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Ostprignitz-Ruppin Edle Lastenräder aus Netzeband
Lokales Ostprignitz-Ruppin Edle Lastenräder aus Netzeband
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02:17 23.08.2015
Carsten Köhn ist für die Montage der Veleon-Dreiräder angestellt. Quelle: Peter Geisler
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Netzeband

Mit diesem Fahrrad kann man sogar Treppen rauf- und runterfahren, wenn sie nicht allzu steil sind. In Netzeband läuft derzeit die Produktion eines exklusiven Dreirads mit Neigetechnik an, das nur auf Bestellung gebaut wird. Die Preise für das „Veleon“ beginnen bei 2369 Euro und reichen bis deutlich über 4000 Euro – je nachdem, mit welcher Gangschaltung und welchen Komponenten man das Gefährt ausstatten möchte und ob man einen Elektromotor einbauen lässt.

Die Idee hinter dem Veleon war es, ein Lastenrad zu bauen, das nicht so langsam ist wie normale Dreiräder und das vor allem schnell um die Kurve kommt. Der Rahmen kommt aus Taiwan, die Schaltung aus Japan, die Räder aus deutscher Produktion. Zusammengeschraubt werden die Teile in Netzeband. Dieter Adomeit, der Vater des Veleon-Erfinders, hat in dem Temnitz-Dorf eine Halle, in der die Montage Platz hat. Fünf Jahre lang hat Julius Adomeit an dem Veleon getüftelt. Der 37-Jährige ist ebenfalls Ingenieur und kommt wie sein Vater eigentlich aus dem Automobilbau. Er verdient sein Geld mit Sicherheitstechnik wie Airbags und Gurtstraffern. Nach Netzeband kam Dieter Adomeit vor zehn Jahren durch einen Zufall. Ein Freund feierte damals in den Märkischen Höfen seinen 50. Geburtstag. Der Berliner mochte das Dorf und kaufte dort später eine leer stehende Produktionshalle, um Oldtimer zu restaurieren. Nun sollen dort monatlich auch bis zu 15 neue Fahrzeuge mit Pedalantrieb entstehen.

Dieter Adomeit zeigt stolz die Erfindung seines Sohnes. Quelle: Peter Geisler

Carsten Köhn aus Wittstock ist der erste dafür fest angestellte Mitarbeiter der Adomeit Group GmbH in Netzeband. „Ich suche grundsätzlich gute Fachkräfte“, sagt Dieter Adomeit, „vor allem Mechaniker und Metallverarbeiter.“ Mehr als neun Stunden darf die Montage eines Veleon nicht dauern, sonst rechnet es sich nicht.

Was bei der Deutschen Bahn zu einem Desaster wurde, soll nun im Fahrrad funktionieren: Neigetechnik. Die Vorderräder des Veleon sind aufgehängt und gefedert wie bei einem Formel-1-Rennwagen. Auf den ersten Metern ist das gewöhnungsbedürftig und kippelig, aber wenn das Rad ein wenig Fahrt aufgenommen hat, macht es Spaß. Doch welchen Sinn hat es, sich mit einem Dreirad technisch aufwändig in die Kurve legen zu können, wenn man das mit einem gewöhnlichen Zweirad auch kann – ganz ohne technischen Schnickschnack? Es ergibt dann einen Sinn, wenn man zwischen den Vorderrädern einen Laderaum montiert. Der kostet extra und dient in erster Linie zum Transport von Kindern auf einem Sitz, der auch im Auto verwendet werden kann. Windschutzscheibe und Verdeck machen das Kinderabteil regensicher. Ein Dach auch für den Fahrer ist in Arbeit.

Statt Kindern kann man aber auch Bierkästen transportieren, Golftaschen oder Mülltonnen. Fünf Veleons konnte Julius Adomeit zu diesem Zweck an die Müllabfuhr im französischen Grenoble verkaufen. Damit können dort in der Touristensaison die Mülleimer „lifestyle-gerecht“ geleert werden. Dieter Adomeit hofft, die Lastenräder seines Sohnes auch in der Region verkaufen zu können. Vielleicht interessieren sich Hotels oder Fahrradverleiher für die Unikate aus Netzeband – oder der Golfplatz in Wall?

Im Visier hat die Adomeit-Gruppe aber vor allem den Berliner Markt. Das Lifestyle-Produkt könnte dort eine Alternative zum Auto werden und einen Beitrag zur Elektro-Mobilität leisten, glaubt Dieter Adomeit.

Das Vorderteil des Veleons lässt sich mit Schnellverschlüssen auch rasch vom restlichen Fahrrad trennen. Man kann es dann schieben wie einen Kinderwagen oder eine Schubkarre – zum Beispiel beim Joggen. Ein Massenprodukt werde das Trike aus Netzeband trotzdem nicht werden, glaubt Dieter Adomeit: „Dafür müssten wir Millionen in die Werbung stecken, die wir nicht haben.“

Von Christian Schmettow

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