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Ein Dorf öffnete seine Türen

Herzsprung Ein Dorf öffnete seine Türen

Mit einem Tag der offenen Tür locken oftmals Einrichtungen oder Vereine. Aber in Herzsprung brachte sich fast das ganze Dorf in Position. Sieben Stationen standen für Einwohner und Besucher offen und konnten bei einem Rundgang unter die Lupe genommen werden. Dabei tauchten viele Erinnerungen von einst auf.

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Zurück zu den Wurzeln: Eckhardt Leppin erblickte auf dem Kitagelände den Rodelberg seiner Kindheit.

Quelle: Christamaria Ruch

Herzsprung. „Sonst fahren wir hier immer vorbei, aber heute kommen wir ganz gezielt nach Herzsprung und sehen uns die neue Kita an“, sagten Anita und Eckhardt Leppin am Sonnabend. Beide wohnen seit 1968 in Wittstock; Eckhardt Leppin stammt aus Herzsprung. Das Dorf seiner Kindheit lebt in seinen Erinnerungen weiter.

Der Sonnabend stand ganz im Zeichen eines offenen Dorfes. Erstmals öffneten sieben Einrichtungen gleichzeitig ihre Türen für die Besucher. Dazu zählten die Kita „Kunterbunt“, Feuerwehr, Rettungswache, Kirche, Verein Dorfgemeinschaft Jung und Alt, Motorradclub White Eagle und die Naturheilpraxis. Die Idee dafür kam den Mitgliedern vom Verein Dorfgemeinschaft Jung und Alt.

Kitaleiterin Cordula Bohnhof (l) gewährte einen Blick hinter die Kulissen des Hauses

Kitaleiterin Cordula Bohnhof (l.) gewährte einen Blick hinter die Kulissen des Hauses.

Quelle: Christamaria Ruch

„Vor einem Jahr haben wir das überlegt, als wir den neuen Veranstaltungskalender planten“, sagte Vereinsmitglied Kerstin Müller. Ihr Mann Dirk ist seit zwei Jahren im Ortsbeirat tätig und dieses Gremium plante dann in Zusammenarbeit mit dem Verein den Tag des offenen Dorfes. „Unser Ziel ist, dass sich vor allem die Älteren bei diesen Streifzügen an früher erinnern und dabei alte Geschichten erzählen“, sagte Dirk Müller. Und das Konzept ging ganz schnell auf. Bereits bei der ersten Führung durch Herzsprung fanden sich 20 Besucher ein – Einwohner, Ehemalige und andere Besucher.

„Wo heute die Kita ist, sind wir früher gerodelt und haben Eiertrudeln gemacht“, sagte Eckhardt Leppin. Dann ging er an ein Fenster vom Gebäude, schaute hinaus und erblickte die Eichen. „Da war damals die Sandkuhle und der Eckerberg für uns war riesig“, so Leppin. Und: „Die Lage von der Kita ist doch herrlich.“ Auch an das Angeln im Haussee oder die Schulzeit erinnert er sich gerne. „In der ersten und zweiten Klasse sind wir wochenweise abwechselnd in Herzsprung und Christdorf unterrichtet worden, ab der dritten Klasse in Königsberg“, so der 73-Jährige.

Kitaleiterin Cordula Bohnhof führte durch alle Räume

Plötzlich tauchte mit Sieglinde Grünbein eine Bekannte von Leppins auf. „Heute ist eine gute Gelegenheit, sich mal alles anzugucken, alle schwärmen immer von der neuen Kita“, so Grünbein. Während sie sonst täglich in Herzsprung vorbeifährt, hielt sie nun ganz bewusst an und schloss sich der Dorfbesichtigung an. Kitaleiterin Cordula Bohnhof führte durch alle Räume, wies auf den guten Schallschutz und damit ausgezeichnete Arbeitsbedingungen hin und brachte schnell das Gespräch in Gang.

Anschließend führte der Rundgang zum Feuerwehrgerätehaus. Wehrführer Frank Keil und Mitglied Carsten Schurmann zeigten die Schneid- und Spreizwerkzeuge sowie andere Technik, ließen Kinder im Fahrerhaus Platz nehmen oder fachsimpelten mit den Besuchern. Gudrun Quast lebt seit 1963 in Herzsprung und half früher auch mal im Erntekindergarten aus. Dieser befand sich seit Anfang der 1960er Jahre in der Lindenstraße. „Die Idee mit den offenen Türen finde ich gut und das mit den Erzählungen von früher funktioniert auch“, sagte sie. Drei Führungen mit anschließendem Kaffeetrinken lockten an diesem Tag mehr als 40 Interessenten durch Herzsprung.

Von Christamaria Ruch

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