Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Ein neuer Pfarrer

Manker Ein neuer Pfarrer

Seit dem vergangenen Jahr ist die Pfarrstelle in Manker wieder neu besetzt. Martin Meyer ist der neue Hausherr der Dorfkirche, die eine besondere Rarität aus der Zeit vor der Reformation hat: Ein Tabernakel mit einem Bild des so genannten „Heiligen Gesichtes“.

Voriger Artikel
Kammeroper gibt Konzert für die Kirche
Nächster Artikel
Netzgemeinde diskutiert Praxisschließung

Pfarrer Martin Meyer , neuer Hausherr der Kirche von Manker.

Quelle: Peter Geisler

Manker. Seit Ende vergangenen Jahres ist Martin Meyer im Amt als Pfarrer von 19 Dörfern der Gesamtkirchengemeinde Temnitz. Sein neues Zuhause steht in Manker, wo er und seine Familie sich in kurzer Zeit gut eingelebt haben. „Wir haben von Anfang an etwas auf dem Land gesucht. Wir haben drei kleine Kinder und brauchen gerade keine Stadt“, sagt der 38-Jährige. Dafür viel Platz zum Spielen, den der Nachwuchs im Pfarrhaus und im großen Garten findet. „Privat ist es ganz toll. Wir haben nette Nachbarn und eine aktive Dorfgemeinschaft.“ Fünf Jahre hatte er eine Pfarrstelle in Siebenbürgen inne. „Es war eine schöne Stelle.“ Doch jetzt war Zeit für Neues.

Beruflich und privat gut eingelebt

Auch dienstlich fühlt er sich in der kurzen Zeit nach seiner Einführung in seinem Sprengel gut angekommen, auch wenn er sich vieles neu erarbeiten muss. „Es gab schöne große Gottesdienste wie Taufen, Konfirmation und Trauungen.“ Dazu einige besondere Ereignisse wie die Einweihung der neuen Turmspitze in Vichel und der Orgel in Rohrlack. Dass die Besucher nach solchen Gottesdienst noch zusammensitzen, ist für Pfarrer Meyer eine gute Sache. „Die Verbindung von Glaube und Gemeinschaft gefällt mir“, sagt er. Dass heutzutage nicht mehr so viele Menschen den Weg in die Kirche finden, damit kann er leben. Denn wie es schon in der Bibel heißt „wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“, so Meyer.

Sein persönlicher Glaube und Neugier brachten ihn dazu, Theologie zu studieren. Meyer ist Theologielehrer an der Evangelischen Schule Neuruppin und der freien Schule in Heiligengrabe.

Mit der Dorfkirche vertraut gemacht

Als Hausherr hat er sich zunächst mit der Dorfkirche von Manker vertraut gemacht. An dem aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammenden Bau lassen sich drei Hauptbauphasen erkennen: der mittelalterliche Feldsteinbau, spätgotische Erneuerungen in Backstein sowie die östliche Verlängerung mit einem siebenseitigen Abschluss um 1713.

So manches Kleinod hat der Geistliche bereits entdeckt. Er war erst einige Wochen im Amt, als er abends den Anruf einer Restauratorin erhielt, die ihn nach dem Bild des „heiligen Gesichtes“ fragte, das in der Kirche zu finden sei. Bei Eiseskälte und im Dunkeln machte sich Meyer auf die Suche. Hinter dem Altar wurde er fündig. Dort ist ein Tabernakel (in der katholischen Kirche Aufbewahrungsort für geweihte und gewandelte Hostien) mit verschließbaren schmiedeeisernen Türen eingebaut. Im Nischeninneren auf der Rückwand entdeckte Meyer das gesuchte Bild. Bei dem Motiv handelt es sich laut Meyer einer Legende wohl aus dem 4. Jahrhundert zufolge um ein antikes Bild der Auferstehung Jesu. Im Orient hat man damals den Verstorbenen ein Tuch auf das Gericht gelegt. So auch Jesus. Bei seiner Auferstehung soll sich sein Gesichtsabdruck in diesem Tuch verewigt haben, mit Spuren seiner Misshandlungen. Das Original befindet sich in der kleinen italienischen Stadt Manopello. Zur Herkunft des Tuches gibt es unterschiedliche Hypothesen. Fakt ist, dass in Manker in dem Tabernakel dieses Bild zu sehen ist. Pfarrer Meyer schickte der Restauratorin ein Foto per Handy.

Persönlicher Kontakt wichtig

Demnächst wird die Taufe komplettiert. Meyer wurde berichtet, dass in der Kirche schon ein Kind aus der Kompottschale getauft wurde, weil der eigentliche Einsatz fehlt. Nun hat der Pfarrer einen passenden silbernen Einsatz in Rohrlack gefunden, der eigentlich nach Vichel gehörte.

Meyer ist mit zwei anderen Kolleginnen für 19 Dörfer zuständig. Er möchte für alle seine Schäflein ansprechbar sein. „Der persönliche Kontakt ist mir sehr wichtig.“ Daran arbeitet er. So geht er unter anderem mit Kinder Kornähren sammeln für Erntedank, außerdem hat er einen Gesprächskreis gegründet. So lernen sich Pfarrer und Gemeinde kennen.

Von Dagmar Simons

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg