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Egeria-Skulptur kehrt in Park zurück

Rheinsberg Egeria-Skulptur kehrt in Park zurück

Vor 174 Jahren war die Egeria-Skulptur aus dem Rheinsberger Schlosspark entfernt worden. Am Donnerstag feierte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten mit der Enthüllung einer Nachbildung die Rückkehr der Egeria.

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Müde Friedensbotschafterin: Der Bildhauer Kai Rötger schuf anhand des gefundenen Kopfes die Nachbildung der Egeria-Figur.

Rheinsberg. Die Figur der „Ruhenden Egeria“ ist in den Rheinsberger Schlosspark zurückgekehrt. 1843 war die damals stark geschädigte Terrakotta-Skulptur aus der Grotte fortgenommen worden. Am Donnerstag feierte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten die Enthüllung einer Nachbildung der Nymphe. Die weißleuchtende Egeria sei nicht nur ein Blickfang im Park, sagte die Kustodin der Skulpturensammlung Saskia Hüneke. Mit ihr kehre auch eine Botschaft des um 1793 von Prinz Heinrich angelegten Egeria-Ensembles in die Gartenanlage zurück: „Sie auch ein Friedensmonument.“

Möglich wurde die Rückkehr der Egeria durch einen spektakulären Fund vor zehn Jahren bei Wiederherstellungsarbeiten an der Grotte. Der Verein „Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten“ hatte das verwilderte Areal damals rekonstruieren lassen. Bei Ausgrabungen war m September der Kopf der historischen Figur entdeckt worden. Kunsthistoriker suchten daraufhin in Archiven nach Hinweisen, wie die gesamte Figur ausgesehen haben könnte. Die Figur einer ruhende Nymphe aus dem Vatikan, so fanden sie heraus, muss Prinz Heinrichs Skulptur als Vorbild gedient haben.

Berliner Bildhauer schuf die Nachbildung

Der Berliner Bildhauer und Restaurator Kai Rötger, der bereits Skulpturen für das Humboldt-Forum und das Potsdamer Stadtschloss gefertigt hat, schuf die Nachbildung der Egeria. Stück für Stück sei versucht worden, die Proportionen der Figur zu rekonstruieren. Dabei habe der Kopf viele Hinweise gegeben, sagte Hüneke. „Es war erstaunlich, wie aussagekräftig dieses geringe Fragment war.“

Egeria war nach antiker Überlieferung die Ehefrau und kluge Beraterin des zweiten Königs von Rom, Numa Pompilius, im siebten vorchristlichen Jahrhundert. Prinz Heinrich, der sich mehr politischen Einfluss gewünscht hätte, aber nicht als Berater von Friedrich II. und seinem Nachfolger Friedrich Wilhelm II. tätig werden konnte, habe Egeria als persönliche Botschafterin verstanden, so Hüneke. Die Beraterin Egeria stehe für „seine Sehnsucht gehört zu werden“. Und sei zugleich ein Symbol des guten Regiments und des Friedens.

Schon 1821 war die Figur „höchst desolat“

Die Egeria-Grotte ist vermutlich um 1793 von Prinz Heinrich angelegt worden. Die Figur – wahrscheinlich aus Rheinsberger Tonwarenfabrikation – war ursprünglich aus weiß eingefasstem Terrakotta. Wenige Jahre nach dem die schlafende Nymphe unweit des Seeufers aufgestellt worden war, wurden in den historischen Garteninventaren bereits Schäden registriert. Schon 1821 war die Skulptur als „höchst desolat“ eingestuft worden. 22 Jahre später wurde sie entfernt.

Von Frauke Herweg

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