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Ein neues Reich für Grundschulkinder

Fehrbellin Ein neues Reich für Grundschulkinder

Jahrelang waren die Horträume an der in Fehrbellin zu eng. Nicht alle Kinder fanden überhaupt Platz darin. Hortleiterin Heike Glasneck setzte sich für einen Neubau ein. Gestern wurde er eingeweiht. Dass es so schnell und reibungslos ging, kann selbst die Bürgermeisterin kaum fassen.

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Im passenden Ambiente können sich junge Forscher nun im Hort der Grundschule Fehrbellin ausprobieren.

Quelle: Peter Geisler

Fehrbellin. Zehn Mädchen im Alter von sieben bis neun Jahren strahlen um die Wette, hopsen und tanzen zu fetziger Musik aus Lautsprechern. Ihre Choreographie sitzt, das Publikum ist begeistert. Es war der Einladung der Gemeinde Fehrbellin und der Hortleitung gefolgt, die gestern die Eröffnung des Hort-Neubaus an der Johann-Heinrich-Bolte-Grundschule mit kleinem, feinem Rahmenprogramm feierten. Eltern, Baufirmen, Vertreter von Kita-Ausschuss und Behörden waren zahlreich erschienen.

Jeder Stuhl im Kinderrestaurant war besetzt, was Hortleiterin Heike Glasneck überaus freute – wie überhaupt das gesamte Projekt: „Wir haben jetzt Platz für unsere 191 Kinder im Hort mit integrierter Vorschule. Kapazität ist sogar für 206.“

Neubau war dringend notwendig

Der Neubau war dringend notwendig gewesen. Das alte Hortgebäude, in dem nun die Vorschule ist, platzte aus allen Nähten. Dabei hatten nicht mal alle Kinder im vergangenen Schuljahr einen Hortplatz in der Grundschule. Nach dem Unterricht wurden sie in den Kindergärten in Linum und Königshorst betreut. „Als ich 2015 anfing, wusste ich, hier muss grundsätzlich was getan werden. Es steht viel Arbeit an“, sagt Heike Glasneck. Genau das Gegenteil von dem, was die 53-Jährige zu dem Zeitpunkt wollte. An ihrem letzten runden Geburtstag hatte sie beschlossen, kürzer zu treten und als Erzieherin in Teilzeit zu arbeiten, nachdem sie jahrelang das Schullandheim Schweinrich geführt hatte. Doch als man ihr die Hortleitung in Fehrbellin anbot, konnte sie nicht Nein sagen.

„Im Sommer 2016 waren die Horträume dann Thema bei der Sitzung des Kita-Ausschusses. Viele Eltern waren der Meinung, es sei zu eng, bewirken könne man aber ohnehin nichts“, erinnert sich Ute Glasneck. Wer kein Ziel hat, macht sich nicht auf den Weg, lautet jedoch ihr Leitsatz. Sie machte sich auf den Weg. „In der Bauphase gab es viele Skeptiker. Ja, wir haben mit heißer Nadel gestrickt, es aber geschafft.“

Lichtdurchflutet und mit Schiebewänden

Bürgermeisterin Ute Behnicke teilt Glasnecks Enthusiasmus: „Ich bin überglücklich, das alles geklappt hat und danke allen dafür. Den Baufirmen, den Behörden.“ Der Bau ging reibungslos vonstatten. 1,5 Millionen Euro waren geplant. Wir werden mit rund 1,2 Millionen Euro rausgehen.“ In genau fünf Monaten und acht Tagen war der Neubau, der aus Modulen besteht, fertig. Am 4. September übernahmen die Grundschüler ihr Reich, erzählt die Bürgermeisterin. „Das Haus ist für Kinder gebaut und sie sollten sich erstmal einrichten. Darum feiern wir die Einweihung nun nach.“

Lichtdurchflutet, mit Schiebewänden zwischen den Zimmern und Ausblick in die Natur zeigt sich der Neubau. Kleine Forscher können sich im passenden Hortraum ausprobieren, Mutige im Bewegungsraum eine Kletterwand erklimmen, Bühnentalente im Tanz- und Theaterzimmer in Kostüme schlüpfen. Noch sind die meisten Wände kahl. „Die Kinder sollen ihre Räume gestalten“, erklärt Heike Glasneck und Bürgermeisterin Behnicke ergänzt: „Unsere kleinen Innenarchitekten haben über den Winter Zeit dafür.“

Kinder hatten Mitspracherecht

Die Kinder hatten von Anfang an bei allem Mitspracherecht, sich auch die Zimmernamen selbst ausgedacht und die Räume beschriftet. So heißt die Garderobe Umziehraum, der Vesperplatz Kinderrestaurant. Auch im Treppenhaus treten die Kleinen in Erscheinung. Heike Glasneck zeigt auf ein Wandbild und erklärt: „Anstelle eines Schutzstreifens hinter dem Flurgeländer haben wir die Umrisse von den Kindern gemalt.“ Lebensgroß und quietschbunt. „Auf die Idee kam ich, als ich am Neuruppiner Kreisel im Stau stand und die Kinderfiguren erblickte.“ Die Kinder sind begeistert vom Resultat. Am meisten von der Tatsache, dass sie nun alle Platz auf dem Grundschulgelände haben.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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