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3-jährige Lara kämpft gegen ihren Hirntumor

Tapfere Fehrbellinerin bekommt Chemotherapie 3-jährige Lara kämpft gegen ihren Hirntumor

Noch vor einem Jahr hat niemand geahnt, was die kleine Lara aus Fehrbellin durchmachen muss. Ende August haben die Ärzte der Berliner Charité einen Hirntumor bei der heute 3-Jährigen festgestellt. Nach monatelanger Chemotherapie ist die Kleine deutlich geschwächt. Umso faszinierender, wie stark sie gegen den Tumor kämpft - und nichts von ihrer Fröhlichkeit verloren hat.

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Lara ist trotz Chemotherapie ein fröhliches Kind.

Quelle: Peter Geisler

Fehrbellin. Vor kurzem hat Lara mal wieder ihre Kita besucht. Als die Dreijährige ihre Mütze abnahm und ihr kahler Kopf zum Vorschein kam, reagierten einige Kinder erschrocken. „Ich habe einen bösen Stein im Kopf“, erklärte Lara. „Dagegen gibt es zwar eine Zaubermedizin – aber die lässt meine Haare verschwinden.“ Melanie Pawlowicz, Laras Mutter, musste schlucken, als sie hörte, mit welcher Selbstverständlichkeit ihre Tochter von ihrer Krankheit sprach.

Zu früh für Prognosen zu Heilungschancen

Ende August vergangenen Jahres hatten die Ärzte der Berliner Charité bei Lara einen Hirntumor entdeckt. Ziemlich schnell war klar, dass sie den Tumor nicht wegoperieren können. Mit einer Chemotherapie versuchen sie, dem kleinen Mädchen aus Fehrbellin zu helfen. Im besten Fall lässt sich der Tumor deutlich verkleinern, vielleicht sogar gänzlich austrocknen. Noch wagt kein Arzt eine Prognose zu den Heilungschancen. Als der Tumor jedoch vor einigen Wochen vermessen wurde, stellte sich heraus, dass er inzwischen deutlich geschrumpft ist. „Auf die Größe einer Murmel“, sagt Melanie Pawlowicz.

Die 27-Jährige hat wieder Hoffnung geschöpft. „Wir wissen jetzt, dass die Chemotherapie anschlägt“, sagt sie. „Uns geht es besser.“ Noch vor einigen Wochen hatte Lara in der Chemotherapie ein anderes Mittel bekommen. Die Nebenwirkungen waren quälend – Lara war schlapp, hatte Schmerzen, litt an Fußkrämpfen. Inzwischen bekommt sie ein Mittel, das sie deutlich besser verträgt. Die Dreijährige ist wieder lebhaft und fröhlich. Mit bunter Kreide hat sie die Straße vor ihrem Haus bemalt. „Hätte Lara Haare auf dem Kopf, würde man denken, sie sei gesund“, sagt ihre Mutter.

Chemotherapie bis Ende Oktober

Melanie Pawlowicz hatte gehofft, die Chemotherapie könne im Frühjahr beendet sein. Doch das stellte sich als ein Missverständnis heraus. Inzwischen weiß sie, dass die Chemotherapie voraussichtlich noch bis Ende Oktober dauern wird. Im November wollen die Ärzte den Tumor noch einmal vermessen.

Melanie Pawlowicz versucht, den Gedanken an diese Untersuchung möglichst zu verdrängen. Bloß nicht in eine von diesen vielen Gedankenspiralen kommen. „Dieses ganze Was-wäre-wenn“, sagt sie. „Man wird verrückt, wenn man nur grübelt.“

Vor einigen Wochen drückte die Sorge um ihre Tochter Melanie Pawlowicz so sehr auf die Seele, dass sie sich Hilfe holte. Inzwischen fühlt sie sich stabiler. „Man muss geradeaus denken“, sagt sie. Wie sie die ganzen schlimmen ersten Wochen nach der Diagnose ausgehalten hat, weiß sie heute nicht mehr. Sie versucht, mit der Krebserkrankung ihrer Tochter inzwischen so selbstverständlich wie möglich umzugehen.

Tumor ist Phase in Laras Leben

In einem Neuruppiner Fotostudio hat sie eine Bilderserie mit der Dreijährigen machen lassen. Auf den Fotos ist eine lachende Lara zu sehen, die mit einem Reifen spielt. Ein Band mit einer Blume ziert ihren kahlen Kopf. Weil die Fotos so schön geworden sind, hängen sie im Wohnzimmer der Pawlowiczs. Der Tumor, sagt Melanie Pawlowicz, „ist eben auch eine Phase in Laras Leben“.

Melanie Pawlowicz ist beeindruckt, wie tapfer Lara die vielen Krankenhausbesuche wegsteckt. Im Februar waren Laras Blutwerte durch die Chemotherapie so schlecht geworden, dass Laras Leben in Gefahr war. Die Dreijährige überraschte selbst da erfahrene Ärzte mit ihrer Energie. „Man hat ihr gar nicht angesehen, wie schlecht es ihr eigentlich ging.“

Laras Fröhlichkeit hilft Melanie Pawlowicz auch durch den Alltag. Als Lara unbedingt wieder Fahrrad fahren wollte, haben ihr ihre Eltern ein neues Rad gekauft. Mit ihm fährt sie auf der Straße vor ihrem Haus rum. Meist schafft Lara nur einige Hausnummern. Dann fühlt sie sich zu schlapp zum Weiterfahren. Melanie Pawlowicz lässt ihre Tochter dennoch Rad fahren. Sie soll so normal wie möglich aufwachsen.

Lara soll trotz Chemo Reittherapie machen

Bis zu der Tumor-Diagnose war Lara in die Kita gegangen. Weil die Chemotherapie auf das Immunsystem drückt, wäre ein Kitabesuch jetzt zu gefährlich. „Die Kita, die Kinder fehlen Lara ganz doll“, sagt Melanie Pawlowicz. So oft es geht, versucht sie, Lara mit einem Nachbarsjungen spielen zu lassen. Melanie Pawlowicz hofft, dass Lara trotz Chemo eine Reittherapie machen kann. Sich geborgen fühlen auf einem Pferd – „das tut der Seele gut“, glaubt die 27-Jährige.

Seit Lara krank ist, arbeitet die Erzieherin nicht mehr. Im kommenden Jahr, so hofft sie, wird sie zu ihren alten Kollegen zurückkehren und Lara wieder in die Kita gehen können. Der Nachbarsjunge, der mit Lara früher in die gleiche Kita ging, hat dafür gekämpft, dass Lara ihr Fach in der Kita neben seinem behält. „Als ich das gehört habe“, sagt Melanie Pawlowicz, „sind mir fast die Tränen gekommen“.

Von Frauke Herweg

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