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Ein eigenwilliger Winter

Wetter in Ostprignitz-Ruppin Ein eigenwilliger Winter

Erst frühlingshafte Temperaturen an Weihnachten, dann frostige Kälte im neuen Jahr: Der Winter scheint in diesem Jahr noch etwas unentschlossen zu sein. Der Neuruppiner Wetterexperte Thomas Hinz erklärt, dass gegensätzliche Wetterlagen im Winter durchaus keine Seltenheit mehr sind und verrät, dass der typische Januarsturm höchstwahrscheinlich ausbleiben wird.

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Knospen im Schnee sind dank milder Luft nicht selten.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Für weiße Weihnachten kam der Schnee zu spät und als er gemeinsam mit frostiger Kälte eintraf, löste er auf den Straßen der Region ein kleines Chaos aus. Zum Wochenende soll die weiße Pracht dank milderer Luft wieder verschwinden. Für wie lange ist allerdings noch nicht klar, denn verabschieden wird sich der Winter voraussichtlich noch nicht, sagte Wetterexperte Thomas Hinz aus Neuruppin, der an der Station des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Seehausen (Altmark) tätig ist.

Laut Statistik des DWD hat der Dezember alle Rekorde gebrochen, denn er war bundesweit der wärmste seit 1881. So kamen zu Weihnachten anstatt Winterfreuden eher Frühlingsgefühle auf. „Mit 14,3 Grad wurde es so warm wie noch nie an einem 26. Dezember“, sagt Thomas Hinz. Nur auf der Zugspitze hat über die Feiertage Schnee gelegen. Zu Silvester und Neujahr kam das Winterwetter dann doch nach Brandenburg und hing förmlich im Nordwesten des Landes fest. Während es in der Region immer kälter wurde, blieben die Temperaturen im restlichen Teil Deutschlands im Plus­bereich. „Es gibt auch Orte in Brandenburg, die noch grün sind“, erzählte Hinz.

Vielerorts wurde es in den vergangenen Tagen empfindlich kalt

Vielerorts wurde es in den vergangenen Tagen empfindlich kalt.

Quelle: dpa

Diese extremeren Unterschiede in den Wetterlagen entlang der Grenze zwischen Festland- und Atlantikklima in Deutschland seien keine Seltenheit mehr. „Solche Wetterlagen haben sich auch schon in den Wintern der vergangenen Jahre gezeigt“, sagte Hinz. Die Grenze verläuft im Übrigen nur zufällig entlang der Elbe: „Da könnte auch kein Fluss sein. Je weiter man westlich kommt, umso mehr wird das Wetter von den Atlantikströmen beeinflusst“, erklärt der Fachmann.

Freitag soll erneut Schnee fallen

Momentan liegt die Region immer noch am Rande des skandinavischen Hochdruckgebietes, das uns den Wetterumschwung über den Jahreswechsel beschert hatte. Die Wetterstation in Neuruppin, die direkt am See liegt, zeigte für die ersten Tage des Jahres eine Tiefsttemperatur von minus 11 Grad an. Auf dem Land sei es laut Thomas Hinz noch ein paar Grad kälter gewesen. Für Freitagmorgen rechnen die Meteorologen mit erneutem Schneefall. „Da können noch mal gut sieben bis acht Zentimeter dazu kommen“, mutmaßte der Wetterexperte am Donnerstag. Zudem stellt sich gleichzeitig mildere Luft ein. Doch das soll nur ein kurzes Intermezzo werden. „Es bleibt drei Tage mild und regnerisch, dann wird die Kaltluft wieder angezapft“, sagt Hinz. Kommende Woche soll es also wieder kälter werden. Wie tief die Temperatur sinken wird, ist allerdings noch unklar.

Der Winter ist noch lange nicht vorbei

Klar ist für den Meteorologen aber, dass in jedem Fall noch einmal Schnee kommen kann, weil der Winter eben noch lange nicht vorbei ist. „Es kann uns durchaus noch mal kalt erwischen, obwohl die Tage langsam wieder länger werden“, sagte Hinz. Auch im März oder April könnte es noch schneien. Dabei erinnert sich Hinz noch genau an den Neuruppiner Stadtparklauf vor drei Jahren, den der Kreissportbund am 6. April wegen verschneiter und vereister Wege absagen musste.

Ein typischer Januarsturm ist auf Hinz’ Wetterkarte hingegen bislang nicht in Sicht. Der 10. Januar 2015 war inmitten der Sturmtief­serie Daniel, Elon und Felix der stürmischste Tag des Jahres. Das soll sich in diesem Jahr vorerst nicht wiederholen: „Bei der kalten Festlandluft aus Nordost ist auf keinen Fall Wind dabei“, so Hinz.

Von Luise Fröhlich

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