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Drei Tage Chorlager – anstrengend und schön

Sewekow Drei Tage Chorlager – anstrengend und schön

Drei Tage probte der Chor vom Wittstocker Gymnasium im Feriengut in Sewekow. Das hat bereits seit 2001 Tradition. Das Programm ist jedes Mal sehr straff und erfordert Disziplin. Am Ende belohnen sich Chorleiterin Sigrun Stahmleder und ihre Sänger mit einem Konzert in der Dorfkirche und kurzen Nächten am Lagerfeuer.

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54 Sänger drängelten sich im Altarraum der Sewekower Kirche.

Quelle: Christamaria Ruch

Sewekow. Chorlager klingt nach Lagerfeuerromantik, kurzen Nächten und viel Spaß. In der Tat gehört all das zu den Dingen, wenn der Chor vom Städtischen Gymnasium in Wittstock nach Sewekow fährt. Doch davor steht ein straffes Pensum an stundenlangen Proben. Chorleiterin Sigrun Stahmleder kann erst abends mit den Sängern entspannen und die Beine ausstrecken.

Immer drei Tage Chorlager seit 2001

Seit 2001 steuert der Chor jeweils zum Schuljahresende drei Tage das Feriengut in Sewekow an. Das Konzert in der Kirche in Sewekow darf dann nicht fehlen. Jahr für Jahr zeigen die Sänger dort die Früchte der Proben. Doch bei diesem Konzert Dienstagabend herrschte eine selten gelöste Atmosphäre. Von Beginn an legte sich ein unsichtbares Netz an Leichtigkeit über den Auftritt. Draußen trommelte der Regen auf das Kirchendach und brachte zunächst den Einzug der Sänger durcheinander. Auch wenn der Platz im Altarraum nicht reichte, scherten sich die Schüler nicht drum. Die Basssänger drängelten sich sogar auf der Kanzeltreppe. 54 Sänger reihten sich beim einstündigen Konzert ein. Rappelvoll waren auch die Bänke – gut 100 Besucher erlebten einen kurzweiligen Abend. „Es ist immer ein Kommen und Gehen im Chor, da müssen wir ständig neue Besetzungen für Lieder einstudieren“, sagte Sigrun Stahmleder. Jetzt scheiden 14 Abiturienten aus dem Klangkörper aus, im Gegenzug rückten bereits zwölf Siebentklässler nach. Wo andernorts Chöre um den Nachwuchs bangen, kann dieser Chor ein anderes Lied anstimmen. „Aus der Klasse 8a singen bis auf einen Schüler alle im Chor“, verriet Stahmleder dem Publikum. Und: „Das war für diese Klasse nebenbei auch Klassenfahrt.“

Sigrun Stahmleder (r) leitet den Chor

Sigrun Stahmleder (r.) leitet den Chor.

Quelle: Christamaria Ruch

Unter den Besuchern waren viele Eltern und Freunde, aber ebenfalls Stammgäste aus Sewekow und Umgebung. Zum Konzert gehört immer das gemeinsame Singen mit dem Publikum. Und das ließ sich nicht zweimal bitten. Egal, ob „Liebeskummer lohnt sich nicht“, „Kling klang“ oder „Auf uns“ auf dem Programm standen, hallte der Gesang bei jedem Lied durch die Kirche. Sigrun Stahmleder verteilte Blumen an die Eltern: „Dank Ihrer Unterstützung sind so viele hier im Chor.“ Auch die Jungen im Stimmbruch erhielten Rückenwind: „Diese Zeit macht nichts, dann werden sie im Chor einfach überstimmt. Wenn es knarrt, ist das nicht so schlimm.“

Iris Hirschmüller erlebte bei dem Chorlager eine Premiere. Die Geschichtslehrerin sprang kurzfristig für einen erkrankten Lehrer ein. „Ich bin für den organisatorischen Teil zuständig, höre auch bei den Proben zu und bin abends bis zum Schluss dabei“, sagte sie. Ihr Fazit: „Das ist ein straffes Programm, was die Schüler hier leisten.“ Beim Konzert sagte Sigrun Stahmleder locker: „Hirschi, danke.“ Die stundenlangen Proben in den vier Stimmen erfordern zugleich Disziplin. Denn die Chorleiterin kann immer nur mit einer Stimmlage üben. Die anderen Stimmen proben selbstständig. Schüler mit Klavierkenntnissen oder sehr sicherer Stimme geben dort den Ton an.

Die Schüler zeigten beim Einzug in die Kirche ihre Freude für die Musik

Die Schüler zeigten beim Einzug in die Kirche ihre Freude für die Musik.

Quelle: Christamaria Ruch

Gänsehautatmosphäre bahnte sich bereits bei den rhythmisch starken Liedern „Rock my soul“ und „Gospel train“ ihren Raum. Und bei „21 Guns“ hallten fünf Solostimmen durch die Kirche, einige Mädchen erlebten dabei ihre Premiere. „Unser Chor ist noch viel größer, zu den 54 Sängern kommen noch 15, die nicht mitgefahren sind“, verriet Sigrun Stahmleder. Vor allem Siebentklässler verzichteten erfahrungsgemäß auf die Fahrt. Denn der versäumte Schulstoff muss später nachgearbeitet werden. „Ab der achten Klasse sehen die Schüler das aber nicht mehr so eng“, so Stahmleder. Denn neben dem gemeinsamen Üben schweißt so ein Chorlager die Truppe noch enger zusammen.

Von Christamaria Ruch

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