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Ein U-Bahn-Tunnel für Dabergotz

Für den Ausbau der B 167 wühlen sich Bagger mehr als sechs Meter tief in den Boden Ein U-Bahn-Tunnel für Dabergotz

Viele Jahre haben die Dabergotzer dafür gekämpft, dass ihre Ortsdurchfahrt endlich erneuert wird. Nachdem das Vorhaben mehrfach verschoben wurde, hat der Landesstraßenbetrieb im Frühjahr endlich begonnen, die B 167 in dem Ort auszubauen. Im Herbst soll der erste Bauabschnitt fertig sein, bis Sommer 2016 die gesamte Ortsdurchfahrt.

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In der riesigen Baugrube wirken die Arbeiter geradezu winzig.

Quelle: Reyk Grunow

Dabergotz. Das Loch ist riesig. Im ersten Moment fragt man sich entsetzt, was da eigentlich gebaut werden soll: Von einer U-Bahn war bei der Diskussion um den Ausbau der Ortsdurchfahrt von Dabergotz nie die Rede. Und doch wirkt der Schacht, der da kurz vor dem Ortsausgang in Richtung Wildberg gerade offen liegt, genau so.

Mehr als sechs Meter tief haben sich schwere Bagger in den Boden gefressen. Dicke Stahlwände sorgen dafür, dass die Seitenwände der gut zehn Meter langen und sechs Meter breiten Grube nicht einstürzen. Gehalten werden sie von beeindruckend mächtigen Stahlträgern.

Riesen-Graben ist Grundlage zum Reinigen von Regenwasser

Während viele Dabergotzer fasziniert und vom Lärm der Arbeiten leicht genervt in die Baugrube schauen, bleibt Jürgen Franke gelassen. Den Fachmann des Landesstraßenbetriebs kann so schnell nichts beeindrucken. Baugruben wie die in Dabergotz sind für ihn „ganz normal“. Was wie der erste Schritt für einen U-Bahn-Tunnel aussieht, dient in Wahrheit dazu, das Regenwasser der runderneuerten Bundesstraße zu reinigen. In dem Schacht wird eine sogenannte Sedimentationsanlage installiert. In die fließt künftig das gesamte Regenwasser von der Fahrbahn der B 167 in Dabergotz. In den unterirdischen Tanks kann sich Sand und anderer Schmutz aus dem Wasser absetzen, bevor das gesäuberte Wasser in einen benachbarten Graben geleitet wird.

Solche Anlagen sind üblich, auch in dieser Größe. „Es gibt noch größere“, sagt Franke. Dass die in Dabergotz so mächtig ausfällt, hat einen einfachen Grund, sagt Jürgen Franke: „Das ist schließlich eine lange Ortsdurchfahrt.“ Auf 1200 Metern Bundesstraße kommt bei starkem Regen eine enorme Menge Wasser zusammen. Zwei dieser riesigen Regenreinigungsbecken werden deshalb beim Ausbau der neuen Ortsdurchfahrt errichtet.

Das halbe Dorf gleicht einer Wüste

Halb Dabergotz gleicht derzeit einer Wüste. Zwischen dem westlichen Ortseingang und der Bahnhofstraße in der Mitte des Dorfes haben die Bauleute der Firma Oevermann die alte Straße abgetragen und den Boden auf der gesamten Breite ausgeschachtet. Vor vielen Grundstücken haben sie notdürftig Schotterbrücken aufgeschüttet, damit die Anwohner über die Baustelle zu ihren Häusern fahren können. Links rund rechts der Baustelle liegen Betonrohre für die neuen Regenwasserleitung, die künftig unter dem Mittelstreifen der geteilten Fahrbahn durch den gesamten Ort verlaufen wird.

Seit Ende April ist die Ortsdurchfahrt gesperrt. Bis zum späten Herbst soll zumindest in diesem ersten Abschnitt die neue Bundesstraße fertig sein. Franke hofft nach wie vor, dass das klappt. „Bisher liegen wir gut im Zeitplan“, sagt er, bleibt aber vorsichtig: „Man weiß nie, was noch kommt.“ Große Teile der neuen Straße verlaufen über ein Bodendenkmal. Bis jetzt haben Archäologen nichts so Wichtiges gefunden, dass der Bau ins Stocken geraten wäre.

Von Reyk Grunow

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