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"Ein Tief ist schuld am Hoch"

Fernseh-Wettermann Donald Bäcker erklärt die sommerlichen Temperaturen "Ein Tief ist schuld am Hoch"

Am Freitag und am Sonnabend soll es noch mal um die 20 Grad warm werden. Wie kommt es zu solchen Temperaturen im Herbst? Der im Ruppiner Land aufgewachsene Donald Bäcker, der durch das ARD-Morgenmagazin bekannt geworden ist, liefert eine Erklärung dafür.

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Frank und Bärbel Zwanzig sowie Anneli und Heinz Posch genossen gestern das Wetter in Gerdas Cupcake-Café am Ufer des Ruppiner Sees.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Sommerliche Temperaturen, eine warme Brise, ein wolkenfreier Himmel und eine Sonne, die mit den Menschen auf den Straßen um die Wette strahlt – und das im Oktober. Viele Menschen nutzten in den vergangenen Tagen das warme Wetter im Landkreis für Besuche im Straßencafé, lange Spaziergänge oder für einen Griff in die eigentlich schon längst verschlossene Sommer-Klamotten-Truhe. Und das Wetter soll sich noch bis zum Ende der Woche halten. Das erklärt jedenfalls der Fernseh-Wettermann Donald Bäcker aus Walsleben.

„Am Freitag und am Sonnabend wird es noch mal Temperaturen um die 20 Grad geben“, so die Prognose des Meteorologen, der durch das ARD-Morgenmagazin bekannt geworden ist. Geboren und aufgewachsen im Ruppiner Land macht Bäcker seit 1999 Karriere als Wettermann in verschiedenen Sendungen. „Über das Thema ,Wetter’ könnte ich stundenlang erzählen“, sagt er. „Die Sendezeit beim ARD-Morgenmagazin ist begrenzt, dennoch versuche ich ab und zu kleine Erklärstücke zu liefern.“ Und auch für das derzeitige Traumwetter liefert der 45-Jährige eine Erklärung.

„So unlogisch es klingt, aber ein Tief ist Schuld am Hoch in Deutschland“, sagt Bäcker. Südwestlich von Irland bewegt sich derzeit laut Bäcker ein Tiefdruckgebiet über den Atlantik. „Und da sich Tiefdruckgebiete entgegen des Uhrzeigersinns drehen, nimmt das Tief die warme Luft aus Algerien auf und schickt sie über Südeuropa hinweg bis nach Deutschland“, so Bäcker.

Allerdings braucht es dafür auch Wind. „Wenn es den derzeit nicht geben würde, hätten wir keine warme Luft bei uns“, erklärt der Wetter-Fachmann. „Und dann würde es bei uns so aussehen wir derzeit in Finnland oder Schweden.“ Dort sinkt das Thermometer derzeit auf Temperaturen von bis zu Minus 18 Grad. „Der Winter ist also nicht so weit weg, wie man vielleicht denkt“, sagt Bäcker.

Auswirkungen auf die Tier- oder die Pflanzenwelt hat das warme Wetter nicht. „Nur auf die Menschen hat es eine Wirkung – und zwar eine positive. Sie freuen sich über die Sonne.“ Und die wird auch in den kommenden Tagen vermehrt zu sehen sein. „Dennoch sollten sich die Ruppiner darauf einstellen, dass es zwischendurch auch immer mal wieder regnen kann“, so Bäcker.

Eine Tendenz, dass sich das Klima im Oktober dauerhaft ändert, gibt es nicht. „Das derzeitige Wetter ist nicht so besonders, wie man vielleicht denkt“, erklärt der 45-Jährige. „Wir haben eigentlich fast in jedem Jahr im Oktober noch einen Ausbruch der warmen Temperaturen.“

Im Vorjahr folgte dann jedoch ein schneller Wintereinbruch. Dieser ist laut Bäcker in diesem Jahr nicht zu befürchten. „Die Temperaturen sinken zwar leicht, aber schlagartig kalt wird es in den nächsten Tagen nicht.“
Wie das Wetter bis zum Jahresende aussieht – und ob uns vielleicht noch ein warmer November bevorsteht – weiß Donald Bäcker noch nicht. „Ich könnte jetzt natürlich was sagen, aber eine genaue Prognose ist noch nicht möglich.“

Von Odin Tietsche

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