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Ostprignitz-Ruppin Einzigartiges Museum begeht drei Jahrestage
Lokales Ostprignitz-Ruppin Einzigartiges Museum begeht drei Jahrestage
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12:58 11.03.2018
Antje Zeiger mit einer nachgebildeten Pestmaske in der Ausstellungsebene 3 „Lebensfreude und Lebensnot.“ Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

„2018 wird ein Gedenkjahr, da gibt es keinen Anlass zum Jubeln“, sagt Antje Zeiger. Die Leiterin der Kreismuseen Alte Bischofsburg in Wittstock blickt dem 400. Jahrestag des Beginns des Dreißigjährigen Krieges entgegen. Der Autor Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen widmete sich vor 350 Jahren mit Humor, Jammer und Satire dem abenteuerlichen Wanderleben des Simplicius Simplicissimus zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges.

Damit nicht genug: In diesem Jahr besteht das Museum des Dreißigjährigen Krieges seit 20 Jahren.

Veranstaltungen zum Dreißigjährigen Krieg

Von März bis November werden in fast jedem Monat Veranstaltungen unterschiedlicher Formate an die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) erinnern. Musikalische Aufführungen, Lesungen bis hin zu wissenschaftlichen Tagungen und Veranstaltungen nähern sich auf unterschiedliche Weise diesem Ereignis.

„Es ist für uns eine Herausforderung, eine Kriegssituation, die nicht für den kulturellen Bereich vorbestimmt ist, mit Musik, Literatur und Kunst würdig zu begehen“, sagt Antje Zeiger.

Einzigartiges Museum in Deutschland

Seit 1998 trumpft das Museum mit einem bundesweit einmaligen Themenkomplex auf: Der 32 Meter hohe Turm der Alten Bischofsburg beherbergt seitdem das erste und einzige Museum in Deutschland zum Dreißigjährigen Krieg.

Auf sieben Ausstellungsebenen kann der Besucher vor allem in das Alltagsgeschehen des damaligen Krieges eintauchen. Die Schlacht am Scharfenberg vor den Toren Wittstocks am 24. September 1636 zählt zu den blutigsten dieses Krieges.

Das Museum hält auch Rüstungen als Originalfunde für die Besucher bereit. Quelle: Christamaria Ruch

Die Schlacht bei Wittstock ging als Medienereignis des 17. Jahrhunderts in die europäische Geschichte ein; der Dreißigjährige Krieg sorgte für ein wachsendes Interesse an Nachrichten. Eine Reihe von Druckschriften in unterschiedlichen Sprachen belegt dies.

Der Auftakt des Gedenkjahres erfolgt am Sonnabend, 17. März, um 16 Uhr. Bei Aequinox handelt es sich um ein Wandelkonzert an sieben Orten in der alten Bischofsburg sowie in der Marienkirche. Dort befindet sich die letzte Ruhestätte von sieben Offizieren aus dem Dreißigjährigen Krieg. In dem Gotteshaus singen Mitglieder des schwedischen Ensembles Vokalharmonin und werden von der Lautten Compagney begleitet. Sowohl geistliche Vokalmusik als auch Folklore aus Schweden erklingt dann.

Schauspieler Winfried Glatzeder liest

In den einzelnen Ebenen des Museums des Dreißigjährigen Krieges entsteht ein Bild der Künste in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Europa. Der Schauspieler Winfried Glatzeder liest aus dem neuen Buch „Tyll“ von Daniel Kehlmann. Christian Filips stellt Passagen aus dem „Simplicissimus“ von Grimmelshausen vor.

Am Donnerstag, 12. April, hält Bettina Jungklaus im Museum einen Vortrag über Bestattungen im 17. Jahrhundert. Am 16. Mai folgt Roland Sennewald. Sein Vortrag beleuchtet die Rolle der sächsischen Armee in Wittstock. Am 28. Juni führen die Wittstocker Kantorei sowie Akteure der Kreismusikschule ein Konzert zur Musik des 17. Jahrhunderts in der Marienkirche auf.

Künstler aus Kopenhagen und Oslo

Künstler aus Kopenhagen und Oslo tragen am 30. August Texte und Musik zum Thema „Eile mich Gott zu erretten“ vor. Eine wissenschaftliche Tagung „Halb Europa in Brandenburg – Der Dreißigjährige Krieg und die Folgen“ wird am 7. und 8. September gemeinsam vom Museum, der Universität Potsdam sowie dem Museumsverband Brandenburg vorbereitet.

Der Turm der Alten Bischofsburg beherbergt das Museum zum 30-jährigen Krieg. Quelle: Christamaria Ruch

Ebenfalls am 7. September wird „Der abenteuerliche Simplicissimus“ als szenische Lesung auf dem Burghof aufgeführt. „Ein ernstes Thema wird unterhaltsam inszeniert“, sagt Antje Zeiger.

Professor Matthias Asche, Institutsleiter der Früh- und Neuzeit an der Universität Potsdam, beleuchtet am 14. November im Vortrag „Neusiedler im verheerten Land – von den Folgen des Dreißigjährigen Krieges“ die Zeit nach 1648.

Kulturland Brandenburg steht in diesem Jahr unter dem Thema „Wir erben. Europa in Brandenburg – Brandenburg in Europa.“ Innerhalb dieser Kampagne werden Veranstaltungen in den Kreismuseen Alte Bischofsburg finanziell unterstützt.

Von Christamaria Ruch

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