Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Dusche statt Wanne bei der Rewoge
Lokales Ostprignitz-Ruppin Dusche statt Wanne bei der Rewoge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:31 17.03.2018
Mieterin Ingrid Gennutt freut sich über ihr modernes Bad mit behindertengerechter Dusche, in die sie leicht reinkommt und in der sie viel Bewegungsfreiheit hat. Quelle: Peter Geisler
Anzeige
Rheinsberg

Seit drei Jahren wohnt Ingrid Gennutt in ihrer Erdgeschosswohnung in der Stadion-Siedlung von Rheinsberg. Nachdem ihr Mann gestorben war, hatte sie eine kleinere und barrierefreie Wohnung gesucht. Die heute fast 70-Jährige leidet unter Osteoporose und ist schlecht zu Fuß. Sie fragte bei ihrem Vermieter, der Rheinsberger Wohnungsgesellschaft Rewoge, an und hatte Glück. In den Stadthäusern in der Toftlund Straße, die Anfang der 1990er Jahre gebaut wurden, war eine Zwei-Raum-Wohnung frei.

Wermutstropfen Badewanne

Hell, ebenerdig, nette Nachbarschaft, alles passte. Einen Wermutstropfen gab es aber: Im Bad sei nur eine Wanne gewesen, erzählt Ingrid Gennutt: „Ich habe sie erst mal drin gelassen. Doch ich kam schlecht in die Wanne. Meine Beine haben mir große Probleme gemacht. Also habe ich nach einiger Zeit bei der Hausverwaltung angefragt, ob sie eine Dusche einbauen könnten.“ Konnte die Rewoge und übernahm auch die komplette Abwicklung dafür. Rentnerin Gennutt musste lediglich entscheiden, welche Dusche und Fliesen sie gerne hätte.

Mit Umbauarbeiten solcher Art hat die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft Erfahrung, sagt Geschäftsführer Stephan Greiner-Petter zu: „Der behinderten- und altersgerechte Umbau einer Mietwohnung gehört bei uns zum Mieterservice.“

Schriftliche Erlaubnis gegeben

Angefangen hätte alles, als eine betagte Dame vor über zwei Jahren vor ihm gesessen und ihm ihr Leid geklagt hätte: „Sie werde immer älter, meinte sie und eine Dusche anstatt einer Wanne im Bad wäre für sie einfacher.“ Aus Berlin, wo Greiner-Petter zuvor lebte, kannte er solcherlei Anfragen, in Rheinsberg waren sie neu für Hausverwaltungen. „Im Gespräch merkte ich, dass die Dame gar nicht wusste, welche Ansprüche sie aufgrund ihrer Pflegestufe bei der Krankenkasse hatte, und was ihr zusteht“, so der Rewoge-Chef.

In Ruhe erklärte er ihr alles, auch welche Anträge sie für ein neues Bad ausfüllen musste. Das überforderte sie. Stephan Greiner-Petter wollte ihr helfen und schlug vor, dass die Rewoge den Umbau betreute. Und so erteilte die Mieterin schriftlich ihre Erlaubnis dafür. „Ich setzte mich mit der Krankenkasse in Verbindung“, sagt Greiner-Petter, „holte drei benötigte Angebote von Handwerksfirmen ein, mit denen wir übrigens heute noch arbeiten. Nach der Zusage der Kasse bauten wir das Bad der Dame um.“

Beinahe wöchentlich Anfragen

Rund 40 Mal hat die Rewoge in den letzten zweieinhalb Jahren Umbauten in Wohnungen ausgeführt. Der „stille Mieterservice“, wie Greiner-Petter ihn nennt, hat sich eingespielt und herumgesprochen. Neben alters- und behindertengerechten Bädern werden auch Treppenlifte in obere Stockwerke angefragt oder Handläufe im Flur. „Ein Anruf vom Mieter bei uns im Büro genügt, und wir wickeln alles ab, von der Hilfsmittelberatung über Antragstellung mit Angabe der Pflegestufe bei der Krankenkasse bis zum Abrechnungsverfahren.“

Beinahe jede Woche erhält die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft Anfragen zu altersgerechtem Wohnen und überlegt zusammen mit den Mietern, wie sie das Problem lösen. Rewoge-Bewirtschafterin Susanne Westphal begleitet die Handwerksarbeiten im Anschluss. Als Bauingenieurin ist sie vom Fach.

Geschäftsführer Greiner-Petter findet, ihr Service sei eine Standarddienstleistung, mit der auf die Mieterschaft reagiert werden würde: „Diese kommt zunehmend mehr ins Alter. Immerhin leben viele ehemalige Angestellte des ersten deutschen Kernkraftwerks bei uns. Wir möchten, dass unsere Mieter so lange wie möglich bei uns wohnen können.“

Keinen Papierkram gehabt

Die Krankenkassen-Zuschüsse, die es bei Pflegestufen gibt, deckten meist die anfallenden Kosten für die Umbauten, weiß Stephan Greiner-Petter: „Wenn dem mal nicht so ist, zahlt der Mieter einen geringen Anteil zur Miete.“ Wie im Fall von Ingrid Gennutt.

Für ihre behindertengerechte Dusche mit Türen ist die Rentnerin überaus dankbar. Zudem ist sie heute noch froh darüber, dass sie nichts mit dem Papierkram zu tun gehabt hatte. Der Umbau wäre verhältnismäßig schnell gegangen, erzählt sie und auch ihre Wünsche wurden umgesetzt: „Ich wollte eine größere Dusche, damit ich viel Bewegungsfreiheit habe.“ Hat sie, und nun keine Probleme mehr reinzukommen. Der Einstieg ist ebenerdig. Und für einen Hocker ist unter der Dusche auch Platz.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

Die Stadt Fehrbellin will ihre seit 1992 geltende Gestaltungssatzung streichen. Das würde mehr Freiheiten für Bauherren bedeuten – es birgt aber auch die Gefahr, dass das Stadtbild sich deutlich verändern könnte.

17.03.2018

Die Rheinsberger Preussenquelle ist jetzt als eines von fünf Betrieben bundesweit mit einem Umweltpreis des Bundesumweltministeriums ausgezeichnet worden. Das Unternehmen freut sich über die Ehrung, die Anstrengungen belohnt, die nicht selbstverständlich sind.

17.03.2018

Wolfgang Hörmann stellt bei einer Lesung in den Räumen des Kyritzer Heimatvereins das Buch „Stoppelhopser“ vor. Es ist das bekannteste Werk vom Rehfelder Heimatdichter Ernst Stadtkus.

17.03.2018
Anzeige