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Ein Lächeln fürs richtige Tempo

Wittstock Ein Lächeln fürs richtige Tempo

Bewirkt ein trauriger Smiley auf einer Anzeigentafel bei überhöhter Geschwindigkeit mehr in den Köpfen der Autofahrer als ein Blitzerfoto? Sewekows Ortsvorsteher Martin Schäfer findet: Ja. Gerade misste einer der zwei Wittstocker Anzeigetafeln in seinem Ort die Geschwindigkeiten. Das sollte laut Schäfer überall so sein – doch die Geräte sind teuer.

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Kurz hinter dem Ortseingang Berlinchen Richtung Wittstock.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Mundwinkel hoch oder runter – Autofahrer, die in diesen Tagen durch Sewekow oder Berlinchen kommen, haben es in der Hand beziehungsweise im Fuß. Bei der richtigen Geschwindigkeit lacht der Smiley auf der Anzeigetafel, bei überhöhtem Tempo schmollt er.

„Die Tafeln sollen die Verkehrsteilnehmer für die vorgeschriebene Geschwindigkeit sensibilisieren und auf mögliche Überschreitungen hinweisen“, erklärt Wittstocks Stadtsprecher Jean Dibbert. Seit 2008 habe die Stadt eine solche Tafel im Einsatz, eine zweite sei in diesem Jahr dazugekommen. „Die Messungen erfolgen in der Regel wiederkehrend und im gesamten Stadtgebiet“, informiert Dibbert.

In Sewekow steht die Tafel seit etwa  einer Woche nur wenige Meter hinter dem Ortseingang aus Richtung Berlinchen

In Sewekow steht die Tafel seit etwa einer Woche nur wenige Meter hinter dem Ortseingang aus Richtung Berlinchen.

Quelle: Christian Bark

Doch die Tafel zeigt Geschwindigkeitsüberschreitungen nicht nur an, sie registriert sie auch. Die gesammelten Daten würden dann an Polizei und Landkreis weitergeleitet. Eigentlich sind die Aufzeichnungen der Geschwindigkeiten „nur“ ein angenehmer Nebeneffekt, wie Dibbert sagt. „Wir wollen auf Überschreitungen hinweisen. Diese zu ahnden, ist Aufgabe der Polizei oder des Landekreises.“

Tatsächlich reagiert die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung, wenn es wieder darum geht, Standorte für regelmäßig durchgeführte Geschwindigkeitsmessungen zu finden, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Nord in Neuruppin mitteilt. Doch nur aufgrund der Messungen durch die Tafel werde nicht gelasert. Auch der Landkreis verlässt sich nach Auskunft von Kreissprecherin Britta Avantario nicht ausschließlich auf die Messwerte der Tafeln bei der Errichtung stationärer oder mobiler Blitzer. „Da fließen mehrere Daten zusammen“, erklärt sie. So achte man auch auf Hinweise aus der Bevölkerung sowie Unfallstatistiken. „Auch wir haben ein Zählgerät, welches nicht nur Geschwindigkeiten und Verkehrsaufkommen aufzeichnet sondern auch die Fahrzeugarten unterscheidet“, informiert Avantario.

Geschwindigkeitsrekord: Mit 149 km/h durch Ortschaft gerast

Mit 121 km/h bei zulässigen 50 Stundenkilometern wurde in diesem Jahr die höchste Geschwindigkeitsübertretung in Rossow gemessen.

Mit 92 Stundenkilometern war ein Temposünder laut Messung in diesem Jahr in der 30er Zone am Kyritzer Tor in Wittstock unterwegs gewesen.

Der 2015 gemessene Höchstwert von 149 Stundenkilometern innerorts bei zulässigen 50 Stundenkilometern wurde bislang noch nicht erreicht.

Durchschnittlich liegen die gemessenen Werte etwa drei Stundenkilometer über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Gemessen wurde 2016 bisher in Wittstock am Kyritzer Tor, in Wulfersdorf, Rossow, Dranse, Sewekow und Berlinchen.

Sewekows Ortsvorsteher Martin Schäfer jedenfalls sind die blinkenden Smileys lieber als Blitzerfotos, wie er sagt. „Das hat schon einen psychologischen Effekt“, verweist Schäfer auf Studien, die die positive Wirkung solcher Anlagen bestätigen. Seiner Ansicht nach, könnten die Anzeigetafeln gern länger in Sewekow bleiben. „Oder jeder Ortsteil bekommt eine eigene Anzeigetafel“, schlägt er vor.

Das dürfte jedoch an den bescheidenen finanziellen Mitteln der Stadt Wittstock scheitern. Jean Dibbert zufolge kostet eine Anlage etwa 2500 Euro. „Es sind zunächst keine weiteren Anschaffungen geplant“, sagt der Sprecher.

Bald werden die Tafeln dann aus Berlinchen und Sewekow verschwinden. Nächste Standorte sind Dibbert zufolge in Wittstock die Perleberger Straße und die Röbeler Straße, später folgten dann die restlichen Ortsteile.

Von Christian Bark

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