Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Ein Fest der schönen Stimmen in Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ein Fest der schönen Stimmen in Rheinsberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:16 22.07.2015
Philipp Mayer ist hin- und hergerissen: Soll er auf die Verlobte verzichten oder nicht? Es geht in der Bacculus-Arie immerhin um „5000 Taler“. Quelle: Regine Buddeke
Anzeige
Rheinsberg

Das Programmheft lockt mit „Heiterkeit und Fröhlichkeit“ – das ist auch nicht zu viel versprochen. Fünf Sängerinnen und fünf Sänger – alle werden bald in den Opern „Adriana“ und „La Traviata“ in der Kammeroper Rheinsberg zu hören sein – feiern Party. Mit Sektglas in der Hand und Funkeln im Blick singen sie witzig-spritzige Arien und Duette aus Oper und Operette. Die 100 Gäste im Saal sind eingeladen, sich von der Lebensfreude der Feiernden anstecken zu lassen. Das Konzept der zweiten Sonntags-Matinee geht auf.

Dazu kommt eine „kleine Uraufführung“. Noch vor der Welt-Premiere der Oper „Adriana“, bei der Elke Heidenreich für das Libretto und ihr Lebensgefährte Marc Aurel Floros für die Partitur sorgte, dürfen die Zuschauer an zwei Vorab-Duetten teilhaben: der Brüderstreit der beiden Verehrer der Titelheldin sowie das Duett des Elternpaares. Das war sozusagen ein wenig Werbung vorneweg – man konnte sich davon überzeugen, dass zeitgenössische Musik weder atonal noch kakophonisch daherkommen muss, um als modern zu überzeugen. Man darf also gespannt sein auf die Adriana-Premiere am 31. Juli.

Sophia Theodorides bezirzt mit dem Couplet der Adele aus der „Fledermaus“. Quelle: Buddeke

Die jungen Sänger, die allesamt schon über beachtliches Stimmpotential verfügen, waren mit Feuereifer bei der Sache. Der lockere Handlungsrahmen der Party war gut gewählt und schaffte eine heitere Atmosphäre, fernab von Bühne-rauf- und Bühne-runter-Langeweile. Das I-Tüpfelchen bildete das Bühnenbild. Die Nachbildung der bemalten Decke des Spiegelsaales im Schloss war ein perfekter Hintergrund für romantische Arien wie die des Lenski aus Tschaikowskis „Eugen Onegin“, Stücken aus Johann Strauss’„Fledermaus“, Bizets „Carmen“ oder Lortzings „Wildschütz“.

Ilya Lapich hatte schnell die Lacher auf seiner Seite, als er mit der „Stotter-Arie“ aus dem „Maskenball“ versuchte, seiner „Vorrednerin“, der Adriana-Darstellerin Julia Bachmann, den Hof zu machen. Auch Philipp Mayer sorgte für Gelächter, als er als Bacculus schwer am Überlegen war, ob 5000 Taler genug Schwerzensgeld seien, um seiner Verlobten zu entsagen. Was könne man mit solcher Summe anfangen! „In junge Oper investieren und Frank Matthus finanzieren?“, singt er frech und sinniert weiter: „Soll ich mir Schloss Rheinsberg kaufen – und am See mir einen saufen?“ Die Entscheidung nahm ihm keiner ab.

Ilya Lapich stotterte zum Niederknien. Quelle: Buddeke

Alexander Babik ließ es mit „La Donna è mobile“ richtig krachen: Er schmetterte den Verdi-Ohrwurm mit solcher Verve, dass laute Bravorufe kamen. Die gab es indes bei etlichen Darbietungen – auch Sophia Theodorides erntete viel Beifall für ihre kunstvoll gedrechselten Arien. Nadezhda Orlova verblüffte mit Atombusen, über den sie kaum schauen konnte. In Poulenc’„Die Brüste des Tiresias“ ist es Therese, die keine Frau mehr sein will, sich ihrer Ballon-Brüste entledigt und fortan als Tiresias mit Bart durchs Leben geht. Conchita Wurst ließ grüßen. Orlova singt das Stück mit kapriziöser Koketterie und viel Augenzwinkern.

Den größten Applaus erhielt am Ende indes Andrei Djakov für seinen Marathon am Flügel.

Von Regine Buddeke

Ostprignitz-Ruppin Süffig süß und gnadenlos virtuos - Ehrhardt und Grünert in Lindow

Es muss nicht immer Bach sein: Mit sommerlichen Rhapsodien auch weniger bekannter Komponisten beeindruckte Susanne Ehrhardt einmal mehr das Lindower Publikum an Klarinette und Blockflöte. Ihr zur Seite saß an der Orgel der Dresdener Frauenkichen-Kantor Matthias Grünert.

22.07.2015
Ostprignitz-Ruppin Kinder der Neuruppiner Wasserwacht beim „Überlebenstraining“ - Abenteuerwochenende in Altfriesack

Ob Zeltaufbau, Paddeltour, Lagerfeuer, Kräuterwanderung oder Lagerfeuer-Romantik: Die Kinder der Neuruppiner Wasserwacht erlebten ein spannendes Wochenende im Kanucamp Altfriesack – ohne Strom und Handy, dafür mit jeder Menge Spiel und Spaß.

22.07.2015

Seit über einem Jahrzehnt musste auf die neue Zufahrt neben dem Jahn-Gymnasium gewartet werden. Jetzt wurde das Geld freigegeben. Die Bauleute sind zur Stelle. Der kleine Weg ist wichtig, denn er führt nicht nur zum Hof der Schule.

22.07.2015
Anzeige