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Ostprignitz-Ruppin Ein Spiegelbild der Wittstocker Zeit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ein Spiegelbild der Wittstocker Zeit
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02:15 20.11.2015
Museumsleiterin Antje Zeiger hält mit dem Kalender auch ein Zeitzeugnis Wittstocker Regionalgeschichte in der Hand. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Für den einen sind es nur historische Aufnahmen. Für den anderen löst das Betrachten immer die Suche nach dem besonderen Detail aus. Gemeint ist der Kalender „Historische Ansichten aus Wittstock“. Druckfrisch liegt nun die Ausgabe für das kommende Jahr 2016 vor.

Seit 2013 legen die Kreismuseen Alte Bischofsburg in Wittstock gemeinsam mit einer Kalendermanufaktur aus dem niedersächsischen Verden diesen besonderen Kalender auf. Auch wenn die Museumsleiterin Antje Zeiger auf ein Motto für die einzelnen Jahresausgaben verzichtet, einen roten Faden gibt es dennoch. Denn bei einzelnen Aufnahmen stellt sie den Bezug zu historischen Daten her. Bestes Beispiel für das kommende Jahr bietet das Kalenderblatt Mai: Am 24. Mai 1716 zerstörte ein Brand große Teile der Altstadt. Damit jährt sich dieses Ereignis im kommenden Jahr zum 300. Mal. Die Aufnahme entstand um 1910 vom Turm der Marienkirche aus und zeigt den Blick auf Rathaus und Marktplatz. Diese Bereiche fielen einst den Flammen zum Opfer. Andere Aufnahmen offenbaren spannende Details: Dabei weist Antje Zeiger auch auf das Deckblatt des Kalenders hin. Die Aufnahme zeigt an einem Haus an der Ecke zur Kyritzer Straße eine Girlande. „Wahrscheinlich war da gerade eine Hochzeit.“ Somit wird deutlich: „Historische Ansichten sind Spiegelbild der Zeit“, sagt Antje Zeiger.

Kalenderblatt Mai 2016: Blick von der Marienkirche auf die Wittstocker Innenstadt um 1910. Beim Stadtbrand vor 300 Jahren – am 24. Mai 1716 – wurde dieser Teil der Stadt stark zerstört Quelle: Christamaria Ruch

Auch das Gruppenbild vor dem Gröpertor reiht sich in den neuen Kalender ein. „Das ist hochinteressant, denn heutzutage wäre es sehr schwierig, so eine Aufnahme dort zu machen“, sagt die Museumsleiterin. Allein das hohe Verkehrsaufkommen würde wohl einen Strich durch die Aufnahme machen. Wo heute der Friedrich-Ebert-Park bis fast an die Bahnschienen heranreicht, existierte einst der Mühlenteich. Die Aufnahme von 1910 zeigt diesen Teich, während sich im Hintergrund die noch heute bekannte Ansicht von Bahnübergang und Häuserkomplex anschließt. Diese und all die anderen Aufnahmen laden ein, seinen Blick zu schärfen und vielleicht auch einige Geschichtskenntnisse aus Wittstock aufzufrischen.

Bei der Auswahl der Fotos greift Antje Zeiger auf einen gut 2500 Postkarten umfassenden Fundus aus Wittstock und den Ortsteilen zurück. Diese sind nach Straßenzügen im Museum sortiert. Teilweise sind sie schon digitalisiert, aber müssen noch nach Themenbereichen geordnet werden. Viele Postkarten gingen als Schenkung in den Besitz des Wittstocker Museums über. Andere wurden gekauft. „Um 1900 begann die Zeit der Postkarten“, sagt Antje Zeiger. Besonders die Aufnahmen des Wittstocker Fotografen Paul Donnerhack schätzt sie. „Er hatte eine eigene Ästhetik für die Objekte entwickelt. Sie sind zugleich eine hervorragende Vorlage, um sie in hoch auflösende Abzüge zu verwandeln.“ Bereits jetzt beginnt die Museumsleiterin mit ersten Sichtungsarbeiten für den Kalender 2017. „Routine wird das nie, sonst stirbt die Begeisterung.“ Damit meint sie immer wieder die Herausforderung, geeignete Motive auszuwählen. „Es gibt mittlerweile ein Stammpublikum, das auf den Kalender wartet“, so Zeiger.

Hinweis: Der Kalender wird in den Wittstocker Museen Alte Bischofsburg, in der Tourist-Information und in der Buchhandlung Steffen zum Verkauf angeboten.

Von Christamaria Ruch

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