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Ein Großteil geht nach Rheinsberg

Streit um Geld für Kulturförderung Ein Großteil geht nach Rheinsberg

Erstmals hat der Kreis Ostprignitz-Ruppin seine Kulturförderung aufgestockt, und zwar auf 111 000 Euro. Gleichwohl reicht das Geld nicht für alle Anträge. Das Gros des Zuschusses geht wieder nach Rheinsberg. Heiß diskutiert wurde im Kulturausschuss über die Höhe der Zuschüsse für das Seefestival in Wustrau und die Schöllerfestspiele in Neustadt.

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Die Schöllerfestspiele in Neustadt will der Kreis wieder mit 9000 Euro fördern.

Quelle: Alexander Beckmann

Neuruppin. Es bleibt wohl dabei, dass der Landkreis das Seefestival in Wustrau in diesem Jahr mit 6500 Euro fördert. Das sind zwar immerhin 500 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Aber zufrieden wirkte Festivaldirektor Marten Sand am Donnerstagabend dennoch nicht.

Kein Wunder: Schließlich hatte das Seefestival eine Förderung von 17 500 Euro beantragt, um die geplanten Gesamtkosten von 84 000 Euro stemmen zu können. Denn beim Seefestival soll auf der Bühne am Ruppiner See in Wustrua in diesem Jahr das Musical „Spatz und Engel“ gezeigt werden, ein Schauspiel mit Musik über die Freundschaft von Marlene Dietrich und Edith Piaf, das schon in der Schweiz und Österreich große Erfolge feierte.

Vorstoß von CDU-Mann läuft ins Leere

Zwar schlug Erich Kuhne (CDU) beim Kulturausschuss vor, das Seefestival Wustrau etwas mehr zu fördern und dafür den Zuschuss für die Schöllerfestspiele in Neustadt zu kürzen, die der Kreis wie im Vorjahr mit 9000 Euro fördern will. Aber der Vorstoß von Kuhne lief ins Leere. Nicht mal seine CDU-Mitstreiter im Gremium Ulrich Jaap aus Wildberg und Sigrid Nau aus Neustadt stimmten zu. Dabei scheint es keine inhaltlichen Gründe für die unterschiedlich hohen Fördersummen von Seefestival und Schöllerfestspiele zu geben, sondern eher regionale. „Veranstaltungen im Ruppiner Land werden schon gut vom Kreis gefördert. In Neustadt gibt es nur eine große Kulturveranstaltung, die Zuschauer zieht“, sagte Kreissprecherin Britta Avantario. Kulturreferentin Kerstin Pein hatte zuvor lediglich erklärt, dass in der Verwaltung so über die Höhe entschieden worden sei – ohne die Gründe dafür zu verraten.

Helmut Kolar von der bunten Fraktion Bauern, freie Wähler, FDP wollte nicht am Sachverstand der Kulturreferentin zweifeln. Er wolle den Spagat, den die Referentin beim Verteilen der Zuschüsse leiste, nicht machen müssen, betonte der Neuruppiner. Zwar hat der Kreis erstmals die Kulturförderung aufgestockt, und zwar von bisher 96 100 Euro auf 111 100 Euro. Dennoch wurden drei der 20 Anträge nicht berücksichtigt. Denn das beantragte Gesamtfördervolumen beläuft sich auf 154 000 Euro.

Kein Geld für Projekt in Gildenhall

Wolfgang Freese (Bündnisgrüne) ärgerte sich vor allem, dass der Kreis kein Geld für ein Projekt locker machen will, bei dem es um eine Bestandsaufnahme der Freiland-Siedlung Gildenhall geht. Diese wurde 1921 gegründet und auch nach den Prinzipien des Bauhauses errichtet. Das Bauhaus führte Kunst und Handwerk zusammen und gilt heute weltweit als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne. „Die Siedlung ist ein Kleinod für den Kreis“, betonte Freese. Da im Jahr 2019 der 100. Geburtstag des Bauhaus-Architektur gefeiert werde, sollte sich darauf ebenfalls die Region vorbereiten. Freese sprach von einer Achse, die Neuruppin mit den Bauhaus-Gründerstädten Weimar und Dessau verbinden könnte. Er schlug deshalb vor, das Gildenhall-Projekt, für das ein Zuschuss von 6660 Euro beantragt war, wenigstens mit 1500 Euro zu fördern und diesen Betrag vom Zuschuss der Schöllerfestspiele abzuzweigen. Doch auch für Freeses Antrag gab es keine Mehrheit. „Es geht erst einmal um ein Konzept und nicht um Kultur in Gildenhall“, sagte Lutz Scheidemann (FDP). Der Wittstocker bemängelte, dass der Kreis aus dem Altkreis Wittstock überhaupt kein Kulturprojekt fördert. Das hat allerdings einen einfachen Grund: Aus dem Altkreis Wittstock gab es keinen einzigen Antrag.

Von Andreas Vogel

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