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Ein Weg, der die Gemüter erhitzt

Sophiendorf Ein Weg, der die Gemüter erhitzt

Der Neuhöfer Weg im Bereich zwischen Sophiendorf und Lohm könnte im Zuge des Bodenordnungsverfahrens Stüdenitz saniert werden. 75 Prozent Förderung gäbe es dafür. Den Rest müssten die Gemeinden Zernitz-Lohm und Breddin aufbringen. Doch die Breddiner halten wenig von dem Vorhaben.

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Der Neuhöfer Weg ist in sehr schlechtem Zustand.

Quelle: Alexander Beckmann

Sophiendorf. Das Bodenordnungsverfahren Stüdenitz stößt weiterhin auf zwiespältige Resonanz. Aktuell geht es dabei um den vorgeschlagenen Ausbau des Neuhöfer Weges im Bereich zwischen Sophiendorf (Gemeinde Breddin) und Lohm.

Der gut 2,1 Kilometer lange Weg dient vor allem den Landwirten dazu, die umliegenden Äcker zu erreichen. Vor Jahrzehnten wurde er mit Beton befestigt. Später folgte eine Asphaltschicht. Beides befindet sich inzwischen in miserablem Zustand – gerade auch im Vergleich zu anderen, bereits erneuerten Wegen in der Umgebung.

Breddiner sind skeptisch

Im Zuge des Bodenordnungsverfahrens wurde nun vorgeschlagen, den Neuhöfer Weg mit einer neuen Pflasterung zu versehen. Die Kosten würden sich Schätzungen zufolge auf etwa 450 000 Euro belaufen, von denen 75 Prozent bezuschusst würden. Den Rest müssten die Kommunen übernehmen, auf deren Gemarkung der Weg verläuft. Im vorliegenden Fall wäre das zu zwei Dritteln Zernitz-Lohm (Eigenanteil 76 700 Euro) und zu knapp einem Drittel Breddin (Eigenanteil 35 600 Euro).

Doch eben darüber gehen die Meinungen in beiden Kommunen auseinander. Während Zernitz-Lohm die Investition befürwortet, sind die Breddiner Gemeindevertreter deutlich skeptischer. Sie lehnten das Vorhaben bei ihrer jüngsten Sitzung ab.

Bürgermeisterin von Zernitz-Lohm ist enttäuscht

„Wir haben das Geld nicht“, sagt Breddins Bürgermeister Reinhard Neumann. Die Gemeinde sehe sich mit noch vielen anderen Aufgaben konfrontiert. „Da ist der Weg erstmal zweitrangig.“ Zudem sei der Bedarf schlicht nicht gegeben. „Ich habe unsere Landwirte befragt. Die haben gesagt, sie brauchen den Weg nicht.“ Damit erübrige sich auch die Idee, dass sich Landwirte eventuell an den Kosten beteiligen. „Da ich da keinerlei Schulterschluss finden konnte, kann ich auch niemandem erklären, warum wir für den Weg Geld aus dem Gemeindehaushalt nehmen sollten“, sagt der Breddiner Bürgermeister.

Seine Amtskollegin im benachbarten Zernitz-Lohm bewertet das Wegebauvorhaben ganz anders. „Der Weg muss gemacht werden“, schätzt Sigrid Schumacher ein. Das Bodenordnungsverfahren biete letztmalig die Chance auf eine 75-prozentige Förderung. So viel Zuschuss werde es bestimmt nicht noch einmal geben. Angesichts des Zustandes steige der Reparaturaufwand ständig. Und dafür müssten die Gemeinden ganz alleine aufkommen. Ansonsten drohten irgendwann Schadenersatzforderung von Nutzern des Weges, der schließlich Teil des Reitweges von Neustadt nach Redefin sei.

Die Gemeinde Zernitz-Lohm habe in jedem Fall großes Interesse an dieser Investition, betont Sigrid Schumacher. Derzeit sei die Situation nicht befriedigend. „Weil der Weg so schlecht ist, fahren die Landwirte jetzt bei uns durchs Dorf.“ Mit dem Bodenordnungsverfahren seien bislang neun Kilometer Wege erneuert worden – aber kein einzige Meter in der Gemeinde Zernitz-Lohm. „Die Eigentümer aus unserem Bereich haben ja auch für das Verfahren mitbezahlt.“ Auch Vorhaben auf Breddiner Gemarkung hätten davon profitiert. Daher habe man auf die Zusammenarbeit mit den Nachbarn gehofft, sagt die Bürgermeisterin. „Das sollte ja doch so eine Art Solidargemeinschaft sein. Wir sind schon etwas enttäuscht.“

Von Alexander Beckmann

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