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Ein Hobby mit Augenmaß

Schützenverein in Gadow Ein Hobby mit Augenmaß

Seit zwei Jahrzehnten ist Jürgen Kontak bereits Mitglied im Gadower Schützenverein. Vor 14 Jahren wurde er auch zu dessen Präsidenten gewählt. Und so weiß der 60-Jährige, wie penibel die Sicherheitsvorschriften in diesem Sport eingehalten werden müssen und dass der Verein selbst bei der Nachwuchsgewinnung sehr genau guckt, wen er da aufnehmen will.

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Hier ist Präzision gefragt: Mit seinem Suhler Luftdruckgewehr übt Jürgen Kontak regelmäßig auf dem Schießplatz in Gadow.

Quelle: Christian Bark

Gadow. Gute Augen und eine ruhige Hand sollte man schon haben, wenn man Schießen als Leistungssport betreiben wolle, sagt Jürgen Kontak. Seit 20 Jahren ist er nun schon Mitglied im Gadower Schützenverein, vor 16 Jahren rückte er dann in den Vorstand und zwei Jahre später dann an die Spitze des Vereins auf. „Von fünf Schuss auf die Mitte der Scheibe weicht meist einer etwas ab“, berichtet Kontak aus seiner Erfahrung. Unterstützend wirke aber die immer ausgefeiltere Technik der Präzisionsgewehre. „Die hat aber ihren Preis“, erklärt der Vereinspräsident. Für sein Luftdruckgewehr aus Suhl habe er zum Beispiel über 2000 Euro gezahlt.

Die leeren Patronenhülsen werden zum Schrotthändler gebracht

Die leeren Patronenhülsen werden zum Schrotthändler gebracht.

Quelle: Christian Bark

Solch teure Waffen müsse sich aber nicht jeder Schützenbruder leisten, denn zum Üben stünden Mitgliedern auch acht Kleinkaliber-, sechs Luftgewehre sowie vier Pistolen und zwei Revolver des Vereins zur Verfügung. „Die können dann besonders die Nachwuchsschützen nutzen“, sagt Kontak. Über Veranstaltungen wie das jährliche Schützenfest in Gadow oder über Schießtourniere wolle der Verein besonders junge Leute für den Sport begeistern. „Das ist uns beim letzten Schützenfest gelungen“, berichtet Kontak. Immerhin hätten sich zwei Jugendliche interessiert gezeigt. Vielleicht würden diese dann ab Herbst dem Verein beitreten.

50 Meter ist die Bahn lang

50 Meter ist die Bahn lang.

Quelle: Christian Bark

„Ein Jahr auf Probe“, erklärt Kontaks Stellvertreter und Schießleiter Udo Dittmann. Und so sei er fast jedes Wochenende vor allem mit den Neuzugängen am Schießstand. Der Theorieunterricht erfolge im Landkreis dort, wo die meisten Neuzugänge Bedarf anmeldeten. „Wer hier nur rumballern will, ist bei uns verkehrt“, betont Dittmann. Der Verein prüfe vor der Aufnahme eines jeden neuen Mitglieds auch dessen sozialen Hintergrund. Alkohol oder Drogen, selbst das Rauchen seien am Schießstand ohnehin strengstens verboten. „Selbst der Munitionsrestesammler braucht dafür einen Pulverschein“, erklärt der Vizepräsident. Die leeren Patronenhülsen würden dann von Vereinsmitgliedern bei einem Schrotthändler abgegeben.

Der Schützenverein

1959 kam der Schießsport zum 1954 gegründeten Motorradsportverein in Gadow hinzu. Der Schützenverein wurde 1990 neugegründet.


40 Mitglieder
sind aktuell im Verein aktiv. Das jüngste Mitglied ist Mitte 30, der älteste Schützenbruder 78 Jahre alt.


Auf sechs Schießständen
kann mit Kleinkalibergewehren sowie auf zwei Schießständen mit Pistolen geschossen werden.

Sicherheit spielt im Verein eine ganz entscheidende Rolle. „Bei Feiern sind die Schießstände abgeschlossen“, sagt Jürgen Kontak. Im jährlichen Mitgliedsbeitrag von 100 Euro sei auch die Versicherung enthalten. „Ich bin immer heilfroh, wenn die Gewehre nach dem Schießen wieder sicher im Schrank landen“, gibt der Präsident zu. Ohnehin sei das Hobby an der Waffe stark reglementiert. „Sie müssen Waffen und Munition stets getrennt voneinander lagern und transportieren“, sagt er. Trotzdem gingen ihm die Sicherheitsbestimmungen nicht weit genug. „Wenn die Polizei bei Ihnen zuhause kontrollieren will, ob alles ordnungsgemäß gehandhabt wird, braucht sie erst einen Durchsuchungsbefehl“, erklärt er. Eine Stippvisite werde dadurch erheblich erschwert und die Waffenbesitzer könnten noch schnell den Revolver aus der Nachttischschublade in den Waffenschrank verfrachten.

Von Christian Bark

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