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Ostprignitz-Ruppin Ein Vierteljahrhundert Kammeroper Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ein Vierteljahrhundert Kammeroper Rheinsberg
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02:17 06.07.2015
Frohe Gesichter: Siegfried Matthus, Sabine Kunst und Frank Matthus (v. l. ) Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

Was sind 25 Jahre? Eine lange Zeit, eine kurze? Wenn er einem Silberhochzeitspaar gratuliere, denke er unwillkürlich: „Ein Vierteljahrhundert – so lange haben sie es schon miteinander geschafft“, beschreibt es Rheinsbergs Bürgermeister Jan-Pieter Rau in seiner Festrede. Bei einem 25-jährigen Mädel dagegen: „So jung, so schön.“ Er persönlich beziehe sich gern auf Letzteres, wenn er über die Kammeroper Rheinsberg spreche. Die feierte am Donnerstagabend im Schlosstheater mit 70 Gästen ihr 25-jähriges Bestehen, bevor es gemeinsam zur glanzvollen Operngala in den Rheinsberger Schlosshof ging.

„Ich bin aufgeregt“, bekennt Frank Matthus, der künstlerischer Direktor, schon weil es in diesem Jahr seine erste Saison sei. In den vergangenen 24 Jahren hat sein Vater, der namhafte Komponist Siegfried Matthus, die Kammeroper zu dem gemacht, was sie heute ist. Ein Opernfestival junger Sänger aus aller Welt, mit dem Ruf, ein Sprungbrett für die Bühnen dieser Welt zu sein. „Ein Musenhof – und ein wichtiger Standortfaktor für die Region“, so beschreibt es auch die Kultusministerin Brandenburgs, Sabine Kunst, die zu den Gästen des Festempfangs zählt. Aufgeregt sei sie nicht, sagt sie an Frank Matthus gewandt. Eher neugierig, wie dieser die Kammeroper weiterführe, deren mannigfaltigen Aufführungen bisher knapp 400 000 Zuschauer besucht haben. Für eine Kleinstadt beachtlich. Es sei ein klares Bekenntnis Brandenburgs an den Kulturstandort, dass das Land nunmehr die Mehrheit der Anteile halte und somit eine stabilere finanzielle Grundlage geschaffen habe. Das bejaht auch Rheinsbergs Bürgermeister – immerhin gingen dem Verkauf der Anteile Rheinsbergs an das Land langwierige und äußerst zähe Debatten voraus. „Es war ein wichtiger, richtiger Schritt“, sagt er. Und sei seitens des Landes ein Ausdruck besonderer Wertschätzung. „Willkommen an Bord, Frau Ministerin.“ Dankbar sind Rau und alle Kammeroper-Macher auch für das langjährige Engagement der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin. „Ich bin nicht der Meinung, dass die Sparkasse zu wenig für die Region tut“, bezieht er sich auf die jüngste Kritik eines Rheinsberger Politikers. Und auch Frank Matthus betont: „Ohne die Sparkasse würde es die Kammeroper heute nicht mehr geben.“ Für Matthus ein klares Signal in die Zukunft. „Ich habe Ideen“, verkündet er mit Elan. Die Inszenierung „Amadigi“ am vergangenen Wochenende habe gezeigt, dass „Barock im Heckentheater“ – Opernaufführungen wie zur Barockzeit, im Fackelschein und ohne akustische Verstärkung – gut funktioniere. „Da sprudeln mir die Ideen nur so im Kopf“, verrät der künstlerische Direktor.

Ein großer Dank geht auch an Gründervater Siegfried Matthus. „Ohne Sie wäre das alles nichts geworden“, sagt Rau. Der Geehrte, der während seiner Amtszeit nahezu jeder Kammeroper-Aufführung beigewohnt hat, ist auch jetzt noch engagiert wie eh und je und appelliert schon vor Ort an alle anwesenden Förderer und Sponsoren, eine fehlende Summe im Budget für 2016 zu gewähren. Immerhin erwirtschafte die Kammeroper 40 Prozent ihres Budgets selbst – das sei mehr als doppelt so viel im Vergleich zu anderen Opernhäusern. „Ich mache mir Sorgen über die Kultur der Nation“, macht der Komponist seiner Sorge Ausdruck. Nicht nur wegen der ständigen Etat-Kürzungen, sondern auch angesichts des wachsenden Trends, Libretti und Partituren der Altmeister auf Teufel komm raus zu modernisieren. „Wir haben bewiesen, dass unsere Inszenierungen nicht altmodisch sind, trotzdem wir die Opern so sehen, wie sie von den Autoren gedacht wurden.“

Die Vielfalt der Kammeroper spiegelt sich später im kulturellen Teil wider: Mitglieder der Neuruppiner Jugendkunstschule – die dank Frank Matthus fester Kooperationspartner der Kammeroper ist – tanzen in einer Modenschau durch Genres und Epochen und beweisen einmal mehr, was der Kammeroper-Sommer ist: jung, talentiert und multi-kulti.

Von Regine Buddeke

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