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Ein neues Dach für Sankt Georg

Neuruppin Ein neues Dach für Sankt Georg

Jahrelang verfiel das zweitälteste Gebäude von Neuruppin. Nun soll die St. Georgs Kapelle in einer Bauzeit von nur acht Wochen ein neues Dach erhalten. Möglich ist das, weil der Bund die Sanierung der Kirche, die 1362 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, mit 100 000 Euro fördert. Das Geld ist zwar noch nicht da – dennoch kann mit den Arbeiten begonnen werden.

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Das Dach der St. Georgs Kapelle wird in den nächsten Wochen erneuert.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Geschickt wie Akrobaten bewegen sich die drei Männer auf dem Gerüst. Sie haken immer neue Gerüstteile in die Konstruktion ein, um schnell und sicher in die Höhe zu kommen. Schließlich sollen jetzt das Dach und der Turm der Neuruppiner St. Georgs Kapelle saniert werden.

Nur die Klosterkirche ist älter

„Wir wollen damit in acht Wochen durch sein“, sagte am Donnerstag Christine Dabitz vom Stiftungsverein des kleinen Kirchleins. Danach könnte vielleicht die Fassade gemacht werden. Dem Engagement des Vereins und den vielen Spenden ist es zu verdanken, dass das im Mittelalter errichtete Gebäude überhaupt saniert wird. Denn die Stadt sah sich dazu nicht in der Lage – obwohl es sich bei der Kapelle um das zweitälteste Gebäude von Neuruppin handelt. Sie wurde 1362 erstmals urkundlich erwähnt. Ein paar Jahre mehr hat lediglich die Klosterkirche auf dem Buckel. Sie gehörte zum 1246 von Wichmann von Arnstein gegründeten Mönchskloster. Aber während die Stadt mit ihrem weithin sichtbaren Wahrzeichen seit Jahren überall wirbt und die Klosterkirche stets neue Besucher anzieht, verfiel die St.-Georgs-Kapelle, die an der holprigen Straße des Friedens steht, immer mehr.

Stiftungsverein hat das Denkmal gekauft

Doch seit gut zehn Jahren tut sich was: Neuruppiner und Gäste der Stadt folgen den Aufrufen des inzwischen gegründeten Stiftungsvereins, der 2006 das Denkmal samt der benachbarten Gebäude des einstigen Spittels von der Stadt gekauft hat, und spenden für die Sanierung von Neuruppins kleinster Kirche. Die Rotarier und der Lionsclub haben sich ebenfalls in die Hilfe eingeschaltet. Auch die Stiftung Denkmalschutz spendierte bereits einmal 10 000 Euro. Mit Hilfe des Geldes konnte der Stiftungsverein ein Gutachten erstellen lassen, um den Baugrund untersuchen zu können. Denn das Haus steht schief. Es scheint im Laufe der Jahres in sich zusammengesackt zu sein. Fachleute hatten deshalb lange vermutet, dass das am unsicheren Baugrund liegen könnte: Dieser habe vielleicht nachgegeben, weil er die Mauern nicht mehr tragen konnte, so die Sorge. Dann wäre eine extrem aufwendige Sanierung notwendig gewesen. Diese Befürchtung bestätigte sich nicht. Das Fundament hält, der Baugrund ebenfalls. Deshalb erhielt das Kirchlein vor zwei Jahren ein stützendes Gerüst aus Stahlstreben. Diese übernehmen seitdem die Funktion des alten Ringankers, der bis dahin die Mauern zusammengehalten hatte (die MAZ berichtete).

Die jetzigen Arbeiten sind möglich, weil der Bund aus dem Denkmalschutzprogramm 100 000 Euro spendiert. Bedingung war, dass der Verein denselben Betrag beisteuert. Das Geld vom Bund ist zwar noch nicht da – für die Auszahlung ist das Landesamt für Denkmalpflege zuständig. Aber ein vorzeitiger Baubeginn sei dennoch erlaubt worden, sagte Christine Dabitz.

Kontakt: Wer etwas für den Erhalt der historischen Kapelle tun möchte, kann spenden an die Stiftung Sankt-Georg-Kapelle bei der Raiffeisenbank OPR (IBAN: DE59 1606 1938 0001 6362 19) oder bei der Sparkasse OPR
(IBAN: DE16 1605 0202 1720 0447 12).

Von Andreas Vogel

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