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Ostprignitz-Ruppin Drogensucht bringt Neuruppiner ins Gefängnis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Drogensucht bringt Neuruppiner ins Gefängnis
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02:16 24.07.2015
Das Urteil ist gesprochen. Quelle: dpa
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Neuruppin

Niels M. war schon erfinderisch, um an Geld zu kommen, das er für Drogen und Alkohol brauchte. Seine Art der Finanzbeschaffung brachte den 31-Jährigen am Dienstag mal wieder vor das Neuruppiner Amtsgericht. Wegen räuberischen Diebstahls, Körperverletzung, dreifachen Diebstahls und unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln wurde der gebürtige Kyritzer zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Damit entsprach das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Er will sich ändern, schafft es aber nicht

„Es ist ein trauriges Schicksal, aber es liegt an ihm, etwas daran zu ändern“, sagte Staatsanwältin Silvia Quass. Dazu fehle ihm zurzeit die Kraft. „Ich möchte es, kann es aber im Moment nicht“, sagte Niels M. Seit seinem 17. Lebensjahr nimmt er Drogen und trinkt Alkohol. Vor anderthalb Jahren hat er sich einer monatelangen Therapie unterzogen, die im Dezember 2013 abgeschlossen war. Bereits zwei Monate später hatte er einen ersten Rückfall. Ganz aus war es dann im April, als sein Bruder starb. Seitdem ist er wieder voll auf Drogen – und um sie sich zu kaufen, brauchte er Geld.

Am 5. Oktober vergangenen Jahres stahl er aus dem Aufenthaltsraum der Angestellten des Bekleidungsladens Kik in Neuruppin aus der Tasche einer Mitarbeiterin die Geldbörse. Wie viel Geld darin war, wusste er gestern nicht mehr. Zwei Tage später wiederholte sich das Ganze bei Ernstings Family an der Karl-Marx-Straße. Als er das Geschäft verlassen wollte, hielt ihn eine Verkäuferin fest. Er schaffte es, sich loszureißen. Dabei habe er die Frau wohl geschubst, räumte der Angeklagte ein. Sie fiel rückwärts auf einen Kleiderständer und wurde verletzt. Vor der Tür wartete bereits M.s Dealer, der die erbeuteten 50 Euro sogleich in Empfang nahm.

Einen Tag später wurden bei einer Wohnungsdurchsuchung bei Niels M. in einer Küchenschublade knapp sechs Gramm Cannabis entdeckt. Das waren nur Stiele, die seiner Meinung nach keinen Wirkstoff enthielten, sagte M. vor Gericht. Bei einem Drogentest schlugen die Stiele allerdings auf THC an. Und, wie Richter Gerhard Pries bemerkte: „Wer die Stiele hat, hat auch die Blüten gehabt.“

In seinem Therapiezentrum stahl er einen Monitor

Im Februar 2014 stahl der Angeklagte aus den Räumen des Adaptionshauses des Vereins Tannenhof einen Monitor, den er verhökerte. In jenem Haus hatte Niels M. nach seiner Therapie selbst vier Monate gelebt. „Es ist schon dreist, dort, wo mir geholfen wurde, etwas zu stehlen“, sagte Staatsanwältin Quass.

Damit nicht genug. Es lagen bereits mehrere Anklagen auf dem Tisch, als Niels M. im März dieses Jahres bei Kaufland sieben Flaschen Whiskey im Gesamtwert von 171 Euro mitgehen ließ. Und das, obwohl der mehrfach vorbestrafte Angeklagte noch unter Bewährung stand. Das Gericht hielt ihm zugute, dass er ein umfassendes, nichts beschönigendes Geständnis abgelegt hat. Aber er wolle gar nicht zielgerichtet aus seiner Misere heraus kommen, hielt ihm Richter Pries vor. „Sie haben noch den Großteil Ihres Lebens vor sich. Sie sollten sich gut überlegen, wie sie es gestalten wollen.“ Im Gefängnis hat Niels M. nun Zeit, sich darüber Gedanken zu machen.

Von Dagmar Simons

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