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Ein Abend mit Trainerlegende Bernd Schröder

Heiligengrabe Ein Abend mit Trainerlegende Bernd Schröder

Bernd Schröder, der Vater des Frauenfußballs, plauderte am Freitagabend in Heiligengrabe vor rund 60 Gästen nicht nur über Sport, sondern gab auch das Rezept preis, das hinter dem Erfolg steht.

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Bernd Schröder im Gespräch mit Moderatorin Marina Ringel im Kapitelsaal des Klosters in Heiligengrabe.

Quelle: Björn Wagener

Heiligengrabe. Für Bernd Schröder ist weder die Gemeinde Heiligengrabe noch die Stadt Wittstock ein unbeschriebenes Blatt. „Wir haben in den 1970er-Jahren mal in Maulbeerwalde gespielt. Das war ein Erlebnis“, erzählte er am Freitagabend im Kapitelsaal des Klosters in Heiligengrabe. Auch an ein Spiel gegen die Mannschaft des Wittstocker Obertrikotagenbetriebes (OTB) erinnert er sich. „Da nahmen wir dann drei Spielerinnen von uns heraus, um den Gegner nicht zu sehr zu demütigen.“

Innerhalb des traditionellen Literaturfestivals „Literarischer Bilderbogen“ nahm „Mister Frauenfußball“ rund 60 Gäste für etwa anderthalb Stunden mit in seine Welt. Schon nach wenigen Minuten wurde klar, dass sich längst nicht alles nur um sportliche Erfolge dreht.

Zuverlässigkeit, Disziplin, Respekt

Schröder, der die Frauenfußballmannschaft Turbine Potsdam über 45 Jahre hinweg von einem Erfolg zum anderen führte, ist nicht der Typ, der sich gern im Glanz der Titel sonnt. UEFA Women’s Champions-League-Sieger, UEFA-Cup-Sieger, Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger, all das steht auf Haben-Seite, aber es verführt ihn nicht zu Höhenflügen – im Gegenteil. Der Erfolg hat ihn nur noch bodenständiger werden lassen. Immer wieder kommt er an dem Abend auf die Dinge zurück, die für ihn die Grundpfeiler von allem sind, nicht nur im Sport, sondern im ganzen Leben: Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Disziplin, Respekt. „Das gesprochene Wort gilt“, sagt er. Wer eine Zusage gibt, der müsse sie auch halten. „Das zeigt, wer man ist. Aber genau das wird heute mit Füßen getreten“, meint Schröder.

Japaner, Diskussionen und Rivalen

Er sitzt Marina Ringel gegenüber. Die einstige Moderatorin des Rundfunksenders Antenne Brandenburg und Vize-Präsidentin von Turbine Potsdam führt durch den Abend, zitiert Passagen aus dem Buch „Bernd

Wer wollte, konnte ich sein frisch erworbenes Buch von Bernd Schröder signieren lassen

Wer wollte, konnte ich sein frisch erworbenes Buch von Bernd Schröder signieren lassen.

Quelle: Björn Wagener

Schröder, ein Trainerleben für den Frauenfußball“ und bringt den Gast immer wieder dazu, sich an besondere Erlebnisse zu erinnern. Da ging es unter anderem um frierende Japaner, eine unerwartete Stretch-Limousine, die Rivalität zum 1. FFC Frankfurt oder die Erkenntnis, dass man sich in einer Frauenfußballmannschaft besser nicht auf Diskussionen einlässt. „Denn so viel Zeit hat man gar nicht.“ Der wichtigste Mann in der Mannschaft, sagt er, sei der Busfahrer. Schließlich käme man ohne ihn gar nicht erst an. Auch ist es Schröder bis heute ein Rätsel, wie es sein kann, dass man sofort nach der Abfahrt mit dem Bus zur Toilette muss.

Keine große Hoffnung

Der 75-Jährige ist für seine Strenge und Geradlinigkeit bekannt. Er selbst bezeichnet sich als charismatisch. „Strenge ist eine von überwiegend Liebe getragene Konsequenz“, sagt er. Auf dem Weg zum Erfolg brauche es klare Anweisungen. Man müsse durchziehen, könne nicht jeden mitnehmen. Heute werde zu viel gestreichelt und zu wenig gefordert. „Die Belastungsverträglichkeit ist nicht mehr so wie 1970.“ Auch deshalb habe er mit Blick auf die Nachwuchsarbeit „keine große Hoffnung“.

Wer wollte, konnte sein frisch erworbenes Buch-Exemplar am Freitag von Schröder signieren lassen. Doch auch er selbst nahm ein Buch mit nach Hause: „Zwischen Jäglitz und Glinze“ von Wolfgang Dost, überreicht von Bürgergermeister Holger Kippenhahn, der den Abend ebenso wie Karin Kloke begleitete. Sie leitet das Medienzentrum OPR.

Von Björn Wagener

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