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Ostprignitz-Ruppin Eine Mondlandschaft verschenkt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Eine Mondlandschaft verschenkt
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00:20 04.09.2017
Sebastian Stötzer malt seit seiner frühesten Kindheit. Quelle: Claudia Bihler
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Wittstock

Grünblau ist die Erde zu sehen – die Kraterlandschaft des Mondes tritt plastisch von der grauen Fassade des Wittstocker Jugendclubs C60 hervor: Seit dieser Woche ziert die Fassade des Jugendclubs ein neues großformatiges Graffito – ein Geschenk des Wittstocker Graffiti-Künstlers Sebastian Stötzer. Der will nicht nur den Jugendlichen damit eine Freude machen, sondern sich auch gleichzeitig auf Größeres vorbereiten: Noch im September nämlich wird auch eine der Fassaden des Wittstocker Kunsthauses Dosse Park in eine Mondlandschaft verwandelt – Sebastian Stötzer sieht das Bild, mit dem er die Wand des Jugendclubs verziert hat, sozusagen als Generalprobe. „Ich konnte hier ausprobieren, wie die Farbverläufe wirken, wie ich arbeiten muss, dass etwa die Kraterlandschaft entsprechende Lichteffekte zeigt“, sagt der Wittstocker Künstler, „und damit auch die 3D-Effekte“. Das Weltraummotiv liegt ihm am Herzen: „Einerseits hat man hier eine große künstlerische Freiheit, andererseits kann ich mit dem Blick aus dem All auch zeigen, wie verwundbar unser blaugrüner Planet ist“, sagt er.

Früheste Kunstwerke sind leider verbrannt

Mit einem breiten Sortiment an Farben hat er gearbeitet, überwiegend in Grün-, Grau- und Blautönen. Der grobe Putz der Fassade am Jugendclub kam ihm bei der Arbeit entgegen: „Das macht sich bei der Mondoberfläche ganz hervorragend.“

Schon seit frühster Kindheit hält Sebastian Stötzer Farben und Pinsel in der Hand. Das früheste Werk, an das er sich erinnert, existiert jedoch nicht mehr. „Leider“, sagt er: „Als wir einmal umgezogen sind, meinte meine Mutter, dass ich alles verbrennen solle, was ich nicht mehr brauche.“ Sein Kindheitskunstwerk – eine große Sonnenblume – landete im Ofen. „Meine Mutter fand das gar nicht so gut“, meint der Künstler.

Dass er am Jugendclub und im September auch im Dosse Park mit Spraydosen arbeitet, liegt wohl an der großen Fläche. „Eigentlich mag ich Pinsel und Farbe mehr“, sagt er. Dabei ist es nicht zum ersten Mal, dass er am Jugendclub arbeitet, das ehemalige Bild ist allerdings nicht mehr vorhanden.

Vom Hip-Hop-Fan zum Grafikdesigner

„Illegal habe ich nie gesprayt“, meinte er. Zumal heutzutage in der illegalen Graffiti-Szene auch der ehemalige Ehrenkodex nicht mehr gelte: „Eigentlich sollten mit Graffiti ja mal leere Wände verschönert werden“, meint er: „Und dort, wo eine Wand bereits bemalt war, hätte früher nie jemand drüber gesprayt.“ Heute allerdings würde das nicht mehr gelten: „In Wittstock gab es ein großes, schönes Bild von einer Blume. Irgendjemand hat hier einfach irgendetwas Unerkennbares drüber gesprayt – noch dazu ziemlich hässlich.“ Auch an der Wittstocker Oberschule konnte er sich als Künstler bereits verewigen: „Damals war ich natürlich noch jünger und der Hip-Hop-Szene verbunden. Ich glaube, es war wild und nicht besonders gut.“ Auch dieses Bild ist heute Geschichte.

Inzwischen hat Sebastian Stötzer eine Ausbildung zum Grafikdesigner gemacht. Mit einigen Freunden haben sie Musikfestivals mit Schwarzlicht-Kunst ausgestattet – dies auch in weit entfernteren Regionen. „Künftig will ich aber wieder mehr mit Farben arbeiten – etwa Fassaden oder Räume gestalten.“ Dabei hat er sich vor allem auch dem Fotorealismus verschrieben, bei dem er seine Bilder mit präzisem Pinsel umsetzt. „Zudem mag ich grafische Elemente“, sagt der Künstler, der seine Motive etwa nach dem Goldenen Schnitt in ein grafisches Raster bringt.

So soll die Fassade im Dosse Park aussehen. Quelle: privat

Ab Mitte September soll die Wand im Dosse Park gestaltet werden. Die Künstlerkolonie will damit gleich zwei Dinge erreichen: Zum einen soll die kosmische Landschaft Blickfang für Autofahrer sein. Zum anderen soll das Graffito ein Signal dafür sein, dass auch junge Leute ihren Platz in der Dossestadt benötigen.

Von Claudia Bihler

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