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Ostprignitz-Ruppin Ehemalige Heinrichsfelder treffen sich
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ehemalige Heinrichsfelder treffen sich
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00:17 22.05.2016
Zum allerersten Treffen ehemaliger Heinrichsfelder kamen 30 Personen ins Kyritzer Waldschlösschen. Quelle: André Reichel
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Kyritz

30 ehemalige Heinrichsfelder trafen sich am Mittwoch im Kyritzer Waldschlösschen und schwelgten gemeinsam in alten Erinnerungen. Schwarz-Weiß-Fotos machten die Runde, wurden von einem zum anderen herumgereicht. Nicht jeder erkannte sich oder die anderen auf Anhieb, denn manche Bilder sind schon fast 70 Jahre alt, so ein Schulfoto mit rund 30 Flüchtlingskindern, das Waltraud Neun mitgebracht hatte. Die Kyritzerin, Jahrgang 1939 stammt aus Meseritz im heutigen Polen. 1945 kam sie mit ihrer Familie nach Heinrichsfelde, wo sie auch im ehemaligen Gutshaus zur Schule ging.

Die kleine Siedlung Heinrichsfelde mit seinen heute knapp 30 Häusern und kaum 100 Einwohnern trägt seit 170 Jahren diesen Namen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Flüchtlinge wie Waltraud Neun in das damals noch viel kleinere Dorf, so dass sich die Einwohnerzahl damals auf gut 200 erhöhte und somit mehr als verdoppelte. Viele von denen, die damals Kinder waren oder in den Jahren danach geboren wurden, zogen als Erwachsene fort aus Heinrichsfelde. Nicht wenige blieben in der Nähe, in Kyritz etwa oder in umliegenden Dörfern. Einige zogen weiter weg, leben heute in Berlin, im mecklenburgischen Teterow oder im niedersächsischen Bad Zwischenahn. Doch ihre Kinderzeit in Heinrichsfelde haben sie alle nie vergessen und vereinzelt Kontakt zueinander gehalten. Ein solches Treffen, wie das vom Mittwoch, hatte es bis dahin jedoch noch nie gegeben.

Waltraud Neun (r.) hatte ein altes Schulfoto mitgebracht. Quelle: André Reichel

Auf der Beerdigung eines Heinrichsfelders vor zwei Jahren entstand die Idee, sich einmal in großer Runde zusammenzufinden, ohne sich von jemanden verabschieden zu müssen. Der Termin für das Treffen wurde festgelegt. „Wie in einem Schneeballsystem rief einer den anderen an“, sagte Eva Lehrmann, Jahrgang 1951, aus Kyritz, die sich gern an ihre Kinder- und Jugendzeit in Heinrichsfelde erinnert.

Die jetzt in Berlin lebende Renate Wirth, Jahrgang 1944, kam 1947 als Flüchtlingskind nach Heinrichsfelde. Mit 14 Jahren schickten ihre Eltern sie nach West-Berlin, weil man ihr hier das Abitur verweigerte, berichtete die pensionierte Kirchenmusikerin. Nach der politischen Wende besuchte Renate Wirth wieder regelmäßig alte Freunde in Heinrichsfelde.

In Schleswig-Holstein Arbeit gefunden

Ein Jahr vor Renate Wirth kehrte auch Rüdiger Papke dem kleinen Dorf den Rücken. Nach der Schulzeit und Lehrausbildung verließ der damals knapp 19-Jährige Heinrichsfelde in Richtung Rendsburg (Schleswig-Holstein), wo er eine Anstellung als Maler bekam. Seine Lehre absolvierte der heute 77-Jährige in einem kleinen Betrieb in Kyritz. „Ich wäre gern geblieben, doch hier gab es keine Perspektiven für mich“. 1965 sah er seine Familie bei der Hochzeit seiner Schwester in Kyritz wieder.

Günter Uckert und Ilona Gielnik waren die einzigen Teilnehmer des Treffens, die noch in Heinrichsfelde wohnen. Vom Treffen waren nicht nur die beiden begeistert. Bis spät in den Abend hinein wurden Geschichten aus alter Zeit erzählt.

Das nächste Treffen wollen die Heinrichsfelder nicht auf die lange Bank schieben. „Spätestens in zwei Jahren“, sagte Günter Uckert.

Von André Reichel

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