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Einblicke in die Baustelle Tempelgarten

Neuruppin Einblicke in die Baustelle Tempelgarten

Zum Tag des Offenen Denkmals öffnete der Tempelgartenverein den Garten an der Neuruppiner Präsidentenstraße trotz Bauarbeiten. Zwischen Schuttbergen besichtigten viele Neugierige die Skulpturen, den Tempel und die Gentz’sche Villa. In die Umgestaltung des Gartens werden in den nächsten Jahren rund 550 000 Euro fließen.

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Der Vorsitzende des Tempelgartenvereins Peter Neiß (r.) erklärt den Besuchern das Modell des Tempelgartens.

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. Der Neuruppiner Tempelgarten gleicht momentan einer Tagebaulandschaft – Eisenstangen und Baumaterialien beherrschen die Parkanlage. Dennoch haben sich dort am Sonntag viele interessierte Besucher eingefunden, um am Tag des offenen Denkmals – organisiert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz – die Geheimnisse des Gartens zu erkunden.

Peter Neiß, Vorsitzender des Tempelgartenvereins, eröffnete den Reigen der Führungen und entschuldigte sich bei den 14 Gästen für das scheinbare Tohuwabohu auf dem Gelände. Dennoch äußerte er auch seine Freude darüber, dass der Tempelgarten nun endlich in seinen historischen Zustand zurück versetzt werden kann. Rund 550 000 Euro werden in den kleinen Park an der Präsidentenstraße fließen. Das meiste Geld stammt aus der Städtebauförderung. Die Stadt Neuruppin muss gut 110 000 Euro beisteuern.

Der Tempelgarten soll ein historisches Antlitz wieder erhalten

Der Tempelgarten soll ein historisches Antlitz wieder erhalten.

Quelle: Felsch

„Eigentlich sind es zwei Gärten, die wir hier vor uns haben“, sagt Peter Neiß. „Der Amaltheagarten Friedrichs II. war ein Nutzgarten mit Obst, Gemüse und Federvieh, in dem der Prinz auch gern Schabernack trieb.“ Aus dieser Zeit ist der von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff errichtete Tempel erhalten. Nachdem die Neuruppiner Kaufmannsfamilie Gentz 1853 den Garten erwarb, verwandelte er sich und bekam orientalische Züge. Für die Baulichkeiten gewann die Familie Carl von Diebitsch. Der Architekt und Protagonist arabischer Baukunst in Preußen entwarf die Villa, das Gärtnerhaus mit stilisiertem Minarett und die Umfassungsmauer. Auch die Sandstein-Skulpturen wurden zu jener Zeit aufgestellt. Erworben wurden sie von der Familie Gentz in Berlin und Dresden. „Flora und Bachus, die beiden großen Statuen im Eingangsbereich, gelten als die wertvollsten“, sagt der Vereinschef. Leider sind einige der Figuren im Laufe der Zeit verloren gegangen, so dass 17 Postamente nun leer dastehen. Diese Sockel sollen im Laufe der Sanierung nun besetzt werden.

Wege werden nach historischem Vorbild angelegt

Im Auftrag des Vereins erarbeitete der Steinbildhauer-Meister und Kulturhistoriker im vergangenen Jahr eine Konzeption. Die genaue Anzahl der damals angekauften Putti und Vasen konnte er allerdings nicht ermitteln. Derzeit gibt es im Tempelgarten 26 Postamente, 17 davon sind leer.

„Der Garten soll nun wieder so hergerichtet werden, wie er im 19. Jahrhundert bestand“, sagt Peter Neiß und führt die Besucher über die Wege, die ebenfalls nach historischem Vorbild neu angelegt werden. Noch ist nur der Unterbau vorhanden und die Besucher müssen teilweise die Wiese überqueren. „Auch der Boden soll ausgetauscht werden und neue Pflanzungen werden vorgenommen.“ Dennoch wird es noch einige Jahre dauern, bis der Park wieder sein ursprüngliches Gesicht hat.

Nach der Besichtigung des Tempels hatten die Besucher auch die Gelegenheit, das Innere der Gentz’schen Villa zu bewundern und den Turm zu besteigen. Viel zu sehen war aus den Fenstern nicht, da der wilde Wein bereits die Turmspitze erklommen hat und die Sicht aus den Fenstern versperrt.

Von Cornelia Felsch

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