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Ein Herz für die Eisenbahn hat aufgehört zu schlagen

Neuruppin Ein Herz für die Eisenbahn hat aufgehört zu schlagen

Großgewachsen, hager und immer adrett gekleidet – so kannten die Neuruppiner Bruno Dolatkiewicz. Anfang Mai ist das Neuruppiner Urgestein im Alter von 98 Jahren gestorben. In Erinnerung bleiben wird er vor allem durch seine Leidenschaft für die Ruppiner Eisenbahn.

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Bruno Dolatkiewicz im September 2010 .

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Großgewachsen, hager und immer adrett gekleidet – so kannten die Neuruppiner Bruno Dolatkiewicz. Selbst in seinem Elektromobil fuhr der freundliche Herr die letzten Jahre noch aufrecht durch die Stadt. Am 2. Mai ist das Neuruppiner Urgestein nun im Alter von 98 Jahren gestorben – lange nach seiner Frau, die er selbst jahrelang gepflegt hat. Er hinterlässt zwei Kinder und Enkel.

In Erinnerung geblieben ist Bruno Dolatkiewicz vor allem durch seine Leidenschaft für die Ruppiner Eisenbahn. Schon als Kind schickte die Mutter den jüngsten von drei Söhnen mit einem großen Topf voller Fleisch und Kartoffeln durch die halbe Stadt, um seinem Vater, dem Lokführer, das Essen zu bringen. 1919 in ärmlichen Verhältnissen in Neuruppin geboren, träumt der „kleine Dolat“ schon bald davon, Lokführer zu werden, steht mit fünf Jahren an Vaters Seite im Führerstand. Nach der Schule geht er in die Schlosser-Lehre bei der Ruppiner Eisenbahn. Dann, 1939, kam der Marschbefehl. Bruno Dolatkiewicz wird eingezogen zur „kurzfristigen Übung”. Sie sollte sieben Jahre dauern und den jungen Mann fürs Leben zeichnen. Er verliert den rechten Vorfuß. Sein Kindheitstraum von der Eisenbahn ist geplatzt. Dass er nicht mehr Handball spielen konnte, schmerzte ihn noch mehr. Er wurde Zahntechnikermeister, machte sich in Neuruppin selbstständig und hatte 31 Jahre lang sein eigenes Labor.

Die Eisenbahn blieb seine Leidenschaft. Zum 100-jährigen Bestehen der Ruppiner Eisenbahn erforschte er als Pensionär deren Geschichte, schrieb dazu ein Buch. Als 80-Jähriger dokumentierte er die Baustellen rund um den Prignitz-Express mit seiner Videokamera, organisierte im September 2008 in Neuruppin einen Tag der Schiene. In seinem Buch „Ich bin ein Ruppiner” hat er einen Teil seines langen und bewegten Lebens in seiner Heimatstadt veröffentlicht. Das ist nun zu Ende gegangen.

Von Christian Schmettow

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