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Ostprignitz-Ruppin Durchwachsene Camping-Saison
Lokales Ostprignitz-Ruppin Durchwachsene Camping-Saison
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00:19 16.10.2017
Lola Dannehl sorgt nun nach Saisonabschluss auf dem von ihr betriebenen Campingplatz am Königsberger See für Ordnung. Quelle: André Reichel
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Bantikow/Königsberg

Mit einem Paukenschlag beendete Sturmtief „Xavier“ am 5. Oktober auf dem Bantikower Campingplatz am Untersee die diesjährige Saison, die eigentlich erst am Sonntag planmäßig zu Ende gehen sollte. Mehr als ein Dutzend Bäume stürzten innerhalb weniger Minuten um und verfehlten dabei die umherstehenden Wohnwagen meist nur um Haaresbreite. Die noch anwesenden Camper wurden sicherheitshalber vorab nach Hause geschickt. „Es grenzt fast an ein Wunder, dass kaum Sachschäden entstanden sind“, sagt die Betreiberin des Bantikower Campingplatzes, Renate Siemer.

Renate Siemer macht klar Schiff. Quelle: André Reichel

Während einige Camper ihre Wohnwagen nun winterfest machen und die letzten Bäume auf dem Platz mit laut knatternden Motorsägen in handliche Portionen geschnitten werden, fegt Renate Siemer eine dicke Schicht vom Sturm abgerissener Tannennadeln von der Terrasse an der Rezeption. Ihr Blick auf die gerade erst vergangene Saison ist auch alles andere als ungetrübt. „Der verregnete Sommer bescherte uns eine derart schlechte Saison, wie seit 20 Jahren nicht und die finanziellen Auswirkungen für uns sind auch entsprechend“, berichtet Renate Siemer.

Schon zur Eröffnung des Bantikower Platzes am 1. April waren nach Auskunft der Betreiberin die Vorzeichen nicht gut. „Es war lange kalt und der Mai verregnet“, so Renate Siemer. Da auch in den folgenden Monaten das Wetter oft nicht so gut war, blieben viele Tagestouristen aus und auch von den Dauercampern ließen sich vor allem die Familien mit Kindern seltener sehen. Renate Siemer blickt aber optimistisch nach vorn und hofft für nächstes Jahr auf besseres Wetter.

Ganz vom Sturm verschont geblieben ist auch der Campingplatz am Königsberger See nicht. Die Betreiberin des Platzes, Lola Dannehl, war allein vor Ort, als der Sturm am Donnerstag vergangener Woche tobte. „Wir hatten echt Glück, denn hier brach nur ein Ast ab, der aber keine Schäden anrichtete“, berichtete Lola Dannehl. Auf ihrem Platz war die Saison planmäßig schon am 1. Oktober zu Ende gegangen.

Verwaist sind nun die Wohnwagen auf dem Campingplatz in Königsberg. Quelle: André Reichel

Obwohl das Wetter in Königsberg diesen Sommer gewiss nicht besser als in Bantikow war, fällt Lola Dannehls Rückblick überraschend positiv aus. „Es kamen zwar weniger Tagescamper, aber dafür lief es an anderer Stelle ziemlich gut“, erzählt die Campingplatzbetreiberin freudig. Als einen Grund für ihren Optimismus führt sie die stetig steigende Zahl von Radtouristen an, die den Dosse-Rundweg entlang fahren und bei ihr einen „Boxenstopp“ einlegen. Auch viele Leute aus den umliegenden Dörfern steigen gern aufs Fahrrad und genießen vom Campingplatz aus die schöne Aussicht auf den Königsberger See bei Kaffee und den von Lola Dannehl täglich frisch selbst gebackenen Kuchen. „Auch unsere Dauercamper waren meist alle auf dem Platz und trotzten gemeinsam dem schlechten Wetter“, so Lola Dannehl.

Durchreisende auf dem Weg von und nach Skandinavien

Die Campingplatzchefin berichtet zudem, dass immer mehr Durchreisende auf dem Weg von und nach Skandinavien auf ihrem Platz eine ein- bis zweitägige Pause einlegen. „Auch dahingehend haben wir anscheinend eine günstige Lage. Die Autobahnabfahrt ist nur ein paar Kilometer entfernt und hier bei uns am See ist es schön ruhig“, so Lola Dannehl, die zur Zeit alle Hände voll mit Laubharken zu tun hat.

Im November macht die Campingplatzbetreiberin erst einmal Urlaub. „Das habe ich mir auch verdient, denn in der Zeit von April bis September habe ich so gut wie keine freie Minute“, sagt Lola Dannehl. Ab Januar aber wird sie wieder jeden Sonntag Kuchen backen, zum Campingplatz fahren und dort den Kamin anheizen. Auch für dieses Angebot begeistern sich immer mehr Leute, berichtet Lola Dannehl, die ab April die nächste Saison offiziell startet.

Von André Reichel

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