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Drogenfund am Morgen

Neuruppin Drogenfund am Morgen

Am Morgen des 29. November 2016 riss die Polizei einen 26-jährigen Neuruppiner aus dem Schlaf. Die Beamten stellten Cannabis, Amphetamine, Ecstasy-Tabletten, Bargeld, vier Butterfly- und zwei Springmesser sicher. Seit Dienstag muss er sich vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Der Angeklagte war umfassend geständig. Er wollte die Drogen verkaufen.

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Quelle: dpa

Neuruppin. Schreck in der Morgenstunde: Am frühen Morgen des 29. November 2016 wurde Chris S. aus dem Schlaf gerissen. Vor seiner Wohnungstür stand die Polizei mit einem Durchsuchungsbeschluss. Die Beamten wurden fündig. Etwa 700 Gramm Cannabis, 190 Ecstasy-Tabletten, 170 Gramm Amphetamine, etwas Marihuana und eine Tabak-Marihuana-Mischung entdeckten sie in der Ein-Raum-Wohnung, außerdem noch vier Butterfly- und zwei Springmesser.

Von der Polizei geweckt

Wegen Drogenhandels und Verstoßes gegen das Waffengesetz muss sich der 26-jährige Neuruppiner seit Dienstag vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Er wurde am 29. November festgenommen und sitzt seitdem ununterbrochen in Untersuchungshaft.

Vor Gericht packte der arbeitslose junge Mann aus und gestand umfänglich. Dass in seiner 32 Quadratmeter großen Wohnung Betäubungsmittel waren, konnte er schlecht leugnen. Immerhin hatte die Polizei die Drogen gefunden. Chris S. hatte sich während der Durchsuchung kooperativ verhalten, seinen Hund weggesperrt und den Beamten gezeigt, wo die Messer lagen. Die waren teilweise noch originalverpackt. Er habe die Messer übers Darknet bezogen, so Chris S. Ein Butterflymesser hatte er im Gebrauch, statt eines Teppichmessers. „Damit habe ich an meinem Motorrad rumgeschraubt“, sagte er. Die anderen wollte er verkaufen.

Drogen, Geld und Schniefröhrchen bei Durchsuchung gefunden

Neben Drogen, die teilweise in einem i-Pad-Karton lagen, entdeckten die Beamten unter anderem 450 Euro Bargeld, Feinwaagen, ein Schnief-Röhrchen und eine Bankkarte mit Spuren von Betäubungsmitteln.

„Was wollten Sie mit den Drogen?“, fragte ihn die Richterin. „Na ja, verkaufen“, kam es trocken zurück. Ob es allerdings zu solchen Geschäften bereits gekommen war, dazu wollte der Angeklagte nichts sagen. Die Drogen hatte er nach eigenen Angaben auf Kommission gekauft, einen Monat bis zwei Wochen vor seiner Verhaftung. Darunter waren sieben Platten Haschisch zu je 100 Gramm. Dafür will er pro Gramm zwischen 2,20 und 2,50 Euro bezahlt haben. Verkaufen wollte er den Stoff für 4 bis 5 Euro. Eine Platte war bereits angebrochen. Die hat er selbst konsumiert, wie er sagte. Bei den Amphetaminen und dem Ecstasy rechnete er mit einem Gewinn von 2 Euro je Gramm.

Gutachter soll Schuldfähigkeit klären

Er sagte, wenn er die Hälfte der Cannabis-Platten verkauft hätte, hätte er den Rest für sich selbst behalten. Dem war aber offensichtlich nicht so. Er gab an, damals Cannabis geraucht, Amphetamine und ab und zu auch Kokain gezogen , außerdem Ecstasy konsumiert zu haben. Der Angeklagte lebte zuletzt von Hartz IV, Gewinnen aus Spielautomaten und Zuwendungen seines Vaters. Zur Frage einer Drogenabhängigkeit und damit einer möglichen verminderten Schuldfähigkeit soll ein psychia­trischer Sachverständiger am kommenden Verhandlungstag, 6. Juni, gehört werden. Davor steht noch eine Berufungsverhandlung in anderer Sache an. Das Urteil wäre wohl bei einer möglichen Verurteilung in vorliegender Sache einzubeziehen.

Von Dagmar Simons

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