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Ostprignitz-Ruppin Ehrhardt und Grünert in Lindow
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ehrhardt und Grünert in Lindow
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02:16 22.07.2015
Gutes Team: Matthias Grünert und Susanne Ehrhardt. Quelle: Regine Buddeke
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Lindow

Schon das Rondo Capriccioso von Stamitz zeigt, dass hier zwei Spezialisten am Werk sind. Susanne Ehrhardt ist in Lindow ohnehin keine Unbekannte. Die Professorin für Blockflöte und mehrfache Preisträgerin auf ihren Instrumenten gibt Kurse für Alte Musik in Rheinsberg und ist überdies Stammgast bei den Lindower Sommermusiken, wo sie mit Matthias Eisenberg und anderen Musikern spielte. Am Sonnabend steht sie mit dem Kantor der Dresdener Frauenkirche, Matthias Grünert, auf der Orgelempore. Auch er ist kein unbeschriebenes Blatt – er hat einen Lehrauftrag an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden und arbeitet als Dirigent und Chorleiter mit namhaften Orchestern und Solisten zusammen. Diverse CD-Einspielungen zeugen von seiner musikalischen Bandbreite.

Die beiden Musiker befinden sich gerade am Ende einer gemeinsamen Ostsee-Tournee. Gut aufeinander eingespielt servieren sie in Lindow süffig-spritzige Musik, die so leicht ins Blut geht wie ein Cocktail am Tropenstrand.

Das zweite Stück, eine Sonate von Antonio Diana, stemmt Grünert allein. Hier zeigt sich, dass Bach nicht das Alleinseligmachende ist, wenn es um die Königin der Instrumente geht. Die Sonate verzaubert mit ganz eigenem Charme. Das Stück beschwört die nostalgische Stimmung einer Spielorgel auf Rummelplätzen hervor, mal lockt ein Leierkasten, mal lockern Registrierungen a la Flöte oder Oboe auf, bevor es im Walzerrausch und Vier-Viertel-Schmiss weitergeht. Süß-samtig schwebt ein Donizetti-Concertino durchs Kirchenschiff, bevor es vollends virtuos wird. Heberles „Sonate brillante“ verspricht viel – Susanne Ehrhardt hält jedes einzelne davon. Das Blockflötensolo in drei Sätzen strotzt nur so von Fingerbrechern. Schon der Blick aufs Notenblatt macht schwindelig – gar nicht zu reden von den Fingern der Solistin. Susanne Ehrhardt zwitschert nicht wie ein Vogel, sondern wie ein ganzer Schwarm auf ihrem Instrument. Das Publikum verharrt in andächtigem Schweigen und ungläubigem Kopfschütteln ob solcher Perfektion.

Die Finger rasen über die Manuale

Auch der Organist ist nicht ohne, was Fingerfertigkeit angeht. Immer wieder rasen die Finger über die Manuale, blitzartig registriert er immer wieder um, um seinem Instrument die unterschiedlichsten Klangfarben zu verpassen, die miteinander in Dialog treten. Etwa bei den fünf Flötenuhrstücken von Joseph Haydn – die er nicht etwa für Flöte, sondern in der Tat für Orgel geschrieben hat. Eine Flötenuhr, auch Orgeluhr genannt, ist eine kostbare mechanische Uhr, die mit einer kleinen Orgel kombiniert ist. Zu vorgegebener Zeit erklingt Musik, von einer Stiftwalze gesteuert. Auch die Stücke von Marco Uccellini und Angelo Notari – beide klingen nach beschwingter Renaissance-Musik – sind für Blockflöte und Basso Continuo komponiert. Zum Abschluss erklingt Vivaldi. Die 90 Gästen sind begeistert und fordern lautstark eine Zugabe.

„Wir haben uns vor vielen Jahren bei Haydn’s „Schöpfung“ in Bad Elster kennengelernt“, verraten die Musiker. „Es ist ein immerwährendes Abenteuer“, beschreibt Grünert die fruchtbare Zusammenarbeit. Ehrhardt wird schon in Kürze mit Matthias Eisenberg weitertouren, Matthias Grünert zieht es Richtung Jena weiter.

Von Regine Buddeke

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