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Ein Ort für Kreative

Babe Ein Ort für Kreative

Das kleine Dörfchen Babe ist die Wahlheimat der Bildhauerin Karolin Donst. Die frühere Berlinerin kam schon 1991 nach Babe. Seit 1997 ist sie selbstständig – und inzwischen zieren ihre vielfältigen Werke öffentliche Plätze und Privatsammlungen im In- und Ausland.

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Karolin Donst beim Modellieren in ihrem Atelier in Babe.

Quelle: Renate Zunke

Babe. In Babe hat es einst richtig „gebrummt“. Das war in den 1990er Jahren, der Zeit der großen ABM-Projekte. Und in dem kleinen Ort am Rande des Westhavellandes wurde eines der größten ABM-Projekte initiiert. In Spitzenzeiten beschäftigte der Verein „Lebensart“ hier 210 Menschen – ABM-Kräfte, Zivildienstleistende oder mit Lohnkostenzuschüssen vom Arbeitsamt finanzierte. Haustierpark und Hofladen zogen die Leute in Scharen an. „Das Wunder von Babe“ titelte eine große Berliner Zeitung.

Einst gab es das „Wunder von Babe“

Und dann gab es in dem kleinen Dorf ja auch noch das kurioseste Museum Deutschlands. Das Lügenmuseum des Berliners Reinhard Zabka war ein weiterer Anziehungspunkt. „Sogar der Manfred Stolpe war mal hier, mit einem großen Tross“, staunt noch heute eine frühere Nachbarin des umtriebigen Zabka. Der hat sich mit seiner Wunderwelt für Dadaisten nach Zwischenstation und Querelen in Gantikow längst ins Sächsische geflüchtet und betreibt unweit von Radebeul mit Erfolg sein bizarres Kabinett für Absurditäten weiter.

Dabei passte sein Lügenmuseum doch so gut ins kleine Babe. Hier sind die Spuren des einstigen „Wunders“ noch zu finden: Ein verwittertes Schild weist in Richtung des ehemaligen Lügenmuseums. Der nun zugewucherte Haustierpark, inmitten ein einsames weißes Pferd, wirkt fast wie ein surrealistisches Gemälde. Ruhe ist eingekehrt. Doch ohne Zweifel, Babe ist der besondere Ort für Künstler und Kreative geblieben, wenn auch nicht mehr in Größenordnung.

Hinter dem ehemaligen Gutshaus entstand das Atelier

Gleich hinter dem ehemaligen Gutshaus, mit weiten Blick über die herrliche Landschaft, wohnt die Bildhauerin Karolin Donst. Die Berlinerin kam schon 1991 nach Babe, kaufte sich hier ein altes leerstehendes Haus und baute es aus. 1964 in Jena geboren, wuchs sie im Mecklenburgischen auf. Nach dem Abitur zog sie 1983 nach Berlin in den Prenzlauer Berg. In dieser Zeit entstanden erste selbstständige Arbeiten. Das waren vor allem Gemälde und Zeichnungen. Nach einem Ausreiseantrag übersiedelte sie 1988 nach Westberlin und absolvierte eine vierjährige Steinbildhauer-Ausbildung. Zwei Jahre später stellte sie erfolgreich ihre Objekte im „Haus am Lützowplatz“ in Berlin aus. Von 1993 bis 1995 arbeitete sie im Atelier des Berliner Bildhauers Heinz Spilker. Für ein Projekt im Land Brandenburg entstanden große Holzskulpturen. Von 1995 bis 1997 war Donst als Angestellte mit der Restaurierung von Berliner Natursteinfassaden beschäftigt. In dieser Zeit nahm sie an Bildhauersymposien teil und widmete sich verstärkt der Porträt- und Tierplastik. Karolin Donst fühlt sich dem Realismus verpflichtet und sieht sich als Schülerin von Johann Gottfried Schadow, dem bedeutendsten Bildhauer der Klassik.

Karolin Donst gestaltet auch Denkmale und Brunnen

1997 ging sie in die Selbstständigkeit. Der Fischerbrunnen in Arneburg und der neue Stadtbrunnen in Tangermünde mit acht Reliefplatten sind Arbeiten von ihr. In der Stadt an der Elbe steht ebenfalls „Der Mönch von Arneburg“, eine überlebensgroße Eichenholzfigur von Karolin Donst. Auch das Denkmal für Heinz Galinski in Berlin trägt ihre Handschrift. Galinski, 1992 gestorben, war der erste Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Außerdem begann für Karolin Donst eine Zusammenarbeit mit der Europäischen Kulturstiftung und der Galerie „Marco. Bonn – Paris – New York“. In der Zeit von 1998 bis 2001 entstanden hauptsächlich Porträtplastiken. Die Modelle vom Dalai Lama und des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen stehen unter vielen im Atelier in Babe. Als Auftragsarbeiten entstanden Porträtbüsten von Henry Maske, Hannelore Kohl sowie Privatpersonen. Eine Wanderausstellung der Konrad-Adenauer-Stiftung in den Jahren 2001 bis 2003 zeigte Zeichnungen, eine Reliefplatte sowie eine Plakette von Karolin Donst. Zum 100. Geburtstag von Salvador Dalí gestaltete sie im Auftrag des Museums für Europäische Kunst eine Porträtbüste des Künstlers sowie eine seiner Frau Gala.

Das ist nur eine kleine Auswahl der Kunstwerke von Karolin Donst, die sich in Museen, auf öffentlichen Plätzen oder in Privatsammlungen im In- und Ausland befinden.

Von Renate Zunke

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