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Ostprignitz-Ruppin Wenn der Postmann die Tanne bringt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wenn der Postmann die Tanne bringt
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09:08 17.12.2015
Matthias Jung liefert den Weihnachtsbaum nach der Bestellung mit Netz und Karton frei Haus und ohne Versandkosten. Für das Verpacken hat er zunächst eine provisorische Vorrichtung gebaut. Quelle: Sandra Bels
Zernitz

Schön gewachsen soll er sein – ein Prachtexemplar von Weihnachtsbaum. Die perfekte Tanne. Wer wünscht sie sich nicht für die Stube? Wer viel Zeit hat, begibt sich auf den Plantagen in der Region auf die Suche danach.

Für die anderen gibt es das Internet. Man bekommt große Bäume, kleine, breite, schmale, mit Spitze und ohne. Unter der Adresse www.walddirekt.de kann jeder seine Auswahl treffen. Und der Baum kommt nicht von irgendwo. Mit der Eingabe der Postleitzahl entscheidet man über den Anbieter. Über die 16866 wird man direkt zum Tannenhof Jung in Zernitz bei Neustadt geleitet. Im Land Brandenburg ist er der einzige, bei dem man auf dieser Internetseite seinen Baum bestellen kann.

Brandenburger Tannenhof ist einer von sieben in Deutschland

Geschäftsführer Matthias Jung erklärt, wie es dazu kam. Der Sauerländer Marc van Bürck war an ihn herangetreten. Er betrieb jahrelang in den USA und in Kanada einen Internethandel. Für seine Tante in Berlin wollte er einen frisch geschlagenen Weihnachtsbaum im Internet besorgen. Das klappte jedoch nicht. So hatte van Bürck die Idee, selbst einen solchen Handel aufzubauen. „Er suchte sich sieben Produzenten in Deutschland“, erzählt Jung. Er war einer davon.

Matthias Jung trägt zwei Bäume. Quelle: Sandra Bels

So ging die Seite an den Start. „Sie steckt noch in den Kinderschuhen“, sagt Jung. Aber die ersten Bestellungen sind bei ihm bereits lange vor dem Fest eingegangen. Die Bäume kommen dann nach vier Tagen beim Kunden an – mit Rechnung, Grußkarte zum Fest und Dankeschönkarte von der Firma Tannen Jung aus Zernitz. Nach der Bestellung werden die Bäume frisch geschlagen, verpackt und per Spedition auf die Reise geschickt. „Gefällt dem Kunden das Exemplar nicht, kann er es zurückschicken“, sagt Matthias Jung. Auch das Bewerten der Bäume ist online möglich und erwünscht.

Ein Netz hält den Baum in der Versand-Kiste zusammen

Die Technik zum Verpacken der Immergrünen ist selbst entwickelt und muss, wie er sagt, noch perfektioniert werden. Der Karton liegt in einer Art Gestell, in dem er später auch verschlossen wird. Ein Netz hält den Baum in der Kiste zusammen. Jung bietet die Arten Nordmann, Nobilis und Blaufichte an. In einem fiktiven Wohnzimmer lässt sich die gewünschte Größe des jeweiligen Baumes auf der Internetseite darstellen. Dazu gibt es Informationen über den Baum selbst, seine Zweige und Nadeln und die Haltbarkeit. Dann muss man nur noch das Lieferdatum wählen und der Weihnachtsbaum kann auf die Reise gehen.

Matthias Jung denkt, dass dieses Angebot besonders für Altenheime und Senioren attraktiv ist. „Wir wollen aber auch Leute erreichen, die keine Zeit oder Lust haben, zum Stand oder in den Wald zu gehen“, sagt er. Marc van Bürck, Geschäftsführer von Walddirekt, möchte auch diejenigen erreichen, die keine Möglichkeit haben, einen großen Baum selbst nach Hause zu transportieren.

Die Weihnachtsbaumbranche ist verhältnismäßig klein

Die Weihnachtsbaumbranche sei im Vergleich zu den Milchbauern relativ klein mit bis zu 1000 Anbietern, so van Bürck. Deshalb sei er schnell auf Familie Jung gestoßen. „Vater und Sohn haben mich beim Besuch auf ihrem Hof sofort beeindruckt“, sagt van Bürck. „Sie lieben Weihnachtsbäume“, fügt er an. Für ihn ist das Konzept „Ein Weihnachtsbaum aus der Region“ aufgegangen.

Der Tannenhof Jung ist einer der wenigen Höfe in Brandenburg, die sich ausschließlich auf den Anbau von Weihnachtsbäumen spezialisiert haben. Das geschieht auf mehr als 200 Hektar Anbaufläche. Das Unternehmen gibt es seit 1996. Matthias Jungs Interesse an den Immergrünen kam auf, als er als Junge seinem Vater Hartmut im Tomatengarten half. Dabei lernten Vater und Sohn, dass sie in einer Region wohnen, in der es so gut wie keinen Spätfrost gibt, der den künftigen Weihnachtsbäumen schaden könnte. Nach der Wende experimentierten beide mit Weihnachtsbäumen und entdeckten, dass ihre Heimatregion perfekt geeignet ist für ihren Anbau, wegen der ausgezeichneten Mischung von Sonne und gutem Boden.

Von Sandra Bels

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