück. Schließlich sind die Kundeneinlagen um mehr als sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Gleichzeitig hat die Sparkasse jedoch mit der anhaltenden Niedrigzinsphase zu kämpfen. „Wir kennen den Zins nicht mehr. Das ist eine unglaublich skurrile Situation“, so Rück. Bisheriger Höhepunkt dieser Entwicklung ist die Ansage, dass es selbst auf zehnjährige Bundesanleihen kein Geld mehr gibt. Vielmehr verlieren Anleger sogar einen Teil ihres Geldes. Wie sich das auf die Stiftungskultur in Deutschland und in der Region auswirken wird, das vermochte Rück beim Kreistag nicht zu sagen. Der Banker sprach lediglich von einem „unglaublichen Problem“. Hinzu kommt, dass inzwischen selbst die regionalen Sparkassen dieselben Regeln einhalten müssen wie weltweit agierende Kreditinstitute wie die Deutsche Bank. Das sorgt für zusätzlichen Aufwand.

Sparkasse soll an ihre älteren Kunden denken

Trotz der schwierigen Lage müsse die Sparkasse auch an ihre älteren Kunden denken, die Probleme mit den Automaten haben, mahnte die Neuruppiner SPD-Abgeordnete Hannelore Gußmann. Das mache die Bank, versicherte Rück. Deshalb blieben die Filialen in Breddin, Flecken Zechlin und Freyenstein auch erst mal bestehen. In Kyritz-West und Alt Ruppin hat die Bank die Änderungen zudem mit Senioren vor Ort besprochen und die Arbeitsweise der Automaten nochmals erklärt.

Sparkasse fördert Wirtschaft, Kultur und Sport

Mit 1,4 Millionen Euro hat die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin im vergangenen Jahr Wirtschaft, Kultur und Sport in der Region unterstützt. An Gewerbesteuer zahlte das Kreditinstitut zwei Millionen Euro.

Die Sparkasse führt mehr als 54 000 Privatgirokonten. Darunter waren bis Ende Dezember 2015 auch 575 Girokonten von Flüchtlingen. Die meisten dieser Flüchtlingskonten gab es für Syrer (184), Menschen aus Eritrea (43) und Afghanen (40).

15 Geschäftsstellen in zwölf Orten unterhält die Sparkasse derzeit. Hinzu kommen drei Selbstbedienungsstellen ohne Mitarbeiter. Die Zahl der Selbstbedienungsstellen steigt in diesem Jahr auf fünf, weil die Filialen in Alt Ruppin und Kyritz-West ab August ebenfalls auf Selbstbedienung umgestellt werden.

Die Zahl der Mitarbeiter der Sparkasse, aktuell 268, verändert sich dadurch nicht. Die betroffenen Kundenberater arbeiten künftig nur woanders.

Von Andreas Vogel

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