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Ein Wochenende voll Keramik

Rheinsberg Ein Wochenende voll Keramik

Mit Ausstellungen, Aktionen und Führungen lud Rheinsberg zum Keramik-Wochenende ein. Eine Möglichkeit für alle, hinter die tönernen Kulissen der Keramik-Stadt zu schauen, organisiert vom Förderverein Keramik. Rheinsberg war die einzige deutsche Stadt, die bei der europaweiten Aktion mitmischte, an der 100 Städte in acht Ländern teilnahmen.

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Gut 25 Besucher kamen zur Vernissage und vertieften sich in die verschiedenen Keramiker-Handschriften.

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. Mit gutem Ton geht es los: Straßenmusik von Rheinsbergs Lokalmatadoren und rund zehn Musikschülern läuten das Keramikwochenende tongewaltig ein, bevor sich alles um den anderen Ton dreht. Rheinsberg beteiligt sich zum ersten Mal und als einzige deutsche Stadt an der europaweiten Aktion des Verbandes Europäische Keramikstädte, bei der sich in hundert Städten in acht Ländern ein Wochenende lang alles um den Ton dreht. Ideengeber für die Aktion ist Italien: „Buon Giorno Ceramica“ – zu Deutsch „Guten Morgen Keramik“ – findet bereits das dritte Mal statt.

Mutter und Kind

Mutter und Kind: aus Ton und Kordel.

Quelle: Regine Buddeke

In Rheinsberg haben Ateliers der Keramiker und Werkstätten geöffnet, es gibt geführte Stadtrundgänge „Auf dem Keramikpfad“, der die verschiedenen Akteure der Branche, derer es in Rheinsberg etliche gibt, verbindet. Diverse Ausstellungen laden ein, Kinder sind zum Töpfern aufgerufen, Videos von Töpfertechniken aus aller Welt werden gezeigt. Organisiert wurde das Wochenende vom Förderverein Keramik in Rheinsberg, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Rheinsberg auch über den alljährlichen Töpfermarkt hinaus zur Keramikstadt zu machen. Zu ihnen gehört auch Rheinsbergs Bürgermeister Jan Pieter Rau, der gleichzeitig Vizepräsident des Verbandes deutscher Keramikstädte ist, der sich 2015 gründete.

„Ich war erfreut, dass heute morgen auch viele Rheinsberger zur Eröffnung gekommen sind“, sagt er in der Rhinpassage, wo um 11 Uhr eine besondere Ausstellung eröffnet wird. „Wir haben uns kurzfristig und mutig entschlossen, an der Aktion teilzunehmen“, sagt Laudator Karl Fulle, dessen Atelier ebenfalls offensteht, ebenso wie seine keramische Tafel im Muschelsaal des Rheinsberger Schlosses. Und der an der gezeigten Schau der Keramikerin Dana Jes nicht ganz unschuldig ist – war er doch vor Jahren ihr Dozent an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein.

Professor und Schülerin

Professor und Schülerin: Dana Jes hat einst bei Karl Fulle studiert.

Quelle: Regine Buddeke

Die gezeigte Schau, zu der sich gut 25 Vernissage-Besucher eingefunden haben, ist indes keine Einzelausstellung von Dana Jes’ Keramiken – sondern Stücke, die in drei Symposien bei der Künstlerin in deren Atelier entstanden. „Ich hatte gerade ein Kind bekommen und konnte daher nicht zu Symposien fahren – also habe ich Künstlerinnen aus meiner Region und dem Freundeskreis eingeladen, bei mir zu arbeiten“, erklärt sie. Ein Thema war nie vorgegeben. „Ich habe Raum und Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt“, sagt sie. Natürlich habe sie selbst auch mitarbeiten wollen. Das Resultat ist eine Ausstellung mit 16 verschiedenen keramischen Handschriften. Sie war gerade noch in Wismar zu sehen, Dana Jes hat sie dort eben erst abgebaut und am Freitag in einer Hauruckaktion in der Rhinpassage wieder arrangiert. „Keramische Dialoge“ heißt die Schau – denn eben darum ging es der Künstlerin aus dem mecklenburgischen Ollendorf: keramischer Austausch.

Die Meeresstudien von Antje Halter etwa sind zauberhafte Objekte, die an Seeanemonen und Korallen erinnern. Fast ganz in weiß entfalten sie einen zarten Charme – wenn man in eine der Vasen hineinschaut, scheinen dort in der Tiefe Klippmuscheln zu wuchern. Daneben hängt ein „Schild“ – eine Art Rückenpanzer, den sich die Künstlerin Katharina Neuweg quasi auf den Leib töpferte: als sie schwanger war und die Außenwelt sinnbildlich nicht auf ihre Schultern laden wollte. Ein Foto zeigt das nach hinten stachelige Stück in Aktion.

Hochsicherheitstrakt oder Oase

Hochsicherheitstrakt oder Oase? Imke Freiberg nannte ihr Werk „Insel“.

Quelle: Regine Buddeke

Fragen wirft auch Imke Freibergs „Insel“ auf: In einem stacheldrahtumzäunten Pool, der mit bedrohlich spitzen Gewächsen vor Blicken schützt, schwimmt eine Frau. Da kann man viel hineindeuten: wer sagt, dass Keramik unpolitisch ist? Eine Parallele zum Neuweg’schen Rückenpanzer drängt sich förmlich auf. Die Besucher schauen sich alles sehr genau an – während die „Straßenmusiker“ im Hintergrund noch ein Vernissage-Ständchen geben.

Von Regine Buddeke

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