Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Drei rechte Schläger müssen lange in Haft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Drei rechte Schläger müssen lange in Haft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:23 27.06.2017
Quelle: dpa
Anzeige
Wittstock

Sie haben am Tag der Deutschen Einheit 2016 in Wittstock Dennis B. derart misshandelt, dass dieser nicht mehr zu erkennen war. Dafür wurden die Angeklagten am Dienstag vom Landgericht Neuruppin zu Freiheitsstrafen verurteilt: Steve Sch. (28) zu fünf Jahren und sechs Monaten, Marco S. (36) und Kevin B. (24) zu je drei Jahren.

Zwei der drei Angeklagten haben „ordentliche Trinkerkarrieren“

Für das Gericht stand fest, dass sich die Angeklagten an jenem Feiertag in der Wohnung von Marco S. aufgehalten hatten. Wie so oft sprachen Marco S. und Steve Sch. erheblich dem Alkohol zu. Der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann sprach von einer „ordentlichen Trinkerkarriere“. Für Marco S. sei Alkohol eine Möglichkeit, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen, was ihm ansonsten wegen seiner geringen Intelligenz nicht möglich sei.

Kevin B. sei erst im vergangenen Jahr etwas von der geraden Linie abgekommen, als er keine Arbeit hatte. Jedenfalls saßen die drei mit anderen zusammen, unter anderem mit dem späteren Opfer. „Es hätte alles ganz friedlich ablaufen können“, so Lechtermann. Wenn nicht Steve Sch. einen Anruf bekommen hätte. Dennis B. habe einen seiner Brüder beleidigt. Möglicherweise spielte auch eine „nationale Gesinnung“ eine Rolle. „Jedenfalls brannte bei Steve Sch. eine Sicherung durch“, sagte Lechtermann. Etwas, das nicht neu bei dem Angeklagten ist. Trinkt er übermäßig Alkohol, wird er gewalttätig. Das belegen seine diversen Vorstrafen. Er hatte zur Tatzeit mehr als zwei, Marco S. mehr als drei Promille.

Bei einem Angeklagten brannte die Sicherung durch

Die Situation eskalierte. Die Angeklagten prügelten und traten auf den auf der Couch sitzenden Dennis B. ein, Steve Sch. schlug mit einer Bierflasche zu. Wie schlimm es in der Wohnung zugegangen sein muss, belegt eine Sprachnachricht, die Kevin B. verschickt hatte mit dem Wortlaut: „Ich muss mir erst einmal das Blut abwischen. Wir haben hier nämlich einen Verräter, den werden wir verjacken.“

Kein versuchter Totschlag, sondern eine „üble Körperverletzung“

Für das Gericht stand fest, dass Steve Sch. und Kevin B. den halb bewusstlosen Dennis B. die Treppe herunter schleiften, ihn unter einem Baum ablegten. Dort wurde er weiter von Marco S. und Steve Sch. getreten. Kevin B. verdrückte sich. Es kam zu weiteren Übergriffen, dann ließen die beiden von ihrem Opfer ab. Das Gesicht war „total entstellt“. Zum Glück waren die Verletzungsfolgen gering. Anders als angeklagt ging das Gericht nicht von einem versuchten Totschlag aus. „Es bleibt eine üble Körperverletzung“, so Lechtermann. Gleich drei Merkmale seien verwirklicht worden: Die Bierflasche als Waffe, eine lebensgefährdende Behandlung und eine gemeinschaftliche Tatbegehung.

Bei Marco S., den das Gericht als Mitläufer ansah, ging es von einer verminderten Schuldfähigkeit wegen seiner Alkoholisierung aus. Auch wenn er alkoholabhängig ist, sah das Gericht von seiner Unterbringung ab. Er sei von seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht zu einer Therapie in der Lage.

Therapie als letzter Ausweg, vom Alkohol weg zu kommen

Anders als Steve Sch. Er wisse genau, was passiere, wenn er trinke. Gelernt hat er daraus und aus den bisherigen Verurteilungen nichts. „Das hat ihn bisher nicht interessiert. Es ist immer so weiter gegangen“, so Lechtermann. Die letzte Chance, um noch die Kurve zu bekommen, sei eine Therapie, um vom Alkohol weg zu kommen. Ob er die durchhält, liegt an ihm. Wenn ja, kann er anschließend in die Freiheit entlassen werden. Ansonsten sitzt er seine Strafe im Gefängnis ab.

Von Dagmar Simons

Seit Montag ist das Gebäude der alten Wäscherei an der Kyritzer Bach-Straße Baustelle. Der Anbau soll abgerissen, das Gebäude entkernt werden. Später soll der Klausurflügel saniert und das Haupthaus zur Stadtbibliothek werden.

30.06.2017

Was ist eine Erstwohnung? Oder der Unterschied zwischen „getrennt lebend“ und „geschieden“? Für Flüchtlinge sind das oft böhmische Dörfer. Im Intergrationskurs lernen sie nicht nur die Sprache, sondern auch das deutsche Leben und die Mentalität zu verstehen. Ein Langzeitreport.

30.06.2017

Zum siebenten Mal in Folge holte das Wittstocker Kino Astoria einen der begehrten Kinoprogrammpreise Berlin-Brandenburg. Unter den 16 Brandenburger Lichtspielhäusern rangiert das Astoria in der zweithöchsten Kategorie. Damit ist ein Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro verbunden. Beim Kino sind weitere Barrieren gefallen.

30.06.2017
Anzeige