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Wenn die Bruchbude bröckelt

Eigentümer lässt Haus in Wittstock verkommen - Kreis muss einspringen Wenn die Bruchbude bröckelt

"Dieses Haus ist eine Gefahr", sagte ein Anrufer am MAZ-Sorgentelefon und meinte damit das Eckhaus in der Burgstraße/Kyritzer Tor in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin). Es seien schon lose Teile heruntergefallen, sodass Grund zur Sorge bestehe, dass möglicherweise Passanten zu Schaden kommen könnten.

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Um dieses marode Haus in Wittstock geht es.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Doch Abhilfe ist nun in Sicht. Am Dienstag sei eine entsprechende Fachfirma beauftragt worden, "Sicherungsmaßnahmen durchzuführen", teilt Kerstin Pein, Sprecherin des Landkreises, auf MAZ-Nachfrage mit.

Im Fachjargon werden Situationen wie diese als "Bauzustandsstörungen" bezeichnet. Dabei ist das genannte Eckhaus offenbar schon seit Jahren ein Sorgenkind. "Ende 2007 wurde festgestellt, dass das angebrachte Fangnetz am Dach lose oder teilweise gar nicht mehr vorhanden ist und dadurch Dachziegel in den öffentlichen Straßenraum fallen können", berichtet Kerstin Pein. Daraufhin sei eine Ordnungsverfügung an den Eigentümer gerichtet worden, der die Sache daraufhin auch in Ordnung gebracht habe. "Doch Anfang dieses Jahres war das Fangnetz erneut kaputt, wie uns das Wittstocker Ordnungsamt anzeigte", so Kerstin Pein. Inzwischen hatte es einen Eigentümerwechsel gegeben, der die Dinge alles andere als verbesserte. Denn "der jetzige Eigentümer reagierte weder auf unsere Anhörung noch auf die Ordnungsverfügung." Wenn das passiert, muss der Landkreis die Dinge in die Hand nehmen, um mögliche Gefahren abzuwenden. Er tut das in dem Wittstocker Fall mit einer sogenannten Ersatzvornahme. Das heißt, der Kreis veranlasst, was nötig ist, geht finanziell in Vorleistung und muss sich die Summe dann vom Eigentümer wieder zurückholen. Ein Bußgeld müsse dieser aber nicht fürchten. Denn der Kreis verzichte darauf, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einzuleiten. Dafür gebe es keine Grundlage. Stattdessen würden "teilweise Zwangsgelder angedroht und festgesetzt. Doch wenn die Eigentümer nicht greifbar oder finanziell nicht in der Lage sind zu zahlen, hilft das Zwangsgeld wenig", so Kerstin Pein. Deshalb bleibe "in aller Regel" nur die Ersatzvornahme als Druckmittel - wie auch im aktuellen Fall in Wittstock.

Derartige Bauzustandsstörungen seien kreisweit keine Einzelfälle. Die Behörde habe vielmehr immer wieder mit solchen Problemen zu kämpfen, so Pein. Und dabei müsse es längst nicht immer nur bei der Erneuerung von Fangnetzen oder ähnlichen Kleinigkeiten bleiben. Wenn ein solches Haus als "nicht mehr standsicher" eingeschätzt wird, sei es in Einzelfällen auch schon vorgekommen, dass in Ersatzvornahme der komplette Abriss verfügt und natürlich auch umgesetzt wurde.

Von Björn Wagener

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