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Ostprignitz-Ruppin Ein Wusterhausener Betrieb, der nie einer war
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ein Wusterhausener Betrieb, der nie einer war
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21:51 11.12.2015
Auch aufs Dach der Dosse-Halle sollte eine Solaranlage. Doch es heißt, „bautechnische Fragen statischer Art“ standen dem entgegen. Quelle: MAZ-Archiv
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Wusterhausen

Außer Spesen nichts gewesen – dieser Spruch trifft jetzt auch auf die Gemeindewerke Wusterhausen zu. Die vor fünf Jahren gegründete kommunale Gesellschaft soll zum Jahresende aufgelöst werden, ohne in der Zeit irgendetwas bewerkstelligt zu haben. „Wir sollten die Reißleine ziehen, da es ja auch Aufwendungen gibt, und nicht auf den Tag X warten, bis jemand eine tolle Idee hat“, sagte der Vize-Bürgermeister Jürgen Gottschalk jüngst vor den Mitgliedern des Wusterhausener Hauptausschusses dazu. Die Mitglieder des Gremiums einigten sich bereits einstimmig auf die Auflösung. Schlussendlich aber entscheiden es die Gemeindevertreter bei ihrer nächsten Sitzung am Dienstag, 15. Dezember.

Fest steht indes schon jetzt, dass diese Firma der Gemeinde einen Verlust über 2000 Euro einbrachte, auch ohne überhaupt tätig gewesen zu sein. Der Kassenbestand von anfänglich 25 000 Euro sank um diesen Betrag wegen der „Aufwendungen für die Gründung, Steuerberatungs- und Jahresabschlussdienstleistungen sowie Pflichtversicherung und öffentliche Bekanntmachungen“. So wird es in der Vorlage für den Auflösungsbeschluss erklärt.

Das verbleibende Kapital geht an die Gemeinde zurück

Gegründet wurde der Betrieb im März 2010, um Solaranlagen auf den Dachflächen der Astrid-Lindgren-Grundschule, der Dosse-Halle und dem Bauhofgebäude zu errichten und zu betreiben. Dazu erfolgte bereits ein Handelsregistereintrag. Doch es „standen insbesondere bei der Grundschule grundstücksrechtliche Fragen und bei der Dosse-Halle aufwendige bautechnische Fragen statischer Art entgegen“. Weil es deshalb zu keiner wirtschaftlichen Betätigung kam, erfolgte auch noch keine kommunalaufsichtliche Genehmigung.

Das finanzielle Fazit lautet nun: „Das verbleibende Stammkapital wird dem Gemeindehaushalt als außerordentlicher Ertrag zugeführt. Die Differenz zur ursprünglichen Stammeinlage wird als außerordentliche Abschreibung gebucht.“

Die Gemeindewerksauflösung ist nur einer von drei schon feststehenden Diskussionspunkten am Dienstag in Wusterhausen. Bei der um 19 Uhr im Saal von „Ribbes Partyhaus“ an der Berliner Straße beginnenden Sitzung geht es neben der Wahl von Manuela Wlodarski als neue Ortsvorsteherin von Schönberg auch um den möglichen Austritt der Gemeinde aus dem Tourismusverein Dosse-Seen-Land (die MAZ berichtete).

Von Matthias Anke

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