Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Drogendealer kam mit Bewährungsstrafe davon

Neuruppin Drogendealer kam mit Bewährungsstrafe davon

Ein 27-Jähriger hatte zwischen Januar 2013 und August 2015 in Wittstock und Lindow mit Marihuana und Amphetaminen gehandelt, seine gleichaltrige Freundin hatte den Stoff zu zwei Abnehmern transportiert und das Geld kassiert. Nun wurden beide vom Landgericht Neuruppin verurteilt: Er zu einer Bewährungs-, sie zu einer Geldstrafe.

Voriger Artikel
Langer Weg zum Weihnachtsbaum
Nächster Artikel
Umgehung frühestens in zehn Jahren



Quelle: dpa

Neuruppin. Es stimmt alles, was in der Anklage steht, räumte Sebastian A. ein. Demnach hat der 27-Jährige zwischen Januar 2013 und August 2015 In Wittstock und Lindow Marihuana und Amphetamine gekauft und verkauft. Insgesamt ging es um etwa zehn Kilogramm Marihuana und 800 Gramm Amphetamine. Seine gleichaltrige Freundin Stefanie N. übernahm 40 Mal Kurierdienste.

Glimpfliche Strafen für Drogenpärchen

Am Mittwoch verurteilte die erste große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin das Pärchen: Ihn zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, sie zu einer Geldstrafe von insgesamt 2400 Euro. Wie es zu den Straftaten kam, schilderte Sebastian A. freimütig. Geld spielte für ihn zunächst keine Rolle, seine Verwandtschaft steckte ihm immer das nötige Kleingeld zu – bis sie merkte, dass er das Geld für Drogen ausgab. Der Geldfluss versiegte. „Ich habe nicht zu schätzen gelernt, dass man etwas für sein Geld tun muss.“ So erschloss er sich andere Quellen, illegale. Seinen Angaben zufolge hat er bei seinen Verkäufen allerdings nicht mehr als einen Euro Gewinn pro Gramm gemacht.

Statt der erhofften Drogen 2000 Euro in kleinen Scheinen gefunden

Im April 2015 wurde der Angeklagte in der Nähe von Löwenberg von der Polizei gestoppt, die ihn bei einer Fahrt von Berlin observiert hatte und auf einen Drogenfund hoffte. „Zu unserer großen Überraschung“, so der Beamte gestern, entdeckten sie keine Betäubungsmittel, dafür aber 2000 Euro in kleinen Scheinen. Obwohl die Ermittlungen gegen den Angeklagten bereits liefen und ein Haftbefehl über ihm schwebte, soll er weiter mit Drogen gehandelt haben. Das hatte Sebastian A. bisher bestritten. Am Mittwoch gab er zu, dass er noch zwei Geschäfte getätigt hätte, weil er ansonsten Ärger von seinem Lieferanten befürchtete.

Seine Freundin und Mutter des gemeinsamen Kindes stieg mit in das Geschäft ein, weil sie sich, wie sie sagte, mal was leisten wollte, einen Friseurbesuch, ein Paar Schuhe, mal einen neuen Pullover.

Ihre Geständnisse kamen beiden Angeklagten zugute. Sebastian A. profitierte von der langen Verfahrensdauer, die er nicht zu verantworten hat. Wäre 2015 bereits verhandelt worden, wäre der Angeklagte ums Gefängnis wohl nicht herum gekommen. „Die erste Tat ist fünf Jahre her. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen“, sagte Verteidiger Uwe Meyer.

Angeklagter hat sich „Wohltaten verdient“

Der Angeklagte habe sich, wie es Staatsanwalt Torsten Sauermann ausdrückte, „Wohltaten verdient“, in dem er Aufklärungshilfe geleistet hat. Sebastian A. hatte sich dahingehend geäußert, dass in Berlin die Verbrecher seien. „Ein Verbrecher, der sind Sie auch“, hielt Sauermann ihm vor. Er habe der Abhängigkeit anderer Vorschub geleistet.

Eigentlich sieht der Gesetzgeber in solchen Fällen keine Bewährung vor, sagte Richter Udo Lechtermann. Im vorliegenden Fall kämen aber mehrere „glückliche Umstände“ zusammen. „Sie haben die Kurve gekriegt, haben alles eingeräumt und andere, die ihre schmutzigen Finger in den Geschäften hatten, offenbart.“ Der Angeklagte nimmt keine Drogen mehr, hat Familie und eine feste Arbeit.

Das Gericht ging davon aus, dass es sich bei Stefanie N. um „einen einmaligen Ausrutscher“ handelte. Auch sie geht inzwischen einer geregelten Arbeit nach.

Von Dagmar Simons

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg