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Eigene Briefmarken für die Feuerwehr

Neuruppin Eigene Briefmarken für die Feuerwehr

Neuruppins Feuerwehr wurde vor 150 Jahren gegründet. 1867 waren Turner die ersten, die regelmäßig bereit waren, bei einem Notfall auszurücken. 2017 wollen die Neuruppiner Retter ihr Gründungsjubiläum groß feiern. Vorab gibt es schon mal eigene Briefmarken, sogar als limitiertes Sonderblatt.

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Am Donnerstag präsentierten Turbopost und Feuerwehr die Briefmarken, die Cornelia Felsch (M.) zum Jubiläum 2017 entworfen hat.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. An Anfang stand ein Personalproblem. Moderne Technik für den Brandfall konnten sich die Stadtväter zwar leisten – für Leute, die sie bedienen sollten, fehlte aber das Geld. Neueste Feuerlöschspritzen schafften die Neuruppiner 1864 an, um für jeden Notfall gewappnet zu sein. Die ursprüngliche Idee war es, Handwerker anzustellen, die bei einem Feuer losstürmen, die Spritzenwagen holen und gegen den Brand vorrücken. Doch Handwerker kosten Geld – zu viel Geld für die Stadt. Eine „Berufsfeuerwehr“ konnte sich Neuruppin schon damals nicht leisten – also blieb nur, eine freiwillige zu gründen. Das passierte 1867. Freiwillig tun die Neuruppiner Feuerwehrleute noch heute ihren Dienst – 150 Jahre nachdem die erste Feuerwehr in der Stadt gegründet wurde.

2017 hat die Neuruppiner Wehr Jubiläum und das will gefeiert werden. Ein Buch soll erscheinen, ein Festumzug ist geplant, ein Tag der offenen Tür und Wettkämpfe mit allen Wehren aus den umliegenden Orten. Die Vorbereitungen für das Festjahr laufen seit Monaten. Regionalverleger Peter Pusch trifft sich ständig mit Christian Hohenwald und Christian Genz von der Feuerwehr und versucht, die Historie so detailgetreu wie möglich aufzuarbeiten.

30 Turner gründeten am 6. August 1867 eine Feuerwehr

Turner waren die ersten Neuruppiner Feuerwehrleute. Weil in der Stadtkasse nicht genügend Geld für fest angestellte Brandlöscher war, kam der damalige Bürgermeister von Schulz auf die Idee, den Turnerverein anzusprechen. Am 6. August 1867 trafen sich schließlich 30 Turner unter der Leitung von Carl Loose und gründeten die Neuruppiner Turnerfeuerwehr.

Die Turner sorgten für Sicherheit in der Stadt, die bildeten lange Zeit den Kern der Freiwilligenwehr. 1879 wurde die auf 68 Mann vergrößert. Verstärkung kam außerdem von den Reserve- und Garnisonspritzen. Brunnenmeister sorgten dafür, dass 61 Brunnen in der gesamten Stadt jederzeit für einen Notfall bereit waren; Wasserleitungen gab es nicht.

Die Neuruppiner Feuerwehr an der Wache in der Schinkelstraße im Jahr 1930

Die Neuruppiner Feuerwehr an der Wache in der Schinkelstraße im Jahr 1930.

Quelle: Regionalverlag Ruppin

Mit 68 Einsatzkräfte würde die Neuruppiner Feuerwehre heute nicht mehr auskommen. Knapp 80 Freiwillige tun allein in der Hauptwache an der Schinkelstraße ihren Dienst, sagt Stadtbrandmeister Reinhard Jachnick. 225 sind es in allen Einheiten inklusive der Ortsteile. Hinzu kommen 156 Frauen und Männer in der Alters- und Ehrenabteilung – Leute, die nicht mehr aktiv zum Dienst ausrücken.

Drei Briefmarken mit Motiven von Cornelia Felsch

Die Feuerwehr ist eine der wichtigsten Errungenschaften städtischer Selbstständigkeit“, sagt Regionalforscher Peter Pusch. Die Geschichte der Wehr lag ihm schon immer am Herzen.

Wie wichtig sie ist, ist vielen Neuruppinern vielleicht gar nicht bewusst. Deshalb soll das Festjahr auch dazu dienen, die Feuerwehr noch mehr on die Öffentlichkeit zu bringen. Los geht es mit Briefmarken.

Die Neuruppiner Turbopost bringt sie jetzt heraus, quasi als Vorboten des Jubiläums. Gestaltet wurden die drei Marken von der Neuruppiner Künstlerin Cornelia Felsch – natürlich mit historischen Motiven. Die Marken zeigen die Portraits dreier Feuerwehrmänner. Die Originale hat der Künstler Hans Lehmann-Borges geschaffen, der sein Atelier Anfang des 20. Jahrhunderts in der Künstlersiedlung Gildenhall hatte. In die Fassade der neuen Feuerwache eingelassen, blicken die drei Männer seit 1927 wachsam in die Stadt. Cornelia Felsch hat sie als Vorlage für Aquarellzeichnungen genommen.

Neuruppin sucht noch Unterstützung für den Druck der Chronik

Rund eine Million Briefmarken verkauft die Turbopost jedes Jahr, sagt deren Geschäftsführer Matthias Bartsch. Die Feuerwehrmarken werden zunächst wohl in einer Auflage von etwa 150 000 Stück erscheinen. Ab sofort liegen sie bei dem privaten Unternehmen in der Stadt bereit. Eigens für Sammler haben Peter Pusch und Cornelia Felsch ein Sonderblatt entworfen, streng limitiert auf 150 Exemplare. Einen Teil der Einnahmen aus dem Verkauf will die Turbopost für die Feuerwehr spenden.

Bürgermeister Jens-Peter Golde hofft auf noch mehr Unterstützer. Etwa für den Druck der Chronik. Am 10. Juni 2017 werden sich die Feuerwehren des gesamten Kreises auf dem Schulplatz zum Wettkampf treffen. Neuruppins Feuerwehrchef Reinhard Jachnick würde sich wünschen, jeder Wehr als Geschenk ein Exemplar der Chronik mitgeben zu können. Am 15. Juli 2017, genau in einem Jahr, dann plant die Feuerwehr mit Hilfe der Arbeitsfördergesellschaft EAN einen großen Festumzug und einen Tag der offenen Tür.

Das Jubiläumsjahr ist Fest und Werbung in einem. Denn eines ist heute genauso wie vor 150 Jahren: Die Feuerwehr braucht dringend mehr Personal.

Von Reyk Grunow

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