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Ein Übungsgelände für die Feuerwehr

Neuruppin Ein Übungsgelände für die Feuerwehr

An der Feuerwache Südwest in Treskow entsteht ein Trainingsgelände samt Übungsturm, der auch den ehrenamtlichen Rettern aus anderen Orten bei der Ausbildung helfen könnte. Bisher üben alle etwa den Umgang mit Leitern in Kyritz – doch dort sind die Termine knapp.

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Für Ernstfälle wie den Brand im Puschkinhaus vor einigen Jahren müssen die Feuerwehrleute regelmäßig üben – auch den Einsatz mit dem Hubsteiger.

Quelle: Reyk Grunow/Archiv

Neuruppin. Seit Jahren drängt die Neuruppiner Feuerwehrführung darauf – jetzt will die Stadtverwaltung die Ausbildungsmöglichkeiten für die freiwilligen Retter deutlich verbessern. An der Feuerwache Südwest in Treskow soll ein eigenes Übungsgelände für die Neuruppiner Wehr entstehen. Das hat auch Platz für einen Übungsturm. 2018 soll der lange erwartete Turm endlich übergeben werden, kündigte Stadtbrandmeister Reinhardt Jachnick jetzt an. Zurzeit läuft die Vorbereitung für den Bau. Rund 150 000 Euro haben die Stadtverordneten bereitgestellt.

Die Neuruppiner Feuerwehrleute treffen sich regelmäßig zur Ausbildung in Treskow. Einziger Nachteil: Der Platz an der dortigen Wache reicht nur, um mit zwei Gruppen gleichzeitig zu üben, sagt Jachnick; „Da müssen wir etwas tun.“ Ideal ist das nicht, weshalb die Stadt jetzt anbauen will. Das Übungsgelände soll deshalb vergrößert werden.

Die einzige Trainingsmöglichkeit steht bisher in Kyritz

An dem neuen Turm, der dort geplant ist, können die Frauen und Männer künftig üben, wie sie sich im Notfall mit Leitern an einem Gebäude von Stockwerk zu Stockwerk vorarbeiten können. Außerdem bietet der Turm die Möglichkeit, das sichere Abseilen aus großere Höhe zu üben und das Öffnen von Türen – Alltag für die Retter. Und der Turm soll bessere Möglichkeiten bieten, mit dem Hubsteiger zu trainieren. Oder mit der Drehleiter, die die Stadtverwaltung bis 2019 als Ersatz für den alten und reparaturanfälligen Bronto Skylift für die Neuruppiner Wehr beschaffen will.

Abseilen und der Umgang mit Leitern sind entscheidende Kenntnisse für alle Feuerwehrleute. Und genau darin liegt das Problem. Die einzige Möglichkeit zum Üben bietet bisher die Feuerwehrtechnische Zentrale in Kyritz, die vom Landkreis unterhalten wird. Dort wollen alle Wehren aus dem Kreis Ostprignitz-Ruppin hin. Und allen ist gemein, dass sie nur wenig Zeit haben: Weil die Feuerwehrleute freiwillig und nach Feierabend ihren Dienst tun, stehen auch für die Ausbildung nur der Abend oder das Wochenende zur Verfügung. Für die 1650 freiwilligen Feuerwehrleute ist der Terminplan extrem eng. Das Neuruppiner Übungsgelände soll da Entlastung bringen, nicht nur für die gut 230 Frauen und Männer der Neuruppiner Wehr.

Neuruppin investiert Millionen in den nächsten Jahren

Im Gespräch war solch ein Übungsgelände schon länger, aber lange war die Finanzierung unklar – immerhin ist das nicht die einzige Investition der Stadt in den Brandschutz. Mehrere Millionen wird Neuruppin in den kommenden Jahren dafür ausgeben. Unter anderem muss eine neue Drehleiter angeschafft werden, außerdem muss die Stadt Ersatz für den ausrangierten Einsatzleitwagen beschaffen, ein spezielles Fahrzeug für die Wasserrettung ist auch geplant und ein Spezialfahrzeug mit Abrollcontainer. Das kann je nach Aufgabe mit speziell ausgestatteten Containern beladen werden. Vorteil: Statt mehrerer Fahrzeuge wird nur ein Lastwagen gebraucht, der verschiedene Aufgaben übernehmen kann. Größte Investition ist aber wohl der Bau der neuen Wache in Alt Ruppin. Fast zwei Millionen wird die nach derzeitiger Planung wohl kosten.

Dabei steht die Zukunft der Feuerwehren im Land gerade auf dem Prüfstand. Das Innenministerium in Potsdam geht davon aus, dass Städte wie Neuruppin künftig viel mehr Feuerwehrleute fest anstellen müssen, weil die Freiwilligen immer knapper werden. Rathauschef Golde glaubt aber nicht, dass es ganz ohne Ehrenamtliche gehen kann: „Eine Feuerwehr ohne freiwillige Kräfte wird es auch in 10, 15 oder 20 Jahren nicht geben“, sagte er jetzt bei der Auszeichnung der ehrenamtlichen Retter.

Von Reyk Grunow

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