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Ein neues Haus für die Hochschule

Neuruppin Ein neues Haus für die Hochschule

Aus den zwei Standorten der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) in Neuruppin soll einer werden: Die Ruppiner Kliniken wollen deshalb das Haus D umbauen und sanieren. 5,5 Millionen Euro sind für das Projekt geplant, das Ende nächsten Jahres fertig sein soll. Das Interesse für die MHB ist weiterhin enorm.

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Die MHB hatte am Mittwoch in Neuruppin Besuch von mehreren CDU-Abgeordneten von Land und Bund.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) ist Opfer ihres eigenen Erfolgs. Dabei gibt es noch nicht einmal die ersten Absolventen. Doch das Interesse an der einzigen medizinischen Universität Brandenburgs, die mit einem praxisorientierten Medizin-Modellstudiengang an den Standorten Neuruppin und in der Stadt Brandenburg aufwartet, ist derart groß, dass die Hochschule bereits ihre Werbung für den Tag der offenen Tür am 17. Juni auf dem Gelände der Ruppiner Kliniken eingestellt hat. Der Grund: Es liegen schon 1000 Anmeldungen vor. „Wir mussten etwas bremsen“, sagte am Mittwoch Eric Hoffmann, der Sprecher der MHB.

Derweil laufen die Planungen für den Ausbau der Hochschule auf Hochtouren. Denn schon jetzt ist klar, dass die Räume im Haus O auf dem Neuruppiner Klinikgelände nicht reichen werden. Zudem sind die Räume für die 85 Studenten, die an der MHB klinische Psychologie studieren, im Alten Gymnasium im Stadtzentrum untergebracht. Diese Zweiteilung der Hochschule in Neuruppin soll im Herbst nächsten Jahres ein Ende haben. Denn die Ruppiner Kliniken wollen das D-Haus für die Hochschule ausbauen. Rund 5,5 Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt, sagte Kliniksprecherin Verena Clasen.

Fast 700 Bewerber für 48 Studienplätze

Dekan Edmund Neugebauer sieht die Hochschule „wirklich auf einem hervorragenden Weg“. Ein Beleg dafür ist, dass es Jahr für Jahr mehr Bewerber für die 48 Medizinstudienplätze an der MHB gibt. 2015 waren es 450 Bewerbungen, 2016 schon 580 und in diesem Jahr knapp 700. Ein Grund für den Andrang könnte sein, dass es bei den Bewerbungen nicht darauf ankommt, sein Abitur mit einem bestimmten Notendurchschnitt geschafft zu haben. „Bei uns kann jeder Medizin studieren“, sagt Neugebauer – vorausgesetzt, die Bewerber überzeugen nicht allein mit ihrem Bewerbungs- und Motivationsschreiben, sondern ebenfalls bei den Einzelgesprächen. Zu diesem muss man jedoch erst einmal eingeladen werden. Knapp 150 schaffen das jedes Jahr. 16 Gutachter entscheiden nach Gesprächen und Gruppenarbeit mittels eines Rankings über die besten 48 Bewerber. Bisher hat sich dieses System bewährt. Von den ersten 48 Medizinstudenten, die mit Beginn des Sommersemesters von Neuruppin in die Stadt Brandenburg wechselten – dort studieren sie die nächsten drei Semester, bevor es an die kooperierenden Kliniken der Hochschule geht – sind lediglich zwei abgesprungen. „In beiden Fällen aus persönlichen Gründen“, sagt Neugebauer.

Neue Lehr- und Lernformen gesucht

Laut dem Dekan freuen sich die Krankenhäuser von Perleberg bis Lauchhammer bereits auf die Studierenden. Allerdings ist noch nicht ganz klar, wie das Studium organisiert wird, wenn die Studenten an den kooperierenden Kliniken im Land arbeiten. „Wir müssen neue Lehr- und Lernformen finden“, so Neugebauer.

Der Dekan hatte sich am Mittwoch Zeit für drei CDU-Landtagsabgeordnete genommen, die sich vor Ort über die MHB informieren wollten. Auch der Neuruppiner Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke war dabei. Die Hochschule sei ein „Segen für das ganze Land“, sagte Roswitha Schier, die gelernte Krankenschwester ist. Die Hochschule würde sich allerdings wünschen, dass das Land das mehr zu würdigen weiß.

Von Andreas Vogel

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