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Drei mal 100 Jahre im Haus Fontane

Wittstock Drei mal 100 Jahre im Haus Fontane

Elika Schulz, Natalie Merten und Hilde Renner sind zusammen 300 Jahre alt. Jede von ihnen vollendete in diesem Jahr die 100. Alle drei leben im KMG- Seniorenheim Haus Fontane in Wittstock – das gab es dort noch nie. Mit dem Elektromobil oder Rollstuhl sind zwei von ihnen noch unterwegs. Die Lebensfreude dieser Frauen wirkt ansteckend.

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Die Lebensfreude dieser Frauen wirkt ansteckend: Christel Westfahl, Leiterin Haus Fontane in Wittstock mit

Quelle: Christamaria Ruch

Wittstock. Elika Schulz steigt auf ihr Elektromobil, legt den Schalter um und schon startet sie im flotten Tempo. Nach ein paar Metern ruft sie: „Wenn ich das Tempo auf Stufe acht stelle, müssen Sie im Trab rennen.“ Elika Schulz feierte am 4. Juli dieses Jahres ihren 100. Geburtstag und startet immer wieder zu einer Runde durch Wittstock. Trübsal blasen ist nicht ihre Sache.

Elika Schulz ist im KMG-Seniorenheim Haus Fontane in Wittstock in guter Gesellschaft. Denn jetzt sind gleich drei Frauen 100 Jahre alt. „Das gab es noch nie“, sagt Heimleiterin Christel Westfahl im MAZ-Gespräch. Natalie Merten feierte am 15. Oktober dieses Jubiläum und Hilde Renner zog am 8. November mit der doppelten Null in der Jahreszahl nach. „Wir haben hier sehr viele alte Bewohner über 85 Jahre“, so Westfahl. 71 Frauen und Männer leben unter dem Dach vom Haus Fontane. „Hier ist alles ebenerdig und gut zu erreichen.“

Elika Schulz startet bei schönem Wetter auf dem Elektromobil durch

Elika Schulz startet bei schönem Wetter auf dem Elektromobil durch. Ihre Tochter Regina Köhler (l.) und Enkelin Silke Köhler-Timm freuen sich darüber.

Quelle: Christamaria Ruch

Jeder sieht Elika Schulz die Lebensfreude an, mit der sie auch im hohen Alter durchs Leben geht. „Ich bin fröhlich, lese gern“, sagt sie. Und: „Natürlich gehöre ich ins Altersregister.“ Die rüstige Seniorin stammt aus Wulfersdorf Dudel und zog 1989 nach Wittstock. „Im Dudel gab es fünf Gehöfte und drei Spitzbuben.“ 1939 heiratete sie ihren Mann Alfred, das Paar gründete eine Familie mit Tochter Regina und Sohn Siegmund. Alfred Schulz starb 1992 im Alter von 82 Jahren. „Ich habe in der Landwirtschaft gearbeitet, früher bei uns auf dem Hof und dann in der LPG im Feldbau“, sagt Elika Schulz. Mit flottem Reifen war sie schon früher unterwegs – mit dem Moped fuhr sie über die Lande. „Bis 1989 ist meine Oma Moped gefahren“, sagt Silke Köhler-Timm. Wenn das Wetter schön ist, steigt Elika Schulz nun vom Rollstuhl auf das Elektromobil. Dabei steuert sie allein vom Haus Fontane bis ins Zentrum von Wittstock. „In der Baustraße wohnt meine Tochter, da besuche ich sie zur warmen Jahreszeit einmal in der Woche“, sagt Elika Schulz. Mit der Technik kommt sie problemlos zurecht, schaltet vom Vorwärts- in den Rückwärtsgang und zurück. Das Spitzentempo liegt bei 15 Kilometer pro Stunde. Beide Hände legt sie ans Lenkrad. „Beim Moped war das so ähnlich, aber da habe ich anders Gas gegeben“, sagt sie und macht dabei am Lenker die typische Handbewegung von oben nach unten. „Ich war schon immer ein kleiner Spaßvogel.“

Für die drei Seniorinnen gab es eine 100-Jahre-Girlande

Ein Rezept für dieses lange und erfüllte Leben hat sie nicht parat. Auch ihre Tochter Regina Köhler schüttelt den Kopf: „Früher hat sie oft gekränkelt und heute staunen wir, was sie als Hundertjährige noch alles so kann.“ Gleichzeitig hofft sie auf weitere Zeit mit ihrer Mutter. Mit Blick auf die bevorstehende kalte Jahreszeit wird Regina Köhler nachdenklich. „Ich hoffe, dass sie das gut übersteht, da kommen bei ihr Winterdepressionen.“ Seit März 2011 wohnt Elika Schulz im Haus Fontane: „Das war meine Entscheidung.“ Der 100. Geburtstag spielte sich im Foyer des Hauses ab. „Immer mehr Besucher kamen und gratulierten“, erinnert sich Heimleiterin Christel Westfahl.

Natalie Merten zog im Oktober 2009 von Goldbeck in das Seniorenheim. Im Sägewerk in Dossow verbrachte sie ihr Berufsleben. Nun wird sie von einer Bekannten betreut, die sie regelmäßig besucht. Natalie Merten sitzt wie Elika Schulz im Rollstuhl. „Frau Merten hat im Oktober in kleiner Runde ihren Geburtstag gefeiert“, sagt Christel Westfahl. Nun ist Hilde Renner die Dritte im Bund der 100-Jährigen. Am Mittwoch feierte sie ihren runden Geburtstag. Sie wohnt seit März 2004 im Seniorenheim und zog damals von Tornow nach Wittstock. Dort wohnt auch ihre Tochter. Hilde Renner war in der Landwirtschaft tätig. „Besonders liebt sie Blumen“, sagt Christel Westfahl. Umso mehr erfreut sie sich an dem gedeckten Tisch mit den vielen Blumensträußen. Das alles kann sie vom Bett aus gut sehen. Auch Hilde Renner verlebte ihren Geburtstag in kleiner Runde. Die Girlande mit dem Schriftzug „Herzlichen Glückwunsch“ sowie die Zahl 100 hängen am Fenster und zeigen jedem Besucher, welch stattliches Alter sie erreicht hat. „Die Girlande hängen wir immer auf“, sagt Christel Westfahl. „Für alle drei Jubilare ist es schön, dieses hohe Alter zu haben. Und: „Die Lebensfreude dieser Frauen wirkt ansteckend.“

Von Christamaria Ruch

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