Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Ein Herz für Rinder
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ein Herz für Rinder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:59 26.09.2014
Auf Tuchfühlung: Zwischen den Rindern fühlt sich Isolde Koschenz wohl. Quelle: Peter Geisler
Fehrbellin

Für ihren Traumberuf hat sie Berlin den Rücken gekehrt - und fing in der alten Heimat neu an.

Dass die gebürtige Neuruppinerin einmal mit blauen Handschuhen bewaffnet, Rindern homöopathische Mittel in den Allerwertesten steckt, hätte die 25-Jährige sich vor zehn Jahren nicht träumen lassen. "Eigentlich wollte ich Landschaftsarchitektin werden", erzählt Isolde Koschenz. Doch wie das Leben nun mal ist, kam alles anders. "Nach dem Abitur habe ich gemerkt, dass das nicht das Richtige für mich ist und habe beschlossen, Agrarwissenschaften zu studieren."

Eigentlich keine überraschende Wendung. Schließlich verbrachte Isolde Koschenz die meiste Zeit ihrer Kindheit und Jugend bei ihren Großeltern in Königshorst. "Da gab es über Rinder, Schweine, Schafe und Hühner alles", erinnert sich die fröhliche junge Frau. Auch ihren Bruder Jonas (27) hat diese Zeit beruflich geprägt. Er ist gelernter Landwirt. "Die Leidenschaft hat sich wohl erst in zweiter Generation, also auf uns Enkel, ausgewirkt. Meine Eltern haben mit Landwirtschaft gar nichts am Hut." Sie sind Krankenschwester und Forstarbeiter.

Als ihnen Isolde von ihrem Wunsch, in Berlin Agrarwissenschaft zu studieren, erzählte, hielt sich die Begeisterung eher in Grenzen. Auch die Großmutter hegte Zweifel. "Da war der Ehrgeiz gleich noch viel größer, sich richtig ins Studium reinzuhängen", berichtet Isolde Koschenz.

Er hingegen hat das Potenzial der jungen Frau schon früh erkannt: Eckard Fuchs. Der 58-Jährige ist Leiter der Milchproduktion bei Rhinmilch in Fehrbellin. Unter seinen Fittichen absolvierte Isolde 2008 ihr Pflichtpraktikum und half danach in den Semesterferien aus. Er hätte sie am liebsten schon nach dem Bachelor ins Team geholt. "Doch ich wollte erst noch meinen Master in Nutztierwissenschaften in Berlin machen", sagt Isolde Koschenz. Seit April diesen Jahres ist sie nun fest angestellt.

Um 7 Uhr beginnt seither für Isolde die tägliche Arbeit. Dann geht sie mit Kollegin Monika Kassanke ans Werk. Es müssen die Abkalbungen der letzten Stunden eingetragen und kontrolliert sowie die kränkelnden Tiere versorgt werden. Ein wichtiger Grund, warum Isolde Koschenz sich für Rhinmilch entschieden hat, ist die Tatsache, dass hier vorrangig mit homöopathischen Mitteln gearbeitet wird. Die sogenannten Globuli hinterlassen im Gegensatz zu Antibiotika keine Rückstände in der Milch. "Es fasziniert mich zu sehen, wie gut es den Tieren damit geht", so Koschenz. "Und es ist toll, das auch den belächelnden Kritikern zu zeigen." Natürlich werden auch in Fehrbellin Antibiotika eingesetzt. Aber die Behandlungen belaufen sich - auf den Bestand verteilt - auf unter ein Prozent, so Koschenz. Neben der Arbeit mit den Tieren ist die junge Mitarbeiterin auch für die Pflege des digitalen Lebenslauf jeder einzelnen Kuh zuständig. So sitzt Isolde meistens nachmittags am Computer und gibt jede Behandlung per Hand ein.

Doch so sehr Isolde Koschenz ihre Arbeit liebt. Die Heimkehr zur Oma und in die alte Heimat ist nicht immer leicht für die 25-Jährige. "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal eine Großstädterin werde und das Leben dort vermisse." Statt mit Studienkollegen auszugehen, heißt es jetzt arbeiten, arbeiten, arbeiten. Doch die Entscheidung, aufs Land zurückzuziehen, bereue sie nicht. "Ich mag meine Arbeit und die Kollegen, denn es geht hier sehr familiär zu. Ich bin hier definitiv richtig", sagt die Neuruppinerin aus voller Überzeugung. Sie könne sich vorstellen, für immer zu bleiben. Und wenn die Sehnsucht nach der Großstadt allzu groß wird, dann fahre sie einfach übers Wochenende zu Freunden nach Berlin oder Leipzig: "Das brauche ich in meinen Alter dann doch noch ab und zu."

Von Anne Voß

Kerstin Zillmann ist stinksauer. Der Brief, den sie Angela Merkel bei deren Besuch in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) durch einen CDU-Mann übergeben lassen wollte, ist nun in ihrem eigenen Briefkasten gelandet - unbearbeitet. Die ehemalige Hartz-4-Bedürftige wollte die Kanzlerin auf ein Problem hinweisen, mit dem sie vor einiger Zeit lokale Berühmtheit erlangte.

26.09.2014
Ostprignitz-Ruppin Unbekannte dringen in Nagerzuchtanlage in Radensleben ein - 10.000 Mäuse aus Tiefkühltruhe gestohlen

Etwa 10.000 tiefgekühlte Mäuse sind am Wochenende im Neuruppiner Ortsteil Radensleben (Ostprignitz-Ruppin) gestohlen worden. Unbekannte drangen in die Nagerzuchtanlage ein und nahmen die gefrorenen Tiere mit. Nun ermittelt die Kripo in diesem tierischen Fall.

26.09.2014
Ostprignitz-Ruppin Sportjournalist stellt in Rheinsberg sein Buch "Live" vor - Béla Réthy: EM-Erfolg auf dem Pizzakarton

Béla Réthy ist der wohl bekannteste deutsche Sportreporter. Der 57-Jährige ist seit 1991 Fußball-Live-Kommentator und berichtete unter anderem von den Endspielen der EM 1996, der WM 2002 und der WM 2010. Am Donnerstag stellt er nun in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) sein Buch "Live" vor. Die MAZ traf ihn zum Interview.

26.09.2014