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Drei rechte Schläger müssen lange in Haft

Wittstock, Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) Drei rechte Schläger müssen lange in Haft

Sie haben am 3. Oktober 2016 in Wittstock einen Kumpel derart misshandelt, dass dieser nicht mehr zu erkennen war. Dafür wurden drei Wittstocker am Dienstag vom Landgericht Neuruppin zu Freiheitsstrafen von fünfeinhalb und je drei Jahren verurteilt. Ein 28-Jähriger wurde in einer Entziehungsanstalt untergebracht.

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Quelle: dpa

Wittstock. Sie haben am Tag der Deutschen Einheit 2016 in Wittstock Dennis B. derart misshandelt, dass dieser nicht mehr zu erkennen war. Dafür wurden die Angeklagten am Dienstag vom Landgericht Neuruppin zu Freiheitsstrafen verurteilt: Steve Sch. (28) zu fünf Jahren und sechs Monaten, Marco S. (36) und Kevin B. (24) zu je drei Jahren.

Zwei der drei Angeklagten haben „ordentliche Trinkerkarrieren“

Für das Gericht stand fest, dass sich die Angeklagten an jenem Feiertag in der Wohnung von Marco S. aufgehalten hatten. Wie so oft sprachen Marco S. und Steve Sch. erheblich dem Alkohol zu. Der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann sprach von einer „ordentlichen Trinkerkarriere“. Für Marco S. sei Alkohol eine Möglichkeit, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen, was ihm ansonsten wegen seiner geringen Intelligenz nicht möglich sei.

Kevin B. sei erst im vergangenen Jahr etwas von der geraden Linie abgekommen, als er keine Arbeit hatte. Jedenfalls saßen die drei mit anderen zusammen, unter anderem mit dem späteren Opfer. „Es hätte alles ganz friedlich ablaufen können“, so Lechtermann. Wenn nicht Steve Sch. einen Anruf bekommen hätte. Dennis B. habe einen seiner Brüder beleidigt. Möglicherweise spielte auch eine „nationale Gesinnung“ eine Rolle. „Jedenfalls brannte bei Steve Sch. eine Sicherung durch“, sagte Lechtermann. Etwas, das nicht neu bei dem Angeklagten ist. Trinkt er übermäßig Alkohol, wird er gewalttätig. Das belegen seine diversen Vorstrafen. Er hatte zur Tatzeit mehr als zwei, Marco S. mehr als drei Promille.

Bei einem Angeklagten brannte die Sicherung durch

Die Situation eskalierte. Die Angeklagten prügelten und traten auf den auf der Couch sitzenden Dennis B. ein, Steve Sch. schlug mit einer Bierflasche zu. Wie schlimm es in der Wohnung zugegangen sein muss, belegt eine Sprachnachricht, die Kevin B. verschickt hatte mit dem Wortlaut: „Ich muss mir erst einmal das Blut abwischen. Wir haben hier nämlich einen Verräter, den werden wir verjacken.“

Kein versuchter Totschlag, sondern eine „üble Körperverletzung“

Für das Gericht stand fest, dass Steve Sch. und Kevin B. den halb bewusstlosen Dennis B. die Treppe herunter schleiften, ihn unter einem Baum ablegten. Dort wurde er weiter von Marco S. und Steve Sch. getreten. Kevin B. verdrückte sich. Es kam zu weiteren Übergriffen, dann ließen die beiden von ihrem Opfer ab. Das Gesicht war „total entstellt“. Zum Glück waren die Verletzungsfolgen gering. Anders als angeklagt ging das Gericht nicht von einem versuchten Totschlag aus. „Es bleibt eine üble Körperverletzung“, so Lechtermann. Gleich drei Merkmale seien verwirklicht worden: Die Bierflasche als Waffe, eine lebensgefährdende Behandlung und eine gemeinschaftliche Tatbegehung.

Bei Marco S., den das Gericht als Mitläufer ansah, ging es von einer verminderten Schuldfähigkeit wegen seiner Alkoholisierung aus. Auch wenn er alkoholabhängig ist, sah das Gericht von seiner Unterbringung ab. Er sei von seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht zu einer Therapie in der Lage.

Therapie als letzter Ausweg, vom Alkohol weg zu kommen

Anders als Steve Sch. Er wisse genau, was passiere, wenn er trinke. Gelernt hat er daraus und aus den bisherigen Verurteilungen nichts. „Das hat ihn bisher nicht interessiert. Es ist immer so weiter gegangen“, so Lechtermann. Die letzte Chance, um noch die Kurve zu bekommen, sei eine Therapie, um vom Alkohol weg zu kommen. Ob er die durchhält, liegt an ihm. Wenn ja, kann er anschließend in die Freiheit entlassen werden. Ansonsten sitzt er seine Strafe im Gefängnis ab.

 

Von Dagmar Simons

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