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Ehemalige feiern 650 Jahre Lateinschule

Großes Wiedersehen in der Neuruppiner Pfarrkirche Ehemalige feiern 650 Jahre Lateinschule

So ein Treffen hat es in Neuruppin noch nicht gegeben: Mehr als 340 einstige Abiturienten haben am Freitag 650 Jahre Lateinschule in Neuruppin gefeiert. Die weiteste Anreise hatte ein Gast mit knapp 900 Kilometern aus der Schweiz, die kürzeste der Neuruppiner Ulrich Dumrath: Der Uhrmachermeister wohnt gleich um die Ecke.

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Ein frohes Wiedersehen: Edith Herms (83) gehörte gestern zu den mehr als 340 einstigen Neuruppiner Abiturienten in der Pfarrkirche.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Den Kontakt nach Neuruppin hat Edith Herms nie abgebrochen. Dabei hat sie die Fontanestadt bereits 1953 verlassen. Sie hatte nach dem Abitur an der Fontane-Oberschule noch drei Jahre im Laboratorium im Neuruppiner Krankenhaus gearbeitet, weil sie Medizin studieren wollte. Doch weil sie kein Arbeiterkind war, durfte sie nicht – und bewarb sich deshalb an der Freien Universität im damaligen Westberlin. „Ich hatte Glück: Ich gehörte zum letzten Abiturlehrgang, dessen Abschluss auch dort anerkannt wurde.“

Die 83-jährige Ärztin zählte am Freitagnachmittag zu den mehr als 340 einstigen Abiturienten aus 28 Jahrgängen, die sich anlässlich der Ersterwähnung einer Lateinschule in Neuruppin vor 650 Jahren in der Pfarrkirche trafen. „Dieses Treffen ist einmalig“, freute sich Bürgermeister Jens-Peter Golde. Bildung sei schon immer ein Standortvorteil für Neuruppin gewesen, betonte der Rathauschef. Allerdings habe es gut 80 Jahre gedauert, bis nach dem Zuzug der Hugenotten 1685 an der Lateinschule auch Französisch auf dem Lehrplan gestanden habe, sagte Stephan Theilig.

Der wissenschaftliche Leiter der Brandenburg-Preußen Museums in Wustrau hielt die Festrede und erzählte dabei manche Anekdote, wie etwa, dass das Gehalt der Lehrer fast 100 Jahre nicht erhöht wurde, so dass die Schule vor dem Aus stand. Oder dass der Kantor den Schülern befahl, auch außerhalb der Schule nur in Lateinisch zu singen. Schließlich war das die Weltsprache. Nach dem Stadtbrand von 1787 wurde die Bildung mit dem Bau des Alten Gymnasiums ins Zentrum der Stadt gerückt – ein seltenes Zeichen zu damaligen Zeiten. Gehörte doch seit Jahrhunderten die Kirche in die Ortsmitte.

Im Alten Gymnasium, dem Nachfolgebau der einstigen Lateinschule, paukten zwischen 1946 und 1979 mehr als 2300 Mädchen und Jungen für ihr Abitur, sagte Monika Goldschmidt. Die Leiterin der Arbeitsfördergesellschaft EAN hatte mit ihrem Team das Treffen vorbereitet, bei dem das Bläserquintett der Kreismusikschule und der Märkische Jugendchor für die Musik sorgten.

Von Andreas Vogel

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