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Ostprignitz-Ruppin Ein Moment des Schweigens in Wittstock
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ein Moment des Schweigens in Wittstock
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18:29 10.11.2015
Während der Gedenkveranstaltung. Ganz links: Superintendent Matthias Puppe. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Bettfedern wehen übers Pflaster. Aufgeklappte Koffer, wie sie in den 1930er Jahren benutzt wurden, geben den Blick auf Haushaltsgegenstände von damals frei. Ein Mantel liegt auf dem Boden – Accessoires der Flucht, die vor 77 Jahren zur bitteren Realität wurde. Die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 markierte den Beginn der Judenverfolgung in Deutschland. Tausende Geschäfte, Wohnungen oder jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Wohin das alles knapp ein Jahr später führte, ist bekannt.

Auch in Wittstock wurden jüdische Einwohner verfolgt und vertrieben. Zwei sogenannte Stolpersteine auf dem Marktplatz, Messingplatten mit den Namen von Mitgliedern der Familien Rehfisch und Mendelsohn, erinnern daran, dass diese dort einst wohnten. Der Künstler Gunter Demnig verlegte die Platten am 25. März vergangenen Jahres – als ein Zeichen gegen das Vergessen. Am Montagabend versammelte sich dort eine Menschengruppe um den Superintendenten Matthias Puppe, darunter viele Mitstreiter des Bündnisses „Wittstock bekennt Farbe“. Sie alle wollten in mahnendem Gedenken an jene fatale Nacht erinnern. Es wurden Blumen und kleine Lichter niedergelegt. Der Superintendent forderte die Anwesenden zu einem Schweigemoment auf, nachdem einleitende Trompetenklänge verhallt waren.

„Brennende Gebäude sind auch heute wieder aktuell“, sagte Matthias Puppe im Hinblick auf die Flüchtlings- und Asylproblematik. Wie damals seien Flüchtlinge in Not. Er warb dafür, die Menschen aufzunehmen, damit sie „bei uns und unter uns Perspektiven gewinnen können“ und ließ ein kurzes Gebet folgen. Die Gedenkveranstaltung war nach etwa einer halben Stunde beendet.

Von Björn Wagener

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