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Ein Streifzug durch acht Jahrhunderte

Kirchengemeinde Herzberg hat Dorfchronik herausgebracht Ein Streifzug durch acht Jahrhunderte

Spannende Fakten, viele Fotos und berührende Erlebnisberichte – all das bietet die Herzberger Chronik, die von der Kirchgemeinde präsentiert wird. Vor rund 700 Jahren zählte Herzberg zu den größten Dörfern im Ruppiner Land. Doch Pest- und Kriegsjahre mit Hungersnöten forderten ihren Tribut. Auch die Sommerferien waren früher nicht so unbeschwert wie heute.

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Glücklich: Pfarrer Ulrich Baller hält die gebundene Herzberger Chronik in den Händen.

Quelle: Katharina Kastner

Herzberg. Jahrelang wurde gesammelt, recherchiert, sortiert – und nun liegt sie druckfrisch vor: die Chronik für Herzberg in der Mark. Das knapp 100 Seiten starke Buch soll am Sonntag, 19. Juli, beim Sommerfest der Kirchgemeinde im Herzberger Pfarrgarten vorgestellt werden.

„Unser Dorf hat eine fast 800-jährige Geschichte. Viele Generationen vor uns haben diesen Ort geprägt. Sie haben hier gelitten und geliebt und Herzberg lebens- und liebenswert gemacht“, sagt Pfarrer Ulrich Baller, der die Entstehung der Chronik vor Jahren initiiert hat. „Es ist wichtig, die Vergangenheit zu dokumentieren und zu würdigen. Ich denke, mit diesem Buch ist uns ein schöner Beitrag zur Geschichte des Ortes gelungen.“

Viele Gespräche mit Zeitzeugen geführt

Viele Mitglieder der Herzberger Kirchgemeinde haben für die Chronik in der Vergangenheit gekramt. Das Werk ist gespickt mit spannenden Fakten, unzähligen Fotos und vielen berührenden Erlebnisberichten. Mehr als ein Jahr lang hatte der Rüthnicker Bertram Gusovius dafür die Herzberger Historie erforscht und Gespräche mit Zeitzeugen geführt. Auch die gründlichen Recherchen des Sachsenhausener Pfarrers Peter Krause sind in die Dokumentation eingeflossen. Krause, Sohn des damaligen Herzberger Pfarrers Horst-Dieter Krause, hatte sich als Theologiestudent mit der Kirchen- und Ortsgeschichte beschäftigt.

Das markante Haus mit den Eichenholzsäulen in der Herzberger Dorfmitte war schon im 18

Das markante Haus mit den Eichenholzsäulen in der Herzberger Dorfmitte war schon im 18. Jahrhundert ein Gasthof. Die Vorlaube diente einst als Wagenunterfahrt – auch für die Postkutschen.

Quelle: privat

Herzberg ist im Jahr 1365 erstmals erwähnt worden durch einen gewissen Nycolaus Hertesberch. „Doch die Dorfgründung muss schon viel früher stattgefunden haben – vermutlich um 1230“, sagt Pfarrer Ulrich Baller. Denn im 13. und 14. Jahrhundert galt Herzberg als eines der größten Dörfer im Ruppiner Land. Es ist belegt, dass schon vor 700 Jahren mehr als 60 Familien im Ort lebten. Auch die imposante Feldsteinkirche wurde zu dieser Zeit erbaut.

Pest- und Kriegsjahre sowie Hungersnöte nach Missernten fordern ihren Tribut. Die Einwohnerzahlen schwanken immer wieder. Dennoch wird das Dorf zum Zentrum der Region – aus allen Himmelsrichtungen führen Wege durch Herzberg: Um 1800 hat der Ort 443 Einwohner. Ein Jahrhundert später sind es bereits doppelt so viele. Nach dem Zweiten Weltkrieg kommen viele Flüchtlinge: Die Zahl der Einwohner steigt auf 1275. Inzwischen sind es nur noch halb so viele.

Herzberg ist geprägt durch Landwirtschaft, Handwerk und Handel. Es hatte sogar Windmühlen und drei Tankstellen im Ort gegeben.

Die Tankstelle Gabriel wurde bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts in Herzberg betrieben

Die Tankstelle Gabriel wurde bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts in Herzberg betrieben.

Quelle: privat

Sommerferien hatten die Kinder auch schon vor hundert Jahren, doch diese schulfreie Zeit war für den Herzberger Nachwuchs längst nicht so unbeschwert und lang wie heute. Damals galt der Pfarrer als oberste Schulbehörde des Ortes. Er legte die Ferien fest: Für maximal vier Wochen durften die Schüler zu Hause bleiben – um in dieser Zeit in der Landwirtschaft zu helfen. Viele alte Herzberger haben für die Chronik aus dem Nähkästchen geplaudert.

Der Herzberger Schulalltag war um 1930 kein Zuckerschlecken

Der Herzberger Schulalltag war um 1930 kein Zuckerschlecken: Bei Ungehorsam gab es Stockschläge auf den Hintern.

Quelle: privat

Gestaltung und Druck der historischen Dokumentation sind möglich geworden, weil Pfarrer Ulrich Baller nach der Trauung eines Berliner Paares eine 5000-Euro-Spende für die Kirchgemeinde erhalten hat.

Von Katharina Kastner

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